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Größter Deal der Firmengeschichte: Karlsruher Tech-Perle schlägt Weltkonzerne
Der Karlsruher Nahverkehrsspezialist init hat sich den Auftrag zur Modernisierung des Sydneyer Ticketsystems gesichert – 380 Millionen Euro, zehn Jahre Laufzeit. Was steckt hinter dem größten Deal der Firmengeschichte?
- Modernisierung des Opal-Ticketsystems in Sydney
- Rollout 2028-2031 mit rund 180 Millionen Euro geplant
- Serviceerlöse von rund 20 Millionen Euro jährlich
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Mit einem Milliardenauftrag aus Australien schreibt der Karlsruher Nahverkehrstechniker init innovation in traffic systems (init) erneut Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen hat sich den Zuschlag für die Modernisierung des Opal-Ticketsystems im öffentlichen Nahverkehr von Sydney gesichert. Der Kontrakt hat ein Gesamtvolumen von rund 380 Millionen Euro, der damit den bisherigen Rekordauftrag aus Atlanta aus dem Jahr 2024 deutlich übersteigt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Investmentbank Berenberg hervor.
Der Auftrag umfasst Planung, Installation und Betrieb des neuen Ticketsystems für den Auftraggeber Transport for New South Wales über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei entfällt nach Berenberg-Schätzungen gut die Hälfte des Volumens – rund 180 Millionen Euro – auf die eigentliche Rollout-Phase zwischen 2028 und 2031. Die verbleibenden 200 Millionen Euro verteilen sich gleichmäßig auf das anschließende Jahrzehnt als wiederkehrende Wartungs- und Serviceerlöse von rund 20 Millionen Euro jährlich.
Kurzfristig erwartet Berenberg-Analyst Robert-Jan van der Horst keine nennenswerten Umsatzeffekte: Großprojekte dieser Art benötigen erfahrungsgemäß mehr als ein Jahr Vorlaufzeit und werden über etwa drei Jahre abgewickelt. Für 2026 und 2027 rechnet er daher noch nicht mit einem spürbaren Ergebnisbeitrag aus Sydney.
Der deutsche Mittelständler ist mit seinen Nahverkehrssystemen in zahlreichen Weltmetropolen aktiv. Zusammen mit den laufenden Großaufträgen aus Atlanta und London – dort liefert init bis 2029 neue Bustechnologie – dürften die drei Leuchtturmprojekte das wiederkehrende Servicegeschäft des Unternehmens um rund 40 Millionen Euro jährlich ausbauen. Das entspricht einem Plus von fast einem Viertel gegenüber den 166,6 Millionen Euro, die init zuletzt im Servicebereich erwirtschaftete.
Gegründet 1983 von Gottfried Greschner als Uni-Spin-off aus Karlsruhe, entwickelt, produziert, installiert und wartet init als Komplettanbieter integrierte Hard- und Software-Lösungen. Das Angebot der Karlsruher reicht von Planung und Disposition über Fahrkarten- und Fahrgeldmanagement bis hin zu Betriebssteuerung und Fahrgastinformation.
Das Volumen des Sydney-Auftrags überraschte auch die Analysten selbst: Berenberg hatte intern mit einem Rollout-Volumen von lediglich 100 Millionen Euro kalkuliert. Die tatsächliche Auftragsgröße liegt fast doppelt so hoch. Entsprechend wurden die Schätzungen angepasst – das Kursziel klettert von 65 auf 70 Euro, die Kaufempfehlung wird bestätigt.
An der Börse reagierten Anleger in dieser Woche mit einem Kurssprung von zwölf Prozent auf üer 50 Euro. Trotzdem hält Berenberg die Bewertung für attraktiv: Gemessen am für 2028 erwarteten Gewinn je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 10,5 – und damit unter Wettbewerbern wie IVU Traffic Technologies, Vossloh oder Knorr-Bremse.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die init innovation in traffic systems Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,20 % und einem Kurs von 51,20EUR auf Tradegate (30. April 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
