Aktivist stockt auf
Dieser Investor hält jetzt 15 % an Delivery Hero – und will den CEO loswerden
Ein aktivistischer Investor setzt Delivery Hero und dessen Chef Niklas Östberg zunehmend unter Druck: Der Hongkonger Vermögensverwalter Aspex Management hält nun rund 15 Prozent am Berliner Essenslieferdienst.
- Aspex hält rund 15 Prozent an Delivery Hero
- Prosus verkaufte Anteile zu 22 Euro je Aktie
- Aspex fordert Rückzug aus Regionen und Chefwechsel
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Das Aktienpaket stammt vom bisherigen Großaktionär Prosus, der niederländischen Beteiligungsholding, die einen Anteil von fünf Prozent zu je 22 Euro je Aktie an Aspex abgegeben hat. Das entspricht einem Aufschlag von gut zehn Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche – und liegt rund 22 Prozent über dem gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 30 Handelstage.
An der Börse kam die Nachricht gut an: Die Delivery-Hero-Aktie legt am Montagvormittag um rund 10 Prozent zu.
Für Östberg wird die Lage damit heikler. Aspex hatte den Konzern bereits in einem Schreiben aufgefordert, sich aus ganzen Regionen zurückzuziehen und den CEO auszutauschen. Mit dem aufgestockten Anteil verschafft sich der aktivistische Investor nun deutlich mehr Gewicht – und das ausgerechnet vor der Hauptversammlung am 23. Juni.
Prosus hingegen darf dort gar nicht abstimmen: Die Anteile werden treuhänderisch verwaltet, nachdem EU-Kartellbehörden den Konzern verpflichtet haben, seine Beteiligung an Delivery Hero bis zum Spätsommer unter die Zehn-Prozent-Marke zu drücken – eine Auflage im Zuge der Übernahme von Just Eat Takeaway.
Prosus baut seinen Anteil damit schrittweise ab. Bereits im April hatte die Holding viereinhalb Prozent an den US-Fahrdienstvermittler Uber veräußert, damals für rund 270 Millionen Euro. Nach dem jüngsten Verkauf hält Prosus noch knapp 17 Prozent an Delivery Hero.
Aspex-Gründer Hermes Li betonte, man wolle konstruktiv mit Aufsichtsrat und Management zusammenarbeiten, um den Unternehmenswert zu steigern. Ob das im Einklang mit der Forderung nach einem Führungswechsel steht, bleibt offen. Der Druck auf Östberg jedenfalls wächst – und die Uhr bis zur Hauptversammlung tickt.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
