Ölmarkt vor Ausnahmezustand?
Aramco warnt: Öl-Schock könnte die Welt bis 2027 treffen
Aramco warnt vor dem größten Öl-Schock der Geschichte: Hormus-Störungen könnten den Markt bis 2027 aus dem Gleichgewicht bringen.
- Aramco warnt vor größtem Ölschock, Markt bis 2027
- Kapazität nachhaltig 12 Millionen Barrel pro Tag
- Straße von Hormus als zentraler Transportengpass
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Der saudische Staatsölkonzern Aramco könnte bei Bedarf innerhalb von drei Wochen eine maximale nachhaltige Ölförderkapazität von 12 Millionen Barrel pro Tag erreichen, sagte CEO Amin Nasser am Montag. Er sagte, der im ersten Quartal begonnene Energieversorgungsschock sei der größte, den die Welt je erlebt habe, und wenn die durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran bedingten Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz noch einige Wochen andauern würden, werde eine Normalisierung des Ölmarktes erst im Jahr 2027 erfolgen.
Nasser sagte laut Reuters, der Ölmarkt verliere rund 100 Millionen Barrel pro Woche, falls die Störungen in der Straße von Hormus in der aktuellen Form anhalten. Zudem rechnet Aramco mit anhaltender Nachfragerationierung, solange die Lieferungen durch Hormus gestört bleiben. Die 12 Millionen Barrel pro Tag sind Reserve- und Durchhaltekapazität, nicht aktuelle Produktion. Aramco wurde 2024 angewiesen, die maximale nachhaltige Förderkapazität bei 12 Millionen Barrel pro Tag zu halten und nicht wie ursprünglich geplant auf 13 Millionen Barrel pro Tag auszubauen. In der aktuellen Q1-Präsentation spricht Aramco von der Fähigkeit, die Produktion in weniger als 3 Wochen auf die maximale nachhaltige Kapazität hochzufahren.
Der Engpass ist nicht nur Förderung, sondern Transport. Aramco verweist auf die Ost-West-Pipeline quer durch Saudi-Arabien mit rund 7 Millionen Barrel pro Tag Rohölkapazität, davon etwa 2 Millionen Barrel pro Tag für Raffinerien. Diese Route erlaubt Exporte über das Rote Meer und damit teilweise vorbei an Hormus. Aber: Die Straße von Hormus bleibt der zentrale Flaschenhals. Laut EIA liefen 2024 im Schnitt rund 20 Millionen Barrel pro Tag durch die Meerenge, etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs an flüssigen Erdölprodukten.
Aramco beziffert die kumulierten Angebotsausfälle seit Beginn der Störung auf mehr als 1 Milliarde Barrel. Gleichzeitig seien Lagerbestände stark abgebaut und Raffineriemargen deutlich gestiegen — beides Hinweise auf physische Knappheit, nicht nur auf Spekulation am Terminmarkt. Reuters meldete ebenfalls, dass Nasser die bereits verlorenen rund 1 Milliarde Barrel als Grund dafür sieht, dass eine bloße Wiederöffnung der Route den Markt nicht sofort normalisieren würde.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Öl (Brent) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +2,88 % und einem Kurs von 103,6USD auf Lang & Schwarz (11. Mai 2026, 15:00 Uhr) gehandelt.

