Aktie explodiert zweistellig
Super Micro liefert – trotz Anklage, trotz Oracle-Absage, trotz allem
Der Gewinn schlägt die Erwartungen klar, die Margen ziehen an und der Ausblick überzeugt. Die Aktie haussiert zweistellig. Trotzdem bleiben die Altlasten aus dem Frühjahr ein Thema.
- Gewinn übertrifft Erwartungen, Aktie steigt zweistellig
- Bruttomarge klar besser, Jahresprognose angehoben
- Anklage gegen Mitbegründer erhöht Marktunsicherheit
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Die Aktie von Super Micro Computer hat nachbörslich um 19 Prozent zugelegt, nachdem das Unternehmen mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street beim Gewinn klar übertroffen und zugleich eine starke Prognose vorgelegt hat. Damit gelingt dem KI-Serverhersteller ein weiterer Schritt aus einer Phase schwächerer Ergebnisse, auch wenn nicht alle Kennzahlen überzeugen.
Im dritten Quartal erzielte Super Micro einen Umsatz von 10,24 Milliarden US-Dollar und blieb damit unter den Analystenschätzungen von rund 12,4 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich dafür waren laut Management vor allem Verzögerungen bei Kundenprojekten, die in den kommenden Quartalen nachgeholt werden sollen. Deutlich besser fiel hingegen die Profitabilität aus: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,84 US-Dollar klar über den Erwartungen.
Besonders positiv bewerten Investoren die Entwicklung der Margen. Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich und signalisiert, dass das Unternehmen seine Kostenstruktur optimiert und stärker von margenstärkeren Lösungen profitiert. "Unsere Margenerholung und das rasante Wachstum unseres Geschäfts mit Bausteinlösungen für Rechenzentren zeigen, dass unser Geschäft weiterhin robust ist", sagte CEO Charles Liang.
Für das laufende Quartal stellt Super Micro einen Umsatz von 11 bis 12,5 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,65 bis 0,79 US-Dollar in Aussicht und liegt damit über den Markterwartungen. Auch die Jahresprognose wurde angehoben, was den positiven Eindruck zusätzlich verstärkt.
Strategisch befindet sich das Unternehmen im Umbau. Super Micro entwickelt sich zunehmend vom klassischen Serveranbieter hin zu einem Anbieter integrierter Rechenzentrumslösungen. Dieser Bereich gewinnt laut Management kontinuierlich an Bedeutung und soll künftig einen wachsenden Anteil am Gewinn beitragen.
Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch. Im März wurde ein Mitbegründer wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Exportkontrollen im Zusammenhang mit dem Verkauf von KI-Servern nach China angeklagt. Das Unternehmen selbst ist zwar nicht Beschuldigter, doch die Vorwürfe belasten die Wahrnehmung am Markt. CEO Liang betonte: "Niemand" im Unternehmen außer den in der Anklage genannten Personen sei beteiligt gewesen.
Zudem berichten Analysten von möglichen Auswirkungen auf das Geschäft. So soll Oracle einen milliardenschweren Auftrag gekündigt haben, was in Zusammenhang mit den Vorwürfen stehen könnte. Trotz der starken Zahlen zeigt sich damit ein gemischtes Bild: operative Fortschritte auf der einen Seite, anhaltende Risiken auf der anderen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

