Dividenden-Radar
Deutscher Hoch-Dividenden-ETF – Die Cashflow-Maschine unter der Lupe
Dieser Dividenden-ETF setzt auf die höchsten Ausschütter Deutschlands und schichtet alle sechs Monate um. Eine gute Idee für Dividenden-Jäger?
- Deka DAXplus wählt halbjährlich 25 Ausschütter
- Starke Konzentration auf Versicherungen und Industrie
- Hohe Ausschüttungen bei stagnierendem Kursverlauf
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
In der heutigen Ausgabe unseres Dividenden-Radars verlassen wir die gewohnten Pfade der Einzelaktien-Analyse und widmen uns einem Investmentvehikel, das unter deutschen Einkommensinvestoren fast schon Kultstatus genießt. Es handelt sich um den Deka DAXplus Maximum Dividend, ein Produkt, das wie kaum ein anderes polarisiert.
Während die einen in ihm das perfekte Werkzeug für den heimischen Cashflow sehen, rümpfen Rating-Agenturen angesichts der harten Fakten oft die Nase. Es ist ein Radar-Kandidat der besonderen Art, denn hier trifft eine mechanische Hochdividenden-Strategie auf die Realität des deutschen Aktienmarktes.
Der Deka-ETF verfolgt keinen passiven Ansatz im klassischen Sinne, sondern gleicht eher einem saisonalen Jäger. Im Gegensatz zu einem Standard-DAX-Investment, das stur die größten Konzerne abbildet, setzt dieser ETF auf eine rigorose Auslese. Alle sechs Monate findet eine umfassende Neugewichtung statt, bei der ausschließlich die 25 Unternehmen mit der attraktivsten erwarteten Dividendenrendite aus dem HDAX – also DAX, MDAX und TecDAX – den Sprung ins Portfolio schaffen.
Dieser Fokus auf die absolute Spitze der Ausschüttungen macht den ETF zu einem interessanten Instrument für Anleger, die gezielt auf die Kraft des deutschen Mittelstands und der Großindustrie setzen wollen, ohne sich mühsam Einzelwerte zusammenstellen zu müssen.
Das Fundament und die Architektur des Fonds
Seit seiner Auflegung im Juli 2009 hat sich der ETF fest am Markt etabliert. Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,30 Prozent pro Jahr ist er zudem vergleichsweise günstig bepreist für eine Strategie, die einen so hohen Umschlag an Aktien erfordert. Das Fondsvermögen beläuft sich auf etwa 266 Millionen Euro.
Aktuell dominieren die Schwergewichte der deutschen Industrie das Bild. An der Spitze steht der Chemieriese BASF, gefolgt vom (nach Umsatz) Logistik-Weltmarktführer DHL Group. Komplettiert wird die Riege der Top-Positionen durch die Allianz und die Hannover Rück, die als solide Versicherungsanker fungieren, sowie die Deutsche Telekom. Zusammen machen diese fünf Werte oft fast die Hälfte des gesamten Fondsvermögens aus, was die enorme Bedeutung der einzelnen Dividendenentscheidungen für den Gesamterfolg unterstreicht.
Die Branchengewichtung: Ein Konzentrat der "Old Economy"
Ein Blick unter die Motorhaube des Deka-ETFs offenbart eine massive Sektorkonzentration, die Segen und Fluch zugleich ist. Da der Index streng nach der höchsten Dividendenrendite selektiert, dominieren Branchen, die enorme Cashflows generieren. An vorderster Front steht der Versicherungssektor (ca. 22,4 Prozent), dicht gefolgt von der Industrie (21,1 Prozent), Versorger (11,7 Prozent), Automobilindustrie (9,8 Prozent) und Chemie (9,6 Prozent). Die drei größten Sektoren allein machen mehr als 50 Prozent des Gesamtportfolios aus.
Ausschüttungswunder gegen Kursstagnation
Ein Blick auf den langfristigen Chart offenbart ein Phänomen, das viele Anleger zunächst abschrecken mag. Über das letzte Jahrzehnt betrachtet, scheint der Kurs des ETFs förmlich auf der Stelle zu treten. Wer hier auf saftige Kursgewinne gehofft hat, wird enttäuscht. Doch genau hier liegt die Besonderheit: Der Deka-ETF ist darauf ausgelegt, nahezu die gesamte Wertschöpfung direkt an die Anteilseigner weiterzureichen. Im Kalenderjahr 2025 schüttete der Fonds insgesamt 2,85 Euro pro Anteil aus, wobei der Löwenanteil von 2,80 Euro traditionell im Juli floss. Das Jahr 2024 war mit 3,68 Euro sogar noch deutlich ertragreicher.
Für das laufende Jahr 2026 taxieren Analysten die erwartete Rendite auf etwa 4,7 Prozent bis 4,8 Prozent, was ihn weiterhin zu einem der renditestärksten Titel am deutschen Markt macht. Die Ausschüttungen werden auf 2,80 Euro geschätzt, also etwas weniger als 2025. Prognosen darüber hinaus waren keine zu finden.
Wie sieht es mit der Bewertung aus?
Trotz der verlockenden Ausschüttungen schlägt das Pendel bei den großen Analysehäusern ins Negative aus. Morningstar vergibt lediglich 2 von 5 Sternen und die Agentur Scope stuft den ETF mit der Note "D" ein. Dieser vermeintliche Widerspruch lässt sich durch die reine Performance-Brille erklären. Da der ETF Wachstumsaktien wie SAP links liegen lässt, sobald deren Rendite zu niedrig ausfällt, hinkt er in Bullenmärkten dem breiten DAX oft hinterher.
Zudem führt die Konzentration auf nur 25 Titel zu einem erhöhten Risiko. Man kauft hier gezielt in Branchen ein, die wie die Automobilindustrie oder die Chemiebranche vor großen Herausforderungen stehen. Das schlechte Rating ist somit weniger eine Warnung vor einem Totalausfall, sondern vielmehr ein Hinweis auf die hohe Volatilität und die schwächere Kursentwicklung im Vergleich zum Gesamtmarkt.
Beispielrechnung: 12.000 Euro Dividende pro Jahr
Für viele Leser unseres Radars steht die Frage im Vordergrund, wie viel Kapital für ein passives Zusatzeinkommen nötig ist. Legt man die Ausschüttungen aus dem Jahr 2025 zugrunde, wird die Dimension deutlich. Wer das Ziel verfolgt, jährlich 12.000 Euro an Bruttodividenden zu vereinnahmen, müsste bei einer Zahlung von 2,85 Euro pro Anteil rund 4.200 Stücke im Depot halten. Bei einem Kurs von 58,11 Euro entspricht dies einem Kapitaleinsatz von etwa 244.000 Euro. Es wird deutlich, dass dieser ETF kein schneller Reichtumsbeschleuniger ist, sondern ein Instrument, um bestehendes Vermögen in einen stetigen, wenn auch saisonal schwankenden Cashflow umzuwandeln.
Beim Hochdividenden-Wert Kimbell im Radar der vergangenen Woche, der 13 Prozent Rendite bietet, waren lediglich 112.000 Euro notwendig.
Fazit und steuerlicher Rahmen
Der Deka DAXplus Maximum Dividend bleibt ein Nischenprodukt für Überzeugungstäter. Er ist die richtige Wahl für jene, die an die Substanz der deutschen Wirtschaft glauben und denen ein regelmäßiger Scheck im Juli wichtiger ist als die tägliche Kursrakete. Abschließend ist für die persönliche Kalkulation noch wichtig, dass die Ausschüttungen in Deutschland der Abgeltungsteuer unterliegen. Da der Fonds jedoch physisch in deutsche Aktien investiert, greift die Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Dividende steuerfrei bleibt, was die effektive Nettorendite im Vergleich zu reinen Zinsanlagen spürbar aufwertet.
Der steuerliche Joker: Die Teilfreistellung
Ein oft unterschätzter Vorteil von ETFs gegenüber der Direktanlage in Einzelaktien ist die sogenannte Teilfreistellung. Seit der Investmentsteuerreform 2018 gewährt der deutsche Fiskus Anlegern bei Aktienfonds einen "Steuerrabatt", um die Vorbelastung durch Körperschaftsteuern auf Fondsebene auszugleichen. Da der Deka-ETF fortlaufend zu mehr als 51 Prozent in Aktien investiert ist, bleiben 30 Prozent jeder Ausschüttung sowie aller Kursgewinne komplett steuerfrei.
Für den Anleger bedeutet das eine spürbare Entlastung: Während auf eine direkte Dividende von beispielsweise BASF die volle Abgeltungsteuer fällig wird, muss beim ETF nur 70 Prozent des Ertrags versteuert werden. Effektiv sinkt die Steuerlast dadurch von den üblichen rund 26,375 Prozent auf ca. 18,46 Prozent (zzgl. ggf. Kirchensteuer). Dieser steuerliche Puffer sorgt dafür, dass am Ende mehr Netto-Rendite auf dem Verrechnungskonto landet – ein starkes Argument für die Fondslösung, das die Attraktivität des Cashflows deutlich erhöht.
Dadurch kann es sich finanziell lohnen, die 0,30 Prozent Gebühren (TER) des ETFs zu zahlen: Die Steuerersparnis durch die Teilfreistellung holt diese Kosten oft schon wieder rein, verglichen mit jemandem, der die 25 Aktien mühsam und ohne diesen Steuervorteil einzeln im Depot hält.
Übersicht zur Dividende von Kimbell Royalty Partners
Fondsvermögen: 265,60 Millionen Euro
Auflegungsdatum: 03.04.2009
Referenzindex: 100% DAXplus® Maximum Dividend NR in EUR
Sparplanfähig: Ja
Mindestanlagebetrag: 25 Euro
Verwaltungsgebühren und sonstige Verwaltungs- oder Betriebskosten (TER): 0,30 Prozent
Dividende fluktuiert
Frequenz: theoretisch 4-mal im Jahr, praktisch ist die Juli-Ausschüttung entscheidend
Zeitplan
Nächste Auszahlung voraussichtlich zwischen dem 9. und dem 13. Juli.
| Geschäftsjahr |
Dividendenrendite in %** |
Dividende in US-Dollar |
|---|---|---|
| 2026e | 4,82e | 2,80e |
| 2025 | 5,15 | 2,85 |
| 2024 | 7,14 | 3,68 |
| 2023 | 6,01 | 3,34 |
| 2022 | 8,64 | 4,06 |
| 2021 | 3,83 | 2,44 |
* Quellen: DEKA, FactSet, wallstreetONLINE.
** Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres genommen, beziehungsweise für die Prognosen der aktuelle Kurs.
Die optimale Dividendenstrategie
Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können:
Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind.
Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen.
Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten.
Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg.
Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen.
Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt.
Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein.
Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten.
Fazit:
Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind.
Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
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