Autoaktien auf dem Prüfstand

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    Die Chinesen kommen schneller als erwartet: Doch die VW-Aktie bleibt ein Kauf

    Fahrzeuge von BYD, Chery und Leapmotor breiten sich auf Europas Straßen aus, und zwar schneller als erwartet. Die Analysten von BofA stufen Stellantis und Renault ab. Nur VW behält seine Kaufempfehlung.

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    Autoaktien auf dem Prüfstand - Die Chinesen kommen schneller als erwartet: Doch die VW-Aktie bleibt ein Kauf

    Die Bank of America hat ihre Einschätzungen zu den drei großen europäischen Massenhersteller VW, Stellantis und Renault grundlegend überarbeitet – und kommt zu einem klaren Ergebnis: Nur Volkswagen bleibt ein Kauf, während Stellantis abgestuft wird und Renault seinen positiven Status verliert. Auslöser ist eine beschleunigte Offensive chinesischer Hersteller in Europa, die durch steigende Kraftstoffpreise zusätzlichen Rückenwind erhält.

    Den härtesten Schlag kassiert Stellantis. Die US-Investmentbank stuft den Peugeot- und Fiat-Mutterkonzern von Neutral auf Underperform ab und senkt das Kursziel von 7,50 auf 5,50 Euro. Der Vorwurf der Analysten ist klar: Der Markt preise eine Erholung ein, die sich noch nicht bestätigt habe. Zwar habe das erste Quartal gezeigt, dass der große Bilanzschnitt aus 2025 erste Früchte trage, ein nachhaltiger Turnaround sei aber nicht belegt.

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    Das US-Geschäft hänge stark an V8-Motoren und hohen Margen im Pickup-Segment – eine Wette, die bei anhaltend hohen Ölpreisen riskanter werde. In Europa erwirtschafte Stellantis trotz fast der Hälfte aller Auslieferungen kaum Gewinn. Für die Jahre 2027 und 2028 kalkuliert BofA mit deutlich niedrigeren Margen als der Konsens.

    Auch Renault verliert seinen Kaufstatus und wird auf Neutral zurückgestuft. Zwar sei die Aktie nach einem Kursverlust von rund 35 Prozent im Jahresvergleich günstig bewertet, Katalysatoren für eine Neubewertung fehlten jedoch zunehmend.

    Das starke erste Quartal beim Umsatz täusche: Höhere Rohstoffkosten, die BofA rechnet mit rund 600 Millionen Euro Belastung allein in diesem Jahr, sowie eine zunehmend margendrückende Verschiebung hin zu Elektroautos ließen die Gewinnerwartungen sinken. Dazu komme die exponierte Stellung im preissensiblen B-Segment, wo chinesische Anbieter wie Leapmotor, BYD und Chery besonders aggressiv aufträten. Die Analysten senken das Kursziel von 36 auf 33 Euro.

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    Volkswagen hingegen bestätigt BofA als einzigen Kauf in der Vergleichsgruppe – trotz eines gesenkten Kursziels von 115 auf 99 Euro für Vorzugsaktien. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 4 bis 5 auf Basis der Zwölfmonatsprognose sei zu niedrig für einen Konzern mit erheblichem Einsparpotenzial, argumentieren die Analysten.

    VW habe im Vergleich zu Renault oder Stellantis mehr Reserven bei Personalkosten, Werksauslastung, Forschungsausgaben und Betriebskosten. Hinzu kämen mögliche Erlöse aus dem geplanten Verkauf der Industrietochter Everllence sowie Beteiligungen an Porsche AG und Traton, die zusammen in etwa der gesamten Marktkapitalisierung des Konzerns entsprächen. "Das operative Geschäft wird damit implizit nahe null bewertet", schreiben die Analysten. Ein überraschendes Fazit, das allerdings nur gilt, wenn man Schulden und Pensionsverpflichtungen der Wolfsburger ausklammert.

    Hintergrund der Neubewertungen ist die rapide Ausbreitung chinesischer Hersteller in Europa. Ihr Marktanteil hat sich binnen eines Jahres auf rund 8 Prozent verdoppelt, angetrieben von BYD, Chery, SAIC und Leapmotor. Steigende Kraftstoffpreise beschleunigen den Wandel: Elektroautos aus China bieten vergleichbare Reichweiten zu rund 5 Prozent niedrigeren Preisen als europäische Modelle, Plug-in-Hybride sogar zu rund 30 Prozent günstigeren Konditionen.

    Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurJulian Schick
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