160 Prozent am ersten Tag

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    Hammerstart an der Börse - Technologiekonzern aus Schweden geht direkt steil!

    Ist ein neuer Börsenstar geboren? Ein eher unbekannter Technologiekonzern aus Schweden geht an die Börse und schlägt voll ein. Die Aktie musste direkt am ersten Tag vom Handel ausgesetzt werden. Ist das erst der Anfang?

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    160 Prozent am ersten Tag - Hammerstart an der Börse - Technologiekonzern aus Schweden geht direkt steil!

    Der schwedische Spezialist für Mikrochips hat an seinem ersten Tag an der Börse ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Die Papiere von Silex Microsystems erfuhren eine so große Nachfrage, dass der Handel mit der Aktie sogar ausgesetzt werden musste. 

    Zu einem Ausgabepreis von 81 schwedischen Kronen (SEK) startete die Aktie Ende vergangener Woche an der Nasdaq Stockholm. Der Emissionspreis war allerdings eine sehr kurze Momentaufnahme. In der Spitze schoss die Aktie auf rund 210 SEK ein Plus von rund 160 Prozent. Warum reißen sich die Anleger um die Papiere des schwedischen Technologiekonzerns?

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    TSMC für MEMS

    Silex ist kein klassischer Chipdesigner wie Nvidia, AMD oder ARM. Das Geschäftsmodell erinnert eher an das Foundry-Modell von TSMC. Die Schweden sind ein spezialisierter MEMS-Foundry-Konzern. Anders als bei TSMC geht es nicht um Hochleistungschips für Rechenzentren, sondern um hochspezialisierte Mikrokomponenten für Sensorik, Medizintechnik, Telekommunikation, Industrie und Mobilität. 

    MEMS steht für mikroelektromechanische Systeme. Dabei handelt es sich um winzige Bauteile, die Bewegung, Druck, Vibrationen oder optische Signale messen, steuern oder umwandeln können. Die MEMS werden beispielsweise in Beschleunigungssensoren von Smartphones, in DNA-Analysegeräten, in optischen Komponenten und in Lidar-Systemen für autonomes Fahren eingesetzt.

    Der Unterschied zu KI-Chips ist, dass es nicht nur auf das Design der MEMS ankommt, die Kunden brauchen auch einen zuverlässigen Partner, der sie sicher in großen Menge produzieren kann. Genau dieser Aspekt macht Silex interessant für Kunden und Anleger. 

    Schneller Übergang in die Produktion

    Der Konzern wurde 2000 von Forscher der Chalmers University of Technology und des KTH Royal Institute of Technology gegründet. Aus dem Forschungsprojekt wurde schnell ein industrieller Fertigungskonzern. Nur zwei Jahre später eröffnete Silex seine Fertigungsstätte in Järfälla, die es bis heute nutzt und durch einen Teil der Emissionserlöse weiter ausgebaut werden soll. 

    USA im Visier 

    Der Börsengang spülte Silex umgerechnet rund 185 Millionen Euro in die Kasse. Ein Großteil davon soll für die Expansion in die USA genutzt werden. Vorstandschef Edvard Kälvesten erklärte gegenüber Finwire:  "Die USA sind unser wichtigster Markt. Es ist strategisch richtig, nah bei einigen unserer größten Kunden präsent zu sein und die Time-to-Market zu verkürzen."

    Gleichzeitig sieht der Vorstandsvorsitzende von Silex seinen Konzern in einer glänzenden Lage: "Der Markt für MEMS-Technologie wächst, unter anderem getrieben durch KI, Automatisierung und fortschrittliche Sensortechnik. Durch unsere Expansion stärken wir unsere weltweit führende Position weiter."

    Große Pläne

    Silex plant bis 2030 seinen organischen Nettoumsatz auf 2,5 Milliarden SEK (rund 230 Millionen Euro) zu steigern. Das entspricht gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 in etwa einer Verdopplung. Laut dem IPO-Prospekt haben die Schweden vergangenes Jahr einen Umsatz von  1,38 Milliarden SEK erwirtschaftet. Die operative Marge soll mittelfristig auf etwa 30 Prozent steigen. 

    Mein Tipp: Hype hält an

    An nur einem Tag ist Silex zum neuen Börsenstar aus Schweden aufgestiegen. Das Nordlicht ist zwar kein klassischer KI-Chipwert, aber profitiert vom gleichen Grundnarrativ: Die Welt braucht mehr spezialisierte Hardware, mehr Sensorik und mehr Präzision. Das garantiert, dass die Nachfrage weiter steigt und es ist genau das, was die Investoren aktuell suchen.

    Die Erfolgsgeschichte von Silex ist aber keinesfalls schon geschrieben. Die Schweden haben noch einige Hürden vor der Brust, um im Konzert der ganz großen mitzuspielen. Mit X-FAB, einem Konzern, der seine ursprünglichen Wurzeln in Deutschland hat, ist schon ein Konkurrent auf dem Markt. Das mittlerweile belgische Unternehmen hat zwar ein breiter diversifiziertes Geschäftsmodell, ist aber auch schon gut im Markt vernetzt.

    Silex hat mit dem Börsengang eine Menge Vorschusslorbeeren erhalten. Jetzt liegt es an den Schweden, diese hohen Erwartungen zu erfüllen. Bedeutet: Ein anhaltendes profitables Wachstum muss präsentiert werden. Sollten erste Zweifel an der Story, die sich wirklich gut anhört, aufkommen, dann könnte sich das schnell in fallende Kurse niederschlagen. 

    Erste warnende Stimme ist schon da

    Affärsvärlden, ein schwedisches Finanzmagazin, das die Aktie von Silex zum "Zeichnen" empfohlen hatte, plädiert schon für Gewinnmitnahmen: "Bei der aktuellen Bewertung ist es für uns eine recht einfache Entscheidung, Gewinne zu realisieren und gegenüber Silex eine neutrale Haltung einzunehmen."

    Anleger sollten daher erst einmal abwarten, ob einige Anleger diesem Rat folgen und dann entscheiden, ob die Aktie wieder auf einem attraktiven Niveau angekommen ist. 

    Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge

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    Verfasst vonRedakteurMarkus Weingran
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