Verteidigung im Wandel

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    Kamikaze-Delfine, Öl-Schock, Space-Fonds: Die Börse wird immer verrückter

    Verteidigung ist längst mehr als Panzer und Flugzeuge. Satelliten, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und SpaceX-Fantasie machen den Sektor plötzlich zum heißen Zukunftstrade.

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    Verteidigung im Wandel - Kamikaze-Delfine, Öl-Schock, Space-Fonds: Die Börse wird immer verrückter

    Der Konflikt am Persischen Golf lenkt den Blick der Anleger wieder auf Verteidigung, Öl und Weltraumtechnologie. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine informierten am Dienstag über das Projekt Freedom. Die Initiative sollte die Straße von Hormus mit Marineeskorten für Handelsschiffe wieder öffnen.

    Die Meerenge ist für die Weltwirtschaft entscheidend. Rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung laufen durch diese Route. Der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hatte den Schiffsverkehr stark belastet.

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    Die globalen Ölpreise stiegen deshalb um mehr als 30 US-Dollar je Barrel in den vergangenen Wochen. US-Präsident Donald Trump setzte das Projekt Freedom am Mittwoch jedoch aus.

    Auf der Pressekonferenz wurde es ungewöhnlich. Hegseth bestätigte, dass Iran keine Kamikaze-Delfine gegen amerikanische Militäreinrichtungen eingesetzt habe. Ob die Vereinigten Staaten selbst Delfine im Wasser nutzen, ließ er offen. Caine spielte die Idee herunter. Ihm seien keine Berichte über Delfine mit Minen bekannt.

    Für klassische Verteidigungsaktien brachte der Konflikt bisher keinen Schub. Der iShares US Aerospace and Defense, ein börsengehandelter Fonds für Luftfahrt- und Verteidigungswerte, lag seit Beginn der Kämpfe zwölf Prozent im Minus.

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    Höhere Ölpreise belasten vor allem den Luftfahrtanteil. Im Verteidigungsbereich sorgen sich Anleger laut Barron’s über möglichen politischen Druck auf die Ausgaben.

    Gleichzeitig verschiebt sich das Interesse der Anleger. Der Sektor führt sie immer stärker in Richtung Weltraum. Cinthia Murphy von VettaFi sagte in der CNBC-Sendung, dass immer mehr börsengehandelte Fonds direkter auf das Weltraumthema setzen. Dazu zählen der Procure Space und der Global X Defense Tech.

    Murphy sieht Verteidigung heute breiter als früher. Es gehe nicht mehr nur um klassische Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin. Cybersicherheit, Satelliten, Kommunikation und Navigation würden immer wichtiger.

    Die Fondsentwicklung zeigt diese Verschiebung. Der Procure Space lag seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar bis Donnerstag fast 19 Prozent im Plus.

    Murphy erwartet, dass das Interesse an Luftfahrt- und Verteidigungswerten auch nach dem Ende des Iran-Kriegs anhält. Geopolitische Spannungen rückten den Sektor regelmäßig in den Fokus. Zugleich flössen hohe Investitionen in neue Technologien. Viele Regierungen planten für die nächsten fünf bis zehn Jahre deutlich höhere Verteidigungsausgaben.

    Zusätzliche Fantasie liefert SpaceX. Experten gehen von einem baldigen Börsengang aus. Das könnte das Interesse an Raumfahrt und Weltrauminvestments weiter anheizen.

    Auch Paul Baiocchi von SS&C Technologies bleibt optimistisch. Er erwartet, dass steigende Verteidigungsbudgets weltweit solide Renditen ermöglichen. Zugleich dürften Rohstoffe, Energieinfrastruktur und Elektrifizierung von massiven öffentlichen und privaten Investitionen profitieren.

    Eine Schlüsselrolle spielt Künstliche Intelligenz. Baiocchi sieht mögliche Engpässe nicht nur bei Chips. Auch Strom, Netze und Rohstoffe könnten knapp werden. Im Verteidigungsbereich komme die Verfügbarkeit Seltener Erden hinzu.

    Damit verändert sich der Blick auf Verteidigung. Anleger setzen nicht mehr nur auf klassische Rüstung. Sie schauen stärker auf Satelliten, Daten, Energie, Rohstoffe und Weltraumtechnologie. Genau dort könnte der nächste große Investmenttrend entstehen.

    Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion



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