Der Abstand wächst
Auch diese Rüstungsaktie zieht Rheinmetall jetzt davon!
Der italienische Verteidigungskonzern Leonardo ist stark in das neue Geschäftsjahr gestartet. Das Wachstum sowie die Bewertung machen die Aktie attraktiv.
- Leonardo steigert Quartalsumsatz 6,9% auf 4,45 Mrd Euro
- EBITA +33,2% auf 281 Mio, bereinigter Netto 184 Mio
- Auftragsbestand 57 Mrd, Aktie mit Jahresplus 13 Prozent
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Rheinmetall fällt weiter zurück, jetzt zieht Leonardo davon
Zwei Tage nach den Zahlen des deutschen Rüstungsprimus Rheinmetall hat sich am Mittwochmorgen der italienische Mitbewerber Leonardo mit seinem Quartalsbericht zu Wort gemeldet. Der kann sich sehen lassen und zeigt genau die operativen Verbesserungen, welche die Düsseldorfer in ihrem Zahlenwerk vermissen ließen.
Gegenüber dem Vorjahresquartal kletterten die Erlöse des breit diversifizierten Verteidigungskonzerns um 6,9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro. Während die beiden größten Sparten Verteidigungselektronik und Helikopter beim Wachstum zu den Underperformern gehörten, schnitten vor allem die Luftfahrt- und Cybersicherheitssparte angesichts von Wachstumsraten von 14,2 und 19,6 Prozent stark ab. Auch das Raumfahrtgeschäft verzeichnete mit +13,5 Prozent einen starken Anstieg, gehört mit Erlösen von 227 Millionen Euro aber zu den kleineren Geschäftszweigen.
Starke operative Verbesserungen trotz negativem Cashflow
Bemerkenswert fielen die operativen Leistungssteigerungen aus. Das EBITA konnte um 33,2 Prozent auf 281 Millionen Euro verbessert werden, der bereinigte Nettoertrag kletterte sogar um 60,0 Prozent auf 184 Millionen Euro – und dass, obwohl Leonardo fast 5.200 neue Mitarbeitende angestellt und einen Anstieg der Lohnkosten verzeichnet hat.
Das starke Wachstum hat jedoch auch seinen Preis. Der operative Cashflow konnte zwar um 29 Prozent verbessert werden, liegt nach einem Minus von 580 Millionen Euro im Vorjahresquartal noch immer bei -411 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete das in seiner Pressemitteilung mit saisonal üblichen Schwankungen, wonach in der ersten Jahreshälfte hohe Vorauskosten zu bewältigen sind. Die Nettoverschuldung kletterte aufgrund von Investitionstätigkeiten, wie der Erwerb der Verteidigungsfahrzeugsparte von Iveco, um 924 Millionen Euro beziehungsweise 43,5 Prozent auf rund 3,05 Milliarden Euro.
Orderbuch prall gefüllt, Backlog bei 57 Milliarden Euro
Für das laufende Geschäftsjahr stellte das Unternehmen Erlöse in Höhe von 21 Milliarden Euro in Aussicht, unterstützt von Auftragseingängen im Wert von bis zu 25 Milliarden Euro. Dabei wird ein operativer Ertrag von 2,03 Milliarden Euro und ein freier operativer Cashflow in Höhe von 1,11 Milliarden Euro angepeilt.
Über 2026 hinaus ist Leonardo für weiteres Wachstum bestens aufgestellt, denn die Auftragsbücher füllten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 57 Milliarden Euro. Das kann sich auch gegenüber den 73 Milliarden Euro von Rheinmetall sehen lassen. Sein Book-to-Bill-Verhältnis gibt das Unternehmen aktuell mit hervorragenden 2,0 an.
Aktie zieht an, Korrektur schon bald Geschichte
An der Börse kommen die Zahlen hervorragend an. Am Handelsplatz in Mailand verteuerte sich die Aktie unmittelbar nach dem Start in den Handelstag um rund 5 Prozent. Damit steht gegenüber dem Jahresauftakt ein Plus von über 13 Prozent zu Buche – deutlich mehr als Rheinmetall angesichts eines Minus von knapp 8 Prozent zu verzeichnen hat.
Zwar korrigierte wie zuletzt Rheinmetall auch die Leonardo-Aktie. Ihre Ausgangslage ist charttechnisch jedoch deutlich besser einzuschätzen, weil sie wichtige Unterstützungen wie die Marke von 50 Euro sowie die 200-Tage-Linie verteidigen konnte. Hier muss für ein neues prozyklisches Kaufsignal nur noch die 50-Tage-Linie bei 58,15 Euro zurückerobert werden.
Fazit: Hier kann man noch einsteigen!
Die Unternehmensbewertung ist mit einem KGVe 2026 von 24,6 als moderat einzuschätzen, vor allem weil für 2027 ein Kurs-Gewinn-Vielfaches von nur 20,1 erwartet wird. Das ist deutlich günstiger als Rheinmetall, das bereits mit KGVs von 40 für 2026 und 27 für 2027 bewertet ist.
Auch bei vielen weiteren Kennziffern wie dem Kurs-Buch- oder dem EV/EBITDA-Verhältnis sind die Italiener deutlich attraktiver bewertet. Das sollten an der Rheinmetall interessierte Anlegerinnen und Anleger bei ihrer Auswahl berücksichtigen. An Wachstumsfantasie lassen die Italiener derweil angesichts nicht minder voller Auftragsbücher nichts vermissen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

