China-Hilfe für Autobauer
Stellantis setzt auf China-Technik – Opel vor brisantem Elektro-Umbau
Stellantis setzt bei Opel auf China-Technik von Leapmotor – doch der Elektroplan zeigt auch, wie groß der Druck auf Europas Autobauer geworden ist.
- Stellantis bringt Leapmotor-Technik in Opel-SUV
- Produktion in Figueruelas geplant ab 2026 für Europa
- Mehr Abhängigkeit von chinesischer Technik und Kosten
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Stellantis führt Gespräche mit dem chinesischen Partner Leapmotor über den Ausbau der strategischen Partnerschaft und die Steigerung der Produktion von elektrisch betriebenen Opel C-SUVs im Werk Figueruelas in Saragossa, Spanien. Der Automobilhersteller gab am Freitag bekannt, dass das Joint Venture Leapmotor International die Produktion von Elektrofahrzeugen in Europa vorantreiben und die Produktion des C-SUV-Modells B10 von Leapmotor ab voraussichtlich 2026 in das Werk bringen wird.
Im Rahmen der erweiterten Partnerschaft planen die beiden Unternehmen vorbehaltlich bestimmter Bedingungen eine gemeinsame Einkaufs- und Lieferkettenkooperation über ihr Joint Venture, um die Bezahlbarkeit zu verbessern, die Lieferkette zu stärken und die Markteinführung neuer Modelle zu beschleunigen. Stellantis will chinesische Elektroauto-Technik nutzen, um in Europa schneller und günstiger konkurrenzfähige E-Autos zu bauen.
Im Werk in Saragossa wird bislang unter anderem der Peugeot 208 und der Lancia Ypsilon produziert. Strategisch wichtig ist die Kostenfrage. Stellantis will über das Joint Venture Leapmotor International günstigere Komponenten und Einkaufsstrukturen nutzen. Ziel ist es, bezahlbare Elektroautos für Europa schneller auf den Markt zu bringen. Das Joint Venture gehört zu 51 Prozent Stellantis und zu 49 Prozent Leapmotor; Stellantis hält zusätzlich rund 21 Prozent an Leapmotor.
Für Opel könnte das ein wichtiger Schritt werden. Das geplante C-SUV dürfte im kompakten SUV-Segment antreten und damit in einem besonders volumenstarken Markt. Reuters hatte bereits im April berichtet, dass die Produktion eines Opel-Modells mit Leapmotor-Technik ab 2028 in Spanien im Gespräch sei, mit einem möglichen Ziel von etwa 50.000 Fahrzeugen pro Jahr.
Auch das Werk Villaverde in Madrid spielt eine Rolle. Stellantis und Leapmotor prüfen, dort ab der ersten Hälfte 2028 neue Leapmotor-Modelle für Europa sowie den Nahen Osten und Afrika zu bauen. Gleichzeitig wird offenbar über eine Übertragung des Werks an die spanische Tochter von Leapmotor International gesprochen. Das ist relevant, weil dort die Produktion des Citroën C4 auslaufen soll.
Für Anleger ist das zweischneidig: Positiv sind niedrigere Entwicklungskosten, schnellere Modellstarts und bessere Auslastung in Spanien. Heikel ist, dass Opel stärker von chinesischer Technik abhängig werden könnte – und dass Stellantis damit indirekt zeigt, wie groß der Rückstand europäischer Hersteller bei günstigen Elektroplattformen geworden ist.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
