Mit Buffetts Hilfe
So will die Versicherungs-Perle Tokio Marine zur globalen Größe aufsteigen
Tokio Marine sticht mit Berkshire Hathaway in See: Die neue Allianz könnte das Übernahmebudget des Konzerns vervielfachen – und die Aktie hat laut Berenberg noch lange nicht ihr Ziel erreicht.
- Allianz mit Berkshire und NIC als Gamechanger
- Berenberg empfiehlt Kauf mit rund 28 Prozent Kursziel
- Berkshire-Allianz kann Übernahmebudget vervielfachen
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Die Investmentbank Berenberg hat Tokio Marine Holdings erstmals mit einer Kaufempfehlung in ihre Beobachtung aufgenommen und sieht beim japanischen Versicherungskonzern ein Kurspotenzial von rund 28 Prozent. Das Kursziel für die Tokioter Börsennotiz liegt bei 9.060 Yen, für den US-amerikanischen Handelsplatz bei 57,70 US-Dollar. Ausschlaggebend für den optimistischen Ausblick ist eine strategische Allianz mit der Berkshire-Hathaway-Tochter National Indemnity Company, die Berenberg als Gamechanger für das Übernahmegeschäft des Konzerns einstuft.
Die Partnerschaft, die Ende März 2026 bekanntgegeben wurde, sieht zunächst eine Beteiligung von 2,5 Prozent vor, die auf bis zu 9,9 Prozent ausgebaut werden kann. Kern der Kooperation sind drei Säulen: eine strategische Kapitalverflechtung, eine Rückversicherungsvereinbarung sowie die gemeinsame Jagd nach Übernahmezielen. Berenberg schätzt, dass Tokio Marine auf eigene Faust bis zu zehn Milliarden Dollar für Zukäufe mobilisieren könnte. Mit dem Rückenwind aus Omaha könnte dieser Betrag nach Einschätzung der Analysten ein Vielfaches davon erreichen.
Tokio Marine gilt seit Jahren als überaus aktiver Käufer auf dem internationalen Versicherungsmarkt. Seit dem Einstieg beim Londoner Lloyd's-Spezialisten Kiln im Jahr 2008 hat der Konzern laut Berenberg insgesamt rund 21 Milliarden US-Dollar in ausländische Zukäufe gesteckt. Die Rendite auf diese Investitionen liegt demnach bei etwa 21 Prozent und damit deutlich über den eigenen Kapitalkosten. Zu den größten Übernahmen zählen die amerikanischen Spezialversicherer Philadelphia Insurance Companies und HCC sowie der auf einkommensstarke Privatkunden zugeschnittene Anbieter PURE.
Trotz dieser starken Bilanz bleibt die Eigenkapitalrendite des Konzerns hinter globalen Branchengrößen wie Zurich, Allianz oder AXA zurück. Berenberg erwartet jedoch einen deutlichen Aufholprozess. Den Ausgangspunkt bilden rund 13 Prozent; mittelfristig rechnen die Analysten mit knapp 19 Prozent. Dazu beitragen sollen höhere Prämien im japanischen Sachversicherungsgeschäft, der Abbau konzerneigener Überkreuzbeteiligungen sowie die Expansion des gebührenbasierten Lösungsgeschäfts. Der Verkauf dieser sogenannten Business-related Equities soll bis Ende des Geschäftsjahres 2029 abgeschlossen sein; der verbleibende Bestand hat zum gegenwärtigen Kurs einen Marktwert von umgerechnet rund zehn Milliarden US-Dollar.
Die Analysten sehen in der Berkshire-Allianz eine direkte Parallele zur Rettungsinvestition des US-Konglomerats in Swiss Re während der Finanzkrise 2009. Analyst Michael Huttner schreibt, das Ziel der Partnerschaft sei es, "TMs bewährte Akquisitionskompetenz mit NICOs Kapitalstärke zu verbinden." Das operative Ergebnis soll laut Modellrechnung bis 2028 auf 956 Milliarden Yen steigen, verglichen mit 609 Milliarden im Geschäftsjahr 2024. Die Dividende je Aktie soll in diesem Zeitraum von 172 auf rund 293 Yen wachsen, was einer jährlichen Steigerung von etwa zehn Prozent entspricht.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Tokio Marine Holdings Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,62 % und einem Kurs von 38,99EUR auf Tradegate (08. Mai 2026, 14:39 Uhr) gehandelt.
