Gewinn steigt trotzdem!
Aramco-Chef warnt: Ölmarkt erholt sich frühestens 2027
Der Ölmarkt dürfte Jahre brauchen, um sich von der Hormus-Krise zu erholen, warnt der CEO von Aramco. Gleichzeitig meldet der Staatskonzern einen ordentlichen Gewinnsprung.
- Aramco-Chef sieht Jahre bis zur Marktregulierung
- Blockade in der Meerenge lässt Ölversorgung stocken
- Aramco meldet Gewinnsprung und stabile Dividende
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Die Meerenge von Hormus ist seit Wochen nahezu blockiert, rund eine Milliarde Barrel Öl haben die globalen Märkte in dieser Zeit nicht erreicht. Saudi Aramcos Konzernchef Amin Nasser rechnet nicht mit einer schnellen Normalisierung.
Selbst wenn der Schiffsverkehr durch die strategisch bedeutende Wasserstraße sofort wieder anlaufen würde, dauere es noch mehrere Monate, bis sich Angebot und Nachfrage weltweit wieder einpendelten, erklärte Nasser. Sollte die Blockade länger als wenige Wochen andauern, sei eine Marktnormalisierung erst im Jahr 2027 realistisch.
Die Aussagen des Aramco-Chefs verdeutlichen das Ausmaß der Verwerfungen, die der anhaltende Konflikt im Nahen Osten für die Energiemärkte bedeutet. Seit Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar ist der Tankerverkehr durch Hormuz weitgehend zum Erliegen gekommen. Der Ölpreis notiert nahe der Marke von 100 US-Dollar je Barrel.
Trotz dieser angespannten Lage legte Aramco im ersten Quartal deutlich zu. Der bereinigte Nettogewinn kletterte im Jahresvergleich um rund 26 Prozent auf umgerechnet etwa 33,6 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Höhere Preise für Rohöl, Kraftstoffe und Chemieprodukte sowie gestiegene Verkaufsmengen trieben das Ergebnis. Die Dividende, die für den saudi-arabischen Staatshaushalt von zentraler Bedeutung ist, blieb unverändert.
Der staatliche Ölgigant hat die Blockade bisher teilweise durch eine alternative Route abfedern können. Über die sogenannte Ost-West-Pipeline leitet Aramco Rohöl an den Roten Steg um, vorbei an Hormuz zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Die Volumina dort liegen allerdings noch unter dem Niveau vor Kriegsbeginn. Asien bleibt für Aramco trotz der verschärften Logistik der wichtigste Absatzmarkt und soll es auch bleiben, betonte Nasser.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

