Zweifel an OpenAI
SoftBank kürzt KI-Deal drastisch – Investoren werden skeptisch
SoftBank wollte mit einem gigantischen Kredit auf OpenAI setzen. Doch Investoren zweifeln zunehmend an der Bewertung und dem Wachstum der KI-Firma.
- SoftBank reduziert OpenAI-Kredit von 10 auf 6 Mrd
- Investoren zweifeln an OpenAI Bewertung
- Rating S&P senkt Ausblick und mahnt Liquidität
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SoftBank reduziert offenbar seine ambitionierten Finanzierungspläne rund um OpenAI deutlich. Der japanische Technologiekonzern will statt der ursprünglich angepeilten 10 Milliarden US-Dollar nun möglicherweise nur noch bis zu 6 Milliarden US-Dollar über einen kreditfinanzierten Deal aufnehmen. Das berichteten mit den Gesprächen vertraute Personen gegenüber Bloomberg.
Zweifel an OpenAI wachsen
Hintergrund sind zunehmende Bedenken potenzieller Geldgeber. Mehrere Investoren sollen Schwierigkeiten gehabt haben, eine realistische Bewertung für das nicht börsennotierte KI-Unternehmen OpenAI festzulegen. Vor allem private Kreditfonds, Banken und Hedgefonds hätten deshalb zurückhaltender reagiert.
Die Gespräche über den Kredit laufen laut den Insidern bereits seit Mitte März. Endgültig entschieden sei die Höhe der Finanzierung aber noch nicht.
Zusätzlichen Druck erzeugen Berichte über schwächere Geschäftszahlen bei OpenAI. Das Wall Street Journal meldete im April unter Berufung auf Insider, dass das Unternehmen Anfang 2026 mehrere monatliche Umsatzziele verfehlt habe. Konkurrent Anthropic habe besonders im Geschäft mit Programmierlösungen und Unternehmenskunden Marktanteile gewonnen.
Dem Bericht zufolge erreichte OpenAI zudem ein internes Ziel von 1 Milliarde wöchentlichen ChatGPT-Nutzern bis Ende 2025 nicht.
OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar widersprach den Zweifeln jedoch deutlich. Das Unternehmen erfülle seine Ziele und sehe "eine senkrechte Wand der Nachfrage" nach seinen Produkten, sagte sie.
Milliardenwette auf den KI-Boom
Der SoftBank-Gründer Masayoshi Son treibt den Ausbau des KI-Geschäfts trotz der Risiken aggressiv voran. Der Konzern hat bereits hohe Schulden aufgenommen, um seine Beteiligungen an OpenAI auszubauen.
Erst vor kurzem sagte SoftBank weitere 30 Milliarden US-Dollar für OpenAI zu. Bereits zuvor hatte der Konzern mehr als diesen Betrag investiert. Im März sicherte sich SoftBank zudem einen Kredit über 40 Milliarden US-Dollar, die bislang größte Finanzierung des Unternehmens.
Doch die Märkte reagieren zunehmend nervös. Zwar stieg die SoftBank-Aktie seit Jahresbeginn um 39 Prozent und entwickelte sich damit deutlich besser als Japans Leitindex Topix mit 12,3 Prozent Plus. Gleichzeitig verteuerten sich jedoch die Absicherungskosten gegen einen möglichen Zahlungsausfall des Konzerns deutlich. Die sogenannten Credit Default Swaps legten 2026 um rund 61 Basispunkte zu.
Ratingagentur schlägt Alarm
Auch die Ratingagentur S&P Global Ratings sieht Risiken. Im März senkte sie den Ausblick für SoftBank von "stabil" auf "negativ". Die Analysten warnten, dass die milliardenschweren OpenAI-Investitionen die Liquidität des Konzerns belasten und die Qualität seiner Vermögenswerte verschlechtern könnten.
SoftBank selbst wollte die laufenden Gespräche gegenüber Bloomberg nicht kommentieren.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die SoftBank Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,20 % und einem Kurs von 32,82EUR auf Tradegate (08. Mai 2026, 13:37 Uhr) gehandelt.
