Jetzt wird brutal skaliert
Trotz China-Krise will BYD 5,5 Millionen Autos raushauen
Schwacher Heimatmarkt, brutale Rabattschlacht und sinkende Margen – trotzdem hält BYD an seinen aggressiven Wachstumszielen fest und treibt die globale Expansion weiter voran.
- BYD treibt globale Expansion trotz schwachem Markt
- Ziele 5 Mio weltweit und 1,5 Mio international
- Margendruck durch Rabatte und starkes Profitminus
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Der chinesische Elektroautobauer BYD setzt trotz der schwächelnden Nachfrage im Heimatmarkt weiter auf Wachstum und treibt seine internationale Expansion aggressiv voran. Wie aus einer Mitteilung von JPMorgan nach Gesprächen mit dem Management hervorgeht, rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr mit steigenden Verkaufszahlen und einer stärkeren Entwicklung als bislang von vielen Analysten erwartet.
Im Heimatmarkt peilt BYD 3,5 bis 4 Millionen verkaufte Fahrzeuge an. Das würde einem Wachstum von bis zu 14 Prozent entsprechen, obwohl der chinesische Automarkt im April bereits den siebten Rückgang der Inlandsverkäufe in Folge verzeichnete. Besonders günstige Volumenmodelle stehen zunehmend unter Druck.
Weltweit strebt BYD 5 bis 5,5 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge an. Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt dabei das Auslandsgeschäft. Das Unternehmen bestätigte das Ziel von 1,5 Millionen internationalen Verkäufen und setzt verstärkt auf Europa. Bereits in den ersten vier Monaten des Jahres entfielen mehr als die Hälfte der internationalen Verkäufe auf Plug-in-Hybride. Zudem plant BYD spezielle Modelle exklusiv für den europäischen Markt.
Rückenwind kommt dabei auch von den gestiegenen Benzinpreisen infolge des Iran-Kriegs. Die Auslandsverkäufe von BYD stiegen im April um 71 Prozent. Gleichzeitig gerät der Wettbewerb im chinesischen Heimatmarkt immer stärker unter Druck durch Rabatte, sinkende Nachfrage und Überkapazitäten.
Deshalb versucht BYD zunehmend, margenstärkere Modelle in den Vordergrund zu rücken. Laut JPMorgan könnten Fahrzeuge mit ultraschnellen Ladelösungen bis Ende 2026 bereits mehr als 30 Prozent der Inlandsverkäufe ausmachen. Modelle wie der neue SUV "Great Tang" oder der überarbeitete Seagull mit LiDAR-Technologie sollen dabei helfen, höhere Preise und bessere Margen durchzusetzen.
Der Strategiewechsel kommt allerdings nicht ohne Belastungen. Im ersten Quartal brach der Nettogewinn von BYD um mehr als 55 Prozent auf 4,09 Milliarden Yuan (ungefähr 500 Millionen Euro) ein. Gleichzeitig investiert der Konzern massiv in neue Technologien, Batterien und die globale Expansion.
JPMorgan hält dennoch an seinem positiven Ausblick fest und bestätigte die Einstufung "Overweight" für die Aktie. Entscheidend dürfte nun werden, ob BYD die starke Nachfrage im Ausland nutzen kann, um die Schwäche im chinesischen Heimatmarkt auszugleichen – und ob die neuen Premium-Modelle tatsächlich wieder mehr Profit pro Fahrzeug bringen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

