Haushohe Erwartungen
Nvidia vor Quartalszahlen: Goldman Sachs sieht 20 Prozent Kurspotenzial
Goldman Sachs erwartet von Nvidia ein starkes Quartal. Die eigentliche Frage ist, wie weit die Rechenzentrum-Prognose übertroffen wird. Was Anleger beim Ergebnis genau beobachten sollten.
- Goldman Sachs bestätigt Kauf und erhöht Schätzungen
- Rechenzentrumumsatz soll die Billionenmarke übertreffen
- Wachstum durch KI‑Agentenbedarf und neue CPU‑Server
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Kurz vor den Quartalzahlen von KI-Krösus Nvidia am 20. Mai haben die Analysten von Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung für den Chiphersteller bekräftigt und ihre Gewinnschätzungen deutlich angehoben. Das Kursziel liegt bei 250 US-Dollar – rund 20 Prozent über dem aktuellen Kurs von knapp 208 Dollar. Die Bank hebt ihre Umsatz- und Gewinnprognosen im Schnitt um etwa zwölf Prozent an.
Im Mittelpunkt der Analyse steht Nvidias Rechenzentrumsgeschäft. Das Unternehmen hatte auf seiner Entwicklerkonferenz GTC eine kumulierte Umsatzperspektive von einer Billion US-Dollar aus den Produktplattformen Blackwell, Blackwell Ultra und Rubin für die Jahre 2025 bis 2027 in Aussicht gestellt.
Goldman Sachs erwartet nun, dass Nvidia diese Marke deutlich übertreffen wird – und dass die Quartalspräsentation entsprechende Hinweise liefert. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 rechnen die Analysten mit einem Gesamtumsatz von rund 80 Milliarden US-Dollar, was rund zwei Milliarden über dem Konsens läge. Beim bereinigten Gewinn je Aktie liegen die Goldman-Schätzungen für das erste und zweite Quartal jeweils sieben beziehungsweise acht Prozent über dem Marktdurchschnitt.
Ein weiteres Thema, das Investoren laut den Analysten genau verfolgen werden, ist die wachsende Nachfrage nach Prozessorleistung für sogenannte KI-Agenten – also Systeme, die eigenständig Aufgaben übernehmen und koordinieren. Nvidia plant, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 reine CPU-Serverracks auszuliefern, die speziell für solche Anwendungsfelder konzipiert sind. Goldman Sachs sieht darin ein mittel- bis langfristig bedeutsames Zusatzgeschäft, das im aktuellen Bewertungsrahmen noch kaum berücksichtigt ist.
Trotz der insgesamt optimistischen Einschätzung warnen die Analysten vor übertriebenen kurzfristigen Erwartungen: Die Messlatte für eine positive Kursreaktion am Berichtstag sei angesichts bereits eingepreister starker Lieferkettendaten – etwa von TSMC und SK Hynix – sowie erhöhter Investitionsbudgets amerikanischer Hyperscaler hoch. Die Aktie handelt derzeit mit einem deutlichen Abschlag gegenüber ihrem historischen Durchschnittsbewertungsniveau.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die NVIDIA Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,79 % und einem Kurs von 181,7EUR auf Tradegate (08. Mai 2026, 15:32 Uhr) gehandelt.
