Community Rückblick
wO-User zu BioNTech Quartalsbericht: "Oh wow, die Zahlen sind eine Katastrophe!"
BioNTech steht nach neuen Quartalszahlen und angekündigten Standortschließungen weiter unter Druck. Hohe Verluste, Umbau des Geschäfts und das Aus für CureVac-Standorte sorgen für intensive Diskussionen im wO-Forum.
Nach den Diskussionen um den angekündigten Rückzug der Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci steht die Aktie der BioNTech SE auch Anfang Mai weiter im Fokus der wallstreetONLINE User. Für neue Aufmerksamkeit sorgte zuletzt vor allem die angekündigte Schließung großer Teile des übernommenen Konkurrenten CureVac. Besonders im Mittelpunkt steht dabei der frühere CureVac-Standort in Tübingen, der perspektivisch aufgegeben werden soll (wallstreetONLINE berichtete).
Parallel dazu veröffentlichte BioNTech Anfang Mai die Zahlen für das erste Quartal
2026.
Diese zeigen weiterhin den schwierigen Umbau nach dem Ende des Pandemiegeschäfts: Während die Umsätze mit COVID-19-Impfstoffen rückläufig bleiben, investiert das Unternehmen massiv in seine
Onkologie-Pipeline und andere mRNA-Projekte.
Die Kombination aus Standortschließungen, hohen Investitionen und anhaltenden Verlusten sorgt auch unter Anlegern für intensive Diskussionen über die weitere Entwicklung des Unternehmens. Entsprechend lebhaft wird die Lage derzeit im BioNTech-Forum auf wallstreetONLINE diskutiert. Hier einige Stimmen aus der wO-Community:“
MoebiusX: "Konsolidierung der Produktionsstandorte und Aktienrückkaufprogramm über 1 Mrd.
Scheint so, als ob schon jetzt ein deutlich anderer Wind im Unternehmen weht, obwohl die Sahins noch da sind. Ist erst mal eine Umstellung, aber es spricht vieles dafür, dass es deutlich
stärker Richtung Shareholder-Value geht."
SDwidAMS-59: "Sie scheinen die 'reinen' mrna Standorte zu schließen, da wohl nicht mehr viel zu erwarten ist."
Moebiusx: "Die Standortschließungen betreffen die Produktion, das dürfte wohl die Anerkenntnis der Tatsache sein, dass für den Comirnaty auch in den kommenden Jahren keine großen Kapazitäten mehr benötigt werden."
Gruenspan59: "Irgendwas läuft in der Bude gewaltig schief."
Sailer2020: "Ein Aktienrückkaufprogramm fordere ich seit zwei Jahren und habe BioNTech immer wieder klar dargelegt, warum das bei dieser Pipeline überfällig ist. Jetzt kommt es endlich. Und dann gleich in dieser Größenordnung.
Ich hatte mit einer halben Milliarde gerechnet. Eine Milliarde ist ein echtes Statement. Das ist kein kleines Signal, das ist eine klare Ansage des Managements.
Ja, Entlassungen und Standortschließungen im Bereich COVID 19 Impfstoffproduktion sind hart und für die Mitarbeiter bitter. Aber wirtschaftlich ist dieser Schritt absolut logisch. Überkapazitäten ohne relevante Umsätze kosten nur Geld. Genau diese Kostenblöcke werden jetzt konsequent abgebaut.
Und gleichzeitig wird die Onkologiepipeline weiter nach vorne geschoben. Mehr Fortschritte in Phase 3 und Phase 2/3. Genau das ist der entscheidende Punkt. Die Zukunft liegt nicht mehr im Corona Geschäft, sondern in der Onkologie.... für die Onkologie braucht es andere Mitarbeiter und andere Standorte.... Anstellung und Entlassung stehen hier nicht im Widerspruch!
Und eines ist auch klar. Niemand startet ein Aktienrückkaufprogramm in dieser Größenordnung, wenn man nicht überzeugt ist, dass die Aktie auf diesem Niveau massiv unterbewertet ist.
Die Börse braucht manchmal einen Moment. Aber sie wird das einpreisen."
BTC123: "Oh wow, die Zahlen sind eine Katastrophe. Aber das war vorherzusehen. Ob sich BioNTech bis zum Verkauf der VIELLEICHT rettenden Krebsmedikamente erholt ist mehr als fraglich!"
little_bull.de: "Sind die Schliessungen nicht einfach eine logische Konsequenz der längst beendeten Pandemie und somit absehbar gewesen? Und somit neutral bis leicht positiv zu bewerten, weil wirtschaftlich notwendig und richtig? Am Ende war das Pandemiegeschäft doch nur ein "Unfall" und das eigentliche, ursprüngliche Ziel der Entwicklung und Vermarktung von Krebsmedikamente ist davon unberührt und weiterhin on Track. Nur, dass Biontech unter dem Strich eine vollere Kriegskasse hat, eben wegen der Pandemie. Nur meine bescheidene und laienhafte Einschätzung, ich lasse mich gerne korrigieren und belehren!"
No_Nickname: "Wenn ich in den letzten Jahren richtig gelesen habe, so will Biontech erste Krebstherapien bis 2030 auf den Markt bringen. Was ist daran nicht zu verstehen?
Vorher gibt es eine Menge zulassungsrelevanter Studien, Daten und Veröffentlichungen und auch Anträgen. Das sind aber keine ( auch nicht vorläufige ) Zulassungen und schon gar keine Gewinne auf Zugelassenes. Ich denke aber trotzdem, solange brauchen wir nicht warten. Es kommt oft unverhofft (wie hier, ohne Hoffnung). Man bedenke die Sonderzulassungen oder z.B. den 'Fast Track Status' oder die Kraft von BMS. Die Covid19 Story dagegen läuft so, wie die Covid19 Story eben läuft, von jedem Laien vorhersehbar."
darauf BTC123: "Okay, das heisst weitere 4 Jahre kein Geld verdienen? Puh!"
RealJoker: "Dass es überhaupt noch Umsatz mit Corminaty gibt , liegt wohl daran, dass es immer noch Verträge mit Abnahmemengen gibt. Anschließend wird der Stoff vernichtet."
Wienfahrt: "Ich habe dasselbe bei Moderna erlebt....auch Kostensenkungen durch Personalabbau...die Firma durchlebt jetzt die Transformation zu einem Industrieunternehmen in der Pharmabranche."
Petersylvester: "Erst Milliarden für den Kauf von CureVac, nach einen 1/2 Jahr komplette Schließung von CureVac in Tübingen (800 Jobs). Nix mit weiter mNRA Forschung in Tübingen. Boris Palmer ist enttäuscht, frustriert vom Management. So funktioniert "Groß"🤔"
darauf Entropist: "Angesichts dieses Raubtierkapitalismus müssten die Anleger hier eigentlich jubeln. Curevac übernehmen, Patente ausschlachten und dann schließen. Hätte ich unseren Vorständen so nicht zugetraut. Wahrscheinlich sind sie dafür auch gar nicht verantwortlich und gehen unter anderem deshalb."
Watchingtheflood: "Es ist seit mindestens 4 Jahre klar, dass die Covid-Impfung ein Auslaufmodell ist und ich bin schon erstaunt, wieviel in den letzten Jahren damit überhaupt noch umgesetzt werden konnte. Dass man diese Kapazitäten herunterfährt erfolgt also mit Ansage. Dass man bei Curevac vor allem die Patente gekauft hat, sollte auch bekannt sein. Vielleicht sind noch ein paar Forschungs-Ansätze interessant, aber sicher nicht die Firma als solches.
Dann wissen wir, dass die Forschung auf die abtrünnige Insel ausgelagert wurde, weil das Umfeld für diese Forschungsrichtung hierzulande leider nicht gegeben ist.
Und wie gesehen, Pfizer und BMS können alles, was sich Biontech an Produkten ausdenkt, auch extern produzieren. Das ist auch schlau so. Produktion ist sehr aufwändig und kostenintensiv.
Der Gewerkschaftsmensch meint ja dann, den Rückgang von Arbeitsplätzen in D zu bemängeln und die nationale Sicherheit in Gefahr sehen zu müssen. Da sollte er vielleicht mal schauen, welche politischen Richtungen in diesem Land alles verunmöglichen und totbürokratisieren. Vielleicht würde ihm was auffallen."
Entropist: "Was die Öffentliche Meinung angeht, ist das eine Katastrophe. BioNTech ist bereits bei Impfgegnern extrem unbeliebt. Das kann man verkraften. Jetzt kommen Gewerkschaften und die Politiker der betroffenen Bundesländer/ Städte hinzu. Das muss sich nicht negativ auf den Kurs auswirken, da es betriebswirtschaftlich vermutlich sogar sinnvoll ist. Aber menschlich voll daneben und extrem abgehoben. Die 2000 Mitarbeiter kosten vielleicht 200 Mio Euro im Jahr. Ein Klacks im Vergleich zu den Summen, die hier sonst immer rumposaunt werden."
Spekulant66: "…es war zu erwarten, dass Überkapazitäten für den Corona Impfstoff geschaffen wurden und Curevac war da ja wenig erfolgreich 🤔Biontech wollte immer Onkologie-Impfstoffe produzieren und da warten die Investoren auf einen Durchbruch. Wenn der kommt super, wenn nicht 🙈"
RandomGambler1: "Die ( neuen ??? ) Vorgaben nach dem Abgang des Gründerpaares sind klar, - Hinwendung zu und Fokus auf Kommerzialisierung: Investitionen konzentrieren
sich auf die Weiterentwicklung der wachsenden Onkologie-Pipeline von BioNTech hin zur Kommerzialisierung,
einschließlich Pumitamig und ADC-Kandidaten. Bis 2030, da wird Überflüssiges versucht auszumisten. Klingt ziemlich hart und es sind neue Töne bei BioNTech, kein
Wohfahrtsverein.
Standorte unterliegen vermehrt wirtschaftlichen Aspekten. Zudem, Sparsamkeit ist per se kein Widersruch zu erfolgreichem Wachstum. Für Aktionäre eigentlich der richtige Tonfall über allem, bei angemessenen Zielsetzungen, also bitte..."
darauf Gruenspan59: "Kann mir jemand erklären, wenn denn alles so positiv ist, warum der Kurs in den Keller geht?"
darauf Entropist: "Das liegt vermutlich nicht an den Standortschließungen, sondern daran, dass Einnahmen aus der Onkologie erst 2030 in Aussicht gestellt werden. Obwohl bereits dieses Jahr ein Zulassungsantrag gestellt werden soll. Wie passt das zusammen? Und wie passt ein Aktienrückkaufprogramm zur Genehmigung einer Kapitalerhöhung? Das eine ist doch praktisch das Gegenteil des anderen."
Sailer2020: "Ich bin mit dem heutigen Tag zufrieden, besonders wenn jetzt noch ein starker CEO gefunden wird. Ja, die Aktie geht heute ins Minus. Der Markt hat die
Dimension dieser Schritte aus meiner Sicht noch nicht richtig eingeordnet. Oft dauert es ein oder zwei Tage, bis solche Entscheidungen wirklich verarbeitet und verstanden werden.
Eines ist klar: Jobabbau ist immer ein sensibles Thema. Bei Firmen ohne Cash, ohne Perspektive und ohne Zukunft ist das oft der Anfang vom Ende. Bei einer Firma wie BioNTech, die über enorme
Liquidität verfügt und jetzt gezielt unrentable Bereiche beziehungsweise Überkapazitäten im Impfstoffgeschäft abbaut, war so etwas an der Börse historisch oft eher der Startschuss für eine
Trendwende.
Das beste Beispiel dafür ist Meta. Als dort erkannt wurde, dass die große Virtual Reality Vision in dieser Form nicht aufgeht, wurden ganze Bereiche geschlossen und tausende Stellen abgebaut.
Danach kannte die Aktie über lange Zeit nur noch eine Richtung.
Solche Prozesse brauchen Zeit, weil das strategische und kluge Entscheidungen sind.
Dazu kommt das Aktienrückkaufprogramm. Aktienrückkäufe sind in der Regel ein klares Signal des Vertrauens in das eigene Unternehmen. Eine Milliarde ist bei dieser Marktkapitalisierung ein
erheblicher Betrag. Das wird Wirkung zeigen. Statistisch ist das keine Garantie, aber häufig folgt darauf mittelfristig eine positive Kursentwicklung.
Die Pipeline ist voll, die Kasse ist voll. Jetzt geht es darum, die richtigen Weichen zu stellen und die richtigen Leute an die entscheidenden Positionen zu bringen.
Wenn in den Medien nur von 1500 Entlassungen gesprochen wird, ohne gleichzeitig zu erwähnen, dass BioNTech finanziell stärker dasteht als viele andere Unternehmen in Deutschland, dann fehlt einfach
der entscheidende Kontext. Der Unterschied ist doch: Hier wird nicht aus der Not heraus gespart, sondern aus strategischer Vernunft. Kosten werden gesenkt, solange man stark ist, nicht erst wenn es
zu spät ist. Gleichzeitig wird in die richtigen Bereiche investiert und neues Personal dort aufgebaut, wo Zukunft entsteht.
Für mich macht BioNTech aktuell vieles richtig. Forschung stimmt, Kapital ist vorhanden, der Umgang mit dem Kapital wirkt diszipliniert und ein Aktienrückkaufprogramm gibt es obendrauf.
Wenn jetzt noch ein starker CEO kommt, idealerweise jemand mit echter Onkologieerfahrung, könnte das der nächste wichtige Impuls sein.
An meiner Investmentidee hat sich heute nichts geändert. Im Gegenteil: Vieles entwickelt sich genau in die Richtung, die ich mir vorgestellt habe. Deshalb bleibe ich entspannt."
darauf Spekulant66: "guter Text. Ein Verfechter von Aktienrückkaufprogrammen bin ich trotzdem nicht. Wenn das Unternehmen nichts vernünftiges mit dem Cash anzufangen weiß, dann sollte es an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Immerhin bleibt ein Restrisiko, dass das mit den Forschungen doch nicht zum Erfolg führt oder länger dauert. Außerdem ist es der Allgemeinheit immer schwer zu vermitteln, dass man Stellen abbaut und gleichzeitig Aktien zurückkauft 🤔solches Vorgehen führt immer zu schlechter Presse 🤷♂️"
Krabata: "Curevac wurde nur übernommen um Patentstreitigkeiten aus den Weg zu gehen. Covid Impfstoff wird nicht mehr nachgefragt, also warum produzieren. 2026 werden Umsätze von mind. 2 Mrd. erwartet, also geht man von mind. einer Zulassung aus. Über 500 Mio. gehen jedes Quartal in Forschung und Entwicklung, daher der Verlust. Sollte mit jeden Studienabschluss weniger werden und dafür mehr Umsätze kommen, falls Zulassung erfolgt. Deshalb auch die Bemerkung, dass 2030 da erst Signifikant was hängen bleiben könnte, wenn man mal davon ausgeht, dass Forschungskosten gleich bleiben oder sogar sinken sollten, aber bis dahin ein paar Produkte zugelassen wurden und vermarktet werden."
stef12345: "Offensichtlich hat Curevac nichts Verwertbares zustande gebracht, außer ein paar grundlegende Patente. Die sind ja nun in guten Händen. Personal eingespart hatte Curevac auch schon selbst. Diese Anspruchshaltung von Politikern, Medien und ausgerechnet Schwurblern an Biontech ist einfach unverschämt. Da werden z.B. die 300 Mio Fördergelder aus 2020 als Argument hervorgekramt, aber die mehr als 3 Milliarden Steuereinnahmen durch Biontech sind kaum der Rede wert. Wenn jemand eine Impfstofffabrik für den Bedarfsfall bereithalten oder Forschung betreiben möchte, dann muss er das eben selbst finanzieren.
Und bei Verlagerung von Arbeitsplätzen im allgemeinen sind unsere Politiker doch die Hauptverantwortlichen durch immer weiter steigende Lohnnebenkosten, weil sie einfach nicht mit unserem Geld umgehen können."
little_bull.de: "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, zumindest aus Anlegersicht nicht. Betriebswirtschaftlich sind es gute Nachrichten."
Ares007: "Also ich kann die Aufregung überhaupt nicht nachvollziehen. Betriebswirtschaftlich wie bereits von einem Mitleser geschrieben, eine absolut nachvollziehbare und gute Entscheidung. Ich kann wirklich überhaupt kein Haar in der Suppe erkennen. Aktienrückkäufe auf diesem Niveau perfekt, Schließungen unrentabler Standorte wunderbar und letztlich Fokussierung auf die Pipeline. Wollt ihr hier mit diesem Invest Geld verdienen oder hat sich die Gewerkschaft eingeschlichen?"
Graueeminenz77: "BioNtech ist ein hervorragendes Beispiel wie man mit dem Staat Deutschland Geld macht ... erstmal wird im beschleunigten Verfahren ein mRNA "Wirkstoff" zur "Produktreife" gebracht, dann werden auf Kosten der Allgemeinheit Massenimpfungen durchgeführt (an dieser Stelle soll erwähnt sein dass ich keinen Corona Lügner bin sondern auch damals sehr sehr vorsichtig war) zu Preisen von "ich wünsche mir was" ... dann verlassen die beiden Gründer das Unternehmen, nehmen die wichtigsten Assets also das geistige Eigentum der mrna-Technologie mit und hinterlassen das, was in Deutschland demnächst noch öfter passieren wird: Leerstand in diversen Standorten mit Entlassungen. In Idar-Oberstein sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken wieder Edelsteine zu Schleifen 🤕... tut mir echt Leid für die Leute die daran geglaubt haben und den entsprechenden Regionen ... aber Verarsche ist nun mal Verarsche, sei es mit irgendwelchen Wunderpillen oder KI etc und dem was man dafür braucht ... "whatever it takes" dachten sich auch die beiden Gründer an der Goldgrube 12 🤔🤯🤒"
Wir hoffen, dass Ihnen dieser kurze Überblick über die Meinungen der wO-Community zur aktuellen Lage bei der der BioNTech SE gefallen hat oder vielleicht sogar hilfreich für Ihre Anlagestrategie ist. Wenn Sie auch Ihre Ansichten zu Finanzen, Geldanalge und Wirtschaft teilen möchten, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich auf wallstreetONLINE anmelden und an der Diskussion teilnehmen würden.
Viel Erfolg an der Börse und viel Spaß auf wallstreetONLINE wünscht
Ihr Hardy Schilling, Head of Community

