Wegovy treibt die Milliarden
Novo-Aktie haussiert – aber Eli Lilly nimmt dem Konzern gerade den Markt weg
Starke Quartalszahlen treffen auf brutalen Wettbewerb. Während Novo auf Wegovy setzt, zieht Lilly nach. Für Anleger geht es jetzt um Timing – ist das der Turnaround oder der Beginn eines noch härteren Absturzes?
- Novo übertrifft Erwartungen und hebt Prognose
- Wegovy Pille sorgt für starkes Umsatzwachstum
- Verschärfter Wettbewerb durch Lilly und Börsendruck
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Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen und zugleich die Prognose leicht angehoben. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 96,8 Milliarden dänischen Kronen (rund 13,0 Milliarden Euro) und steigerte das operative Ergebnis deutlich auf 59,6 Milliarden Kronen (rund 8,0 Milliarden Euro). Auch der bereinigte Betriebsgewinn lag mit 32,86 Milliarden Kronen (rund 4,4 Milliarden Euro) klar über den Markterwartungen.
Treiber bleibt das boomende Geschäft mit Abnehmmedikamenten, allen voran Wegovy. Die im Januar in den USA eingeführte Tablettenform entwickelt sich dynamisch: Bereits wenige Monate nach dem Start wurden mehr als zwei Millionen Rezepte ausgestellt, allein in einer Aprilwoche überschritt die Zahl der Verschreibungen die Marke von 200.000. Entsprechend verbuchte Novo Nordisk im ersten Quartal 2,3 Milliarden Kronen Umsatz (rund 310 Millionen Euro) mit der neuen Pille, auch begünstigt durch Lageraufbau im Vertrieb.
Die starke Nachfrage veranlasste das Management, die Jahresprognose anzupassen. Das Unternehmen rechnet nun zu konstanten Wechselkursen mit einem Rückgang von Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis zwischen 4 und 12 Prozent – eine leichte Verbesserung gegenüber der bisherigen Spanne von minus 5 bis minus 13 Prozent. CEO Mike Doustdar erklärte: "Die starke Performance von Wegovy, kombiniert mit dem anhaltenden Wachstum im internationalen Geschäft, hat uns dazu veranlasst, unsere Prognose für 2026 sowohl für den bereinigten Umsatz als auch für den bereinigten Betriebsgewinn anzuheben".
Trotz der operativen Stärke bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Nach einem schwierigen Jahr mit Studienrückschlägen, schwächeren Umsätzen und einem massiven Börsenwertverlust von über 400 Milliarden US-Dollar seit dem Hoch 2024 steht Novo weiterhin unter Druck. Vor allem die Margen leiden unter Preissenkungen bei bestehenden Therapien.
Hinzu kommt der verschärfte Wettbewerb mit dem US-Konzern Eli Lilly. Anfang April erhielt Lilly die Zulassung für eine eigene Abnehmpille und beendete damit Novos kurzfristige Alleinstellung im US-Markt. Während Novo auf eine Erholung durch die neue Tablette setzt, konnte Lilly zuletzt ebenfalls mit starken Zahlen überzeugen und seine Jahresprognose anheben.
An der Börse spiegelt sich diese Dynamik bislang zugunsten des Rivalen wider: Die Aktie von Novo Nordisk verlor in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent, während Lilly um etwa 18 Prozent zulegte. Zuletzt zeigen sich jedoch erste Anzeichen einer Stabilisierung, getragen von der Hoffnung, dass die neue Wegovy-Pille die Wachstumsstory wiederbeleben kann. Auch am Mittwoch sind die Vorzeichen nach Vorlage des Zahlenwerks grün, die Titel steigen um über 7 Prozent.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

