VWs Milliarden-Wette

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    VW-Tochter Scout: Milliardenprojekt, Kostenstreit – und jetzt ein IPO?

    Scout prüft den Börsengang: VWs US-Wette wird teurer, soll aber mit Pick-ups, Hybriden und frischem Kapital den Durchbruch in Amerika schaffen.

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    VWs Milliarden-Wette - VW-Tochter Scout: Milliardenprojekt, Kostenstreit – und jetzt ein IPO?

    Scout, die amerikanische Tochtergesellschaft von Volkswagen, erwägt einen Börsengang als mögliche Finanzierungsoption. CEO Scott Keogh sagte dem Handelsblatt in dessen Montagsausgabe: "Das gesamte Scout-Projekt war von Anfang an darauf ausgelegt, strategische Investoren oder Partner zu gewinnen oder an die Börse zu gehen." Externes Kapital sei weiterhin eine Option, betonte er und verwies auf US-Investmentfonds, die sich auf die industrielle Revitalisierung der USA konzentrieren. Scout wurde bewusst als eigenständige Einheit innerhalb des Wolfsburger Konzerns gegründet.

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    Keogh wies auch die Kritik an den steigenden Projektkosten zurück. Er bezeichnete den sprunghaften Anstieg des gemeldeten Budgets von zwei auf drei Milliarden Dollar als Kommunikationsfehler. Die niedrigere Summe sei lediglich eine Mindestzusage gewesen, um Subventionen zu sichern, während das Gesamtbudget von Anfang an von VW genehmigt worden sei.

    Scout ist für Volkswagen eine große US-Wette: Pick-ups und große SUVs sind dort zentral, VW ist in diesem Segment aber schwach. Gleichzeitig steht der Konzern unter Kostendruck. Im 1. Quartal 2026 sank der Konzernumsatz auf 75,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis fiel um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, und VW verweist selbst auf Belastungen durch US-Zölle, China-Schwäche und hohe Investitionsanforderungen.

    Das Werk in Blythewood, South Carolina, wurde zunächst mit mehr als 2 Milliarden US-Dollar kommuniziert. Das Handelsblatt berichtete im Februar aber von 3 Milliarden US-Dollar. Scout erklärte damals, die 2 Milliarden US-Dollar seien eine garantierte Mindestinvestition im Rahmen der Vereinbarung mit South Carolina gewesen. Als ein Faktor gilt der zusätzliche Zuliefererpark für 300 Millionen US-Dollar.

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    Scout plant in South Carolina eine Fertigung auf mehr als 1.100 Acres, also rund 445 Hektar. Das Werk soll mehr als 4.000 Jobs schaffen und bei voller Auslastung bis zu 200.000 Fahrzeuge pro Jahr bauen können. Produziert werden sollen der SUV Scout Traveler und der Pick-up Scout Terra.

    Volkswagen führte den Scout ursprünglich 2022 als reines Elektrofahrzeug ein. Angesichts des sich verlangsamenden Wachstums der US-amerikanischen Elektrofahrzeugverkäufe erweiterte der Automobilhersteller sein Angebot jedoch später um Hybridmodelle. Scout will wie Tesla direkt an Kunden verkaufen und auf klassische Händler verzichten. Zwei US-Volkswagen-Händler haben VW deswegen verklagt und argumentieren, der Direktvertrieb verletze bestehende Händlervereinbarungen. Keogh verteidigte das Direktvertriebsmodell als den sinnvollsten Weg für den US-Markt.

    Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

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    Verfasst vonRedakteurPaul Späthling
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