Die Börse wird gierig
TKMS sitzt auf Rekord-Aufträgen – trotzdem verkaufen Anleger
20,6 Milliarden Euro Auftragsbestand, steigende Gewinne und Rückenwind durch Europas Waffenboom – trotzdem schicken Anleger die TKMS-Aktie ins Minus.
- 20,6 Milliarden Euro Auftragsbestand als Rekord
- Umsatz +10% auf 1,17 Mrd und EBIT +13% gesteigert
- Gewinn -41% auf 27 Mio belastet durch höhere Ausgaben
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Der deutsche Marineschiffbauer TKMS profitiert weiter vom weltweiten Rüstungsboom und hat nach einem starken ersten Halbjahr seine Jahresprognose bestätigt. Vor allem das Geschäft mit U-Booten und Sonartechnik sorgte für steigende Umsätze und Gewinne. An der Börse kamen die Zahlen zunächst gut an, zuletzt drehte die Aktie jedoch ins Minus.
Der Umsatz stieg in den sechs Monaten bis Ende März um gut zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und lag damit über den Erwartungen der Analysten. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) kletterte um rund 13 Prozent auf 60 Millionen Euro. Besonders das U-Boot-Geschäft sowie die Tochter Atlas Electronics trugen zur verbesserten Profitabilität bei.
Gleichzeitig erreichte der Auftragsbestand mit 20,6 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Trotz rückläufiger Auftragseingänge verfügt das Unternehmen damit über eine langfristig hohe Auslastung. Hintergrund ist die anhaltend starke Nachfrage nach Rüstungsgütern in Europa. Viele Staaten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben, um ihre militärische Abhängigkeit von den USA zu reduzieren.
"Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die militärischen Konflikte im Nahen Osten zwischen Israel, den USA und dem Iran haben zu einem dauerhaften Anstieg der globalen Verteidigungsausgaben geführt", erklärte das Unternehmen in seinem Quartalsbericht.
TKMS-Chef Oliver Burkhard sieht den Konzern weiter auf Wachstumskurs. "Den aktuellen Auftragsbestand können wir wie geplant mit unseren eigenen Werftstandorten abdecken. Mit Blick nach vorne prüfen wir aber schon jetzt mögliche internationale Partnerschaften."
Unter dem Strich sank der Gewinn allerdings um 41 Prozent auf 27 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch höhere Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Vertrieb.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet TKMS weiterhin ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent sowie eine operative Gewinnmarge von mehr als sechs Prozent. Analysten von Bernstein werteten vor allem die verbesserte Profitabilität im U-Boot-Geschäft sowie den hohen Auftragsbestand positiv. Die Margenentwicklung insgesamt blieb jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die TKMS Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -3,15 % und einem Kurs von 76,90EUR auf Tradegate (11. Mai 2026, 09:46 Uhr) gehandelt.

