Startet die Aktie jetzt durch?
Hensoldt liefert den stärksten Quartalsstart seiner Geschichte
Hensoldt hat das Orderbuch auf einen Rekordstand von 9,8 Milliarden Euro gefüllt – der Auftragseingang hat sich mehr als verdoppelt. Doch die Aktie zeigt sich kaum verändert.
- Orderbuch 9,8 Mrd und Auftragseingang plus 112 Prozent
- Aktie kaum bewegt trotz deutlicher Quartalsstärke
- Prognose 2026 bekräftigt Umsatzziel rund 2,75 Mrd
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Neben dem italienischen Konkurrenten Leonardo hat am Mittwoch auch der deutsche Rüstungskonzern Hensoldt seine Zahlen vorgelegt. Die Taufkirchener sind stark ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal hat sich der Auftragseingang auf knapp 1,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt – ein Plus von 112 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Orderbuch wuchs damit auf einen Rekordstand von 9,8 Milliarden Euro. Die Book-to-Bill-Ratio – das Verhältnis von Neuaufträgen zum Umsatz – kletterte auf den Wert von knapp 3,0. Im Vorjahr waren es noch 1,78 gewesen. Klarer lässt sich eine anziehende Nachfrage kaum ablesen.
Die Aktie reagierte mit Verluste und gab am Mittwochvormittag rund 2 Prozent ab. Die DZ Bank sieht in den Quartalszahlen eine klare Bestätigung des eingeschlagenen Wachstumskurses und verweist auf die "ausgesprochen hohe Dynamik beim Auftragseingang" als Fundament für die kommenden Jahre. Die Analysten prognostizieren bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum von 18 Prozent und einen EBITDA-Anstieg von 21 Prozent pro Jahr – und bekräftigen ihr Kursziel von 104 Euro bei unveränderter Kaufempfehlung. Der Kurs notiert derzeit bei rund 81 Euro.
Der Umsatz legte um gut ein Viertel auf 496 Millionen Euro zu und übertraf damit die Markterwartungen um etwa drei Prozent. Noch kräftiger zog das operative Ergebnis an: Das bereinigte EBITDA stieg um knapp 47 Prozent auf 44 Millionen Euro, die entsprechende Marge verbesserte sich von 7,6 auf 8,9 Prozent. Beide Werte lagen im Rahmen oder leicht über den Analystenprognosen.
Dass die Aktie trotz der starken Zahlen kaum anspringt, könnte an den überzogenen Erwartungen liegen. Im Oktober 2025 hatte die Hensolt-Aktie ihr bisheriges Verlaufshoch von 117,70 Euro erreicht, getragen von der Erwartung, dass der europäische Rüstungsboom zu einer rasanten Vervielfachung von Umsatz und Gewinn führen würde. Tatsächlich wächst Hensoldt solide, aber eben nicht so explosiv wie erhofft.
Trotz der starken Zahlen hält Hensoldt an seiner bisherigen Jahresprognose fest. Für 2026 peilt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro an – ein Wachstum von zwölf Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge soll auf 18,5 bis 19,0 Prozent steigen, was einer Anhebung um 50 Basispunkte entspricht. Beim freien Cashflow wird unverändert ein Niveau von rund 40 Prozent des bereinigten EBITDA angestrebt.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
