Wall Street überrascht
Konkurrenz für SpaceX? Diese Raketenfirma zündet den Turbo
Rocket Lab überzeugt mit starken Zahlen, milliardenschweren Aufträgen und neuen Pentagon-Deals. Anleger wittern den nächsten Space-Giganten.
- Starkes Quartal mit Umsatzanstieg und Bruttogewinn
- Milliardenaufträge, größter Startvertrag und Backlog
- Pentagonprojekte, Hyperschalltests und Robotikübernahme
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Die Aktie von Rocket Lab legte nach den jüngsten Quartalszahlen kräftig zu. Doch nicht nur die Zahlen treiben die Euphorie an der Börse. Der Raumfahrtkonzern meldet gleich mehrere milliardenschwere Aufträge, neue Pentagon-Projekte und eine Übernahme im Robotikgeschäft. Anleger setzen darauf, dass Rocket Lab im boomenden Space-Markt zur ernsthaften Alternative für SpaceX werden könnte.
Die starken Aufträge und die optimistischen Prognosen kamen an der Börse hervorragend an: Vorbörslich legte die Aktie um 6,35 Prozent auf 83,57 US-Dollar zu (Stand 12:20 Uhr MESZ).
Im ersten Quartal erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200,3 Millionen US-Dollar. Der Bruttogewinn stieg auf 76,5 Millionen US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street deutlich. Für das laufende Quartal stellt Rocket Lab Erlöse zwischen 225 Millionen und 240 Millionen US-Dollar in Aussicht. Analysten hatten bislang mit deutlich weniger gerechnet.
@wo_wallstreetonline Hot Take Friday: Die nächste SpaceX-Aktie? +300 % in einem Jahr, Milliardenaufträge vom Pentagon – und plötzlich wird Rocket Lab ernst genommen. Hype oder echter Herausforderer? #HotTakeFriday #Finanzen #Aktien #SpaceTech #RocketLab #Rüstungsindustrie #Börse
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Pentagon setzt auf Rocket Lab
Besonders aufmerksam verfolgt der Markt jedoch die neuen Verteidigungsaufträge. Gemeinsam mit Raytheon, eine Tochterfirma von RTX Corporation, wurde Rocket Lab für ein Projekt der US Space Force ausgewählt. Dabei geht es um weltraumgestützte Abfangsysteme gegen moderne Raketenbedrohungen. Das Programm ist Teil der sogenannten "Golden Dome"-Initiative der US-Regierung.
Rocket-Lab-Präsident Brad Clevenger sagte: "Die Raketenabwehr der nächsten Generation, einschließlich der Fähigkeit, Hyperschallbedrohungen abzuwehren, ist eine Priorität der nationalen Sicherheit – eine Aufgabe, die das gemeinsame Team von Rocket Lab und Raytheon bereit ist zu erfüllen."
Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag von Anduril Industries über mehrere Hyperschall-Testflüge im Wert von 30 Millionen US-Dollar. Die Missionen sollen bereits innerhalb der nächsten 12 Monate starten.
Sir Peter Beck, Gründer und CEO von Rocket Lab, erklärte: "HASTE steht für Geschwindigkeit, Erschwinglichkeit und zuverlässige Tests der Hyperschalltechnologie [...]. Gemeinsam schließen [wir] so schnell wie möglich die Lücke zwischen Hyperschallforschung und operativem Einsatz, um sicherzustellen, dass die US-Streitkräfte ihren entscheidenden technologischen Vorsprung behalten."
Größter Raketenvertrag der Firmengeschichte
Parallel meldete Rocket Lab den bislang größten Startvertrag der Unternehmensgeschichte. Ein in der Pressemitteilung nicht genannter Kunde reservierte gleich mehrere Starts der Raketen "Neutron" und "Electron" für die Jahre 2026 bis 2029.
Damit wächst der Auftragsbestand des Unternehmens laut Firmenangaben auf mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar. Insgesamt umfasst das Startprogramm inzwischen mehr als 70 Missionen.
Beck sagte dazu: "Die Raumfahrtindustrie benötigt mehr Startkapazitäten, und zwar von Anbietern, die wissen, wie man diese bereitstellt."
Die Nachfrage nach den neuen "Neutron"-Raketen gilt als besonders wichtig. Das System soll künftig größere Satellitenkonstellationen, Regierungsmissionen und langfristig sogar bemannte Raumfahrt ermöglichen.
Zukauf stärkt Mars- und Militärgeschäft
Zusätzliche Fantasie bringt die geplante Übernahme von Motiv Space Systems. Das Unternehmen entwickelt Robotiksysteme für Raumfahrtmissionen und war unter anderem an der NASA-Marsmission "Perseverance" beteiligt.
Rocket Lab will mit der Übernahme wichtige Schlüsseltechnologien künftig selbst produzieren. Dazu gehören hochpräzise Steuerungs- und Bewegungssysteme für Satelliten und Raumfahrtmissionen.
Beck erklärte: "Wir identifizieren die besten Weltraumtechnologien, deren Skalierung bisher Schwierigkeiten bereitete, und integrieren sie in das Rocket-Lab-Ökosystem. Durch den Einsatz unserer Ressourcen, unseres Fachwissens und unserer Fertigungskapazitäten machen wir diese Technologien für die globale Raumfahrtindustrie zugänglicher und erschwinglicher."
An der Börse kommt die Kombination aus Wachstum, Verteidigungsaufträgen und Milliarden-Backlog hervorragend an. Die Aktie hat sich binnen 12 Monaten bereits mehr als verdreifacht. Anleger wetten darauf, dass der Wettlauf ins All gerade erst begonnen hat.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
