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Drei deutsche Aktien unter zehn Euro – Schnäppchen oder Falle?
Lufthansa, TeamViewer und Evotec notieren alle unter zehn Euro. Doch Börsianer wissen: Ein niedriger Kurs bedeutet noch lange keine günstige Bewertung.
- Lufthansa mit günstigem KGV und hoher Dividende
- TeamViewer stark gefallen trotz stabiler EBITDA
- Evotec spekulativ durch Verkauf in Toulouse
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Lufthansa für 8,16 Euro, TeamViewer für 5,50 Euro, Evotec für 5,16 Euro: Auf den ersten Blick klingt das nach Schnäppchen. Doch ein niedriger Aktienkurs sagt nichts über den Wert eines Unternehmens aus. Entscheidend sind Bewertungskennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, der Kurs-Buchwert-Wert oder der freie Cashflow, nicht die Zahl auf dem Kurszettel. Was steckt also wirklich hinter den drei Kursen?
Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell bei rund 8,16 Euro, das 52-Wochen-Hoch lag bei 9,59 Euro. Das Unternehmen kämpft auf mehreren Fronten: Streikkosten und der Ölpreisanstieg haben das operative Ergebnis erheblich belastet. Dabei ist die Lufthansa fundamental kein klassischer Billigwert: Das KGV liegt bei 7,21 und die Dividendenrendite bei 4,4 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 7,77 Euro – wer jetzt einsteigt, zahlt bereits knapp darüber.
Der Fernwartungsspezialist TeamViewer steht für einen noch steileren Absturz. Auf Jahressicht hat die Aktie rund 60 Prozent verloren, einst zum IPO-Preis von 26,25 Euro gefeiert, aktuell sind es nur noch 5,50 Euro. Die Q1-Zahlen, die am 6. Mai veröffentlicht wurden, zeigen ein gemischtes Bild: Der Umsatz fiel um 3,4 Prozent auf 183 Millionen Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge stabil bei 45 Prozent blieb. Der operative Gewinn kletterte um 16,3 Prozent auf 61,9 Millionen Euro, und die Aktie hat charttechnisch ihren Abwärtstrend gebrochen.
Den spekulativsten Fall stellt Wirkstoffforscher Evotec dar. Vor drei Jahren handelten die Anteile noch zu Kursen über 20 Euro, es folgte ein langer und tiefer Absturz. Von ihren Tiefsständen Anfang April bei unter 5 Euro konnte sich die Aktie inzwischen etwas erholen, doch der Blick auf den Chart macht aktuell nur wenig Hoffnung.
Der Konzernumsatz sank im ersten Quartal um fast 22 Prozent auf 156,6 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis rutschte auf minus 21,9 Millionen Euro ab. Allerdings ist der Vergleich verzerrt: Im Vorjahresquartal hatte ein einmaliger Lizenzerlös das Ergebnis stark nach oben getrieben.
Strategisch geht der Konzern einen radikalen Weg: Der Verkauf der Produktionsstätte in Toulouse an Sandoz bringt rund 350 Millionen US-Dollar, mit weiteren Meilensteinzahlungen von über 300 Millionen US-Dollar bis 2028. RBC Capital Markets hält die Aktie mit einem Kursziel von 10 Euro auf "Outperform", die Deutsche Bank ist skeptischer und sieht den fairen Wert bei 4,50 Euro.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

