KI macht Strom sexy
Siemens Energy schwimmt in Cash – Milliarden gehen an Aktionäre zurück
Rechenzentren treiben die Nachfrage nach Gasturbinen und Stromnetzen massiv an. Siemens Energy erhöht die Prognose und beschleunigt Milliarden-Rückkäufe.
- KI-Rechenzentren treiben Nachfrage nach Gasturbinen
- Siemens Energy hebt Prognose und erhöht Rückkäufe
- Rekordauftragseingang und starker Free Cashflow
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Der Boom rund um künstliche Intelligenz und Rechenzentren entwickelt sich für Siemens Energy zunehmend zum Wachstumstreiber über Jahre hinweg. Vor allem die starke Nachfrage nach Stromnetzen, Gasturbinen und Infrastruktur für energieintensive KI-Rechenzentren sorgt für volle Auftragsbücher bis weit in die 2030er Jahre hinein.
"Jetzt geht es darum, diese Aufträge in Umsatz, Umsatz in Marge und Marge in Cash umzuwandeln", sagte Finanzchefin Maria Ferraro im Interview mit Bloomberg Television.
Vor allem in den USA profitiert Siemens Energy von der stark steigenden Nachfrage nach Stromversorgung für Rechenzentren. Gasturbinen des Konzerns kommen zunehmend dort zum Einsatz, wo Netzengpässe neue Anschlüsse verzögern. Allein im ersten Halbjahr bis Ende März verbuchte Siemens Energy Aufträge für 179 Gasturbinen – fast so viele wie im gesamten Geschäftsjahr 2025 mit 194 verkauften Turbinen.
Die starke Nachfrage sorgte im zweiten Quartal für neue Rekorde beim Auftragseingang. Dieser stieg auf 17,7 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte mit 154 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch. Besonders stark entwickelten sich die Bereiche Gas Services und Grid Technologies. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,72 und signalisiert damit weiterhin kräftiges Wachstum.
Auch bei Umsatz und Gewinn legte der Konzern deutlich zu. Die Erlöse stiegen im Quartal auf 10,3 Milliarden Euro, während das Ergebnis vor Sondereffekten auf 1,16 Milliarden Euro kletterte. Unter dem Strich verdiente Siemens Energy 835 Millionen Euro nach 501 Millionen Euro im Vorjahr. Der Free Cashflow vor Steuern sprang auf knapp 2 Milliarden Euro.
Angesichts der robusten Entwicklung hob Siemens Energy seine Jahresprognose erneut an. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern nun ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent sowie einen Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro. Auch der Ausblick für den Free Cashflow wurde auf rund 8 Milliarden Euro erhöht.
Zugleich lässt Siemens Energy wegen der starken Mittelzuflüsse noch mehr Geld an seine Aktionäre zurückfließen. Das laufende Aktienrückkaufprogramm wird um bis zu 1 Milliarde Euro beschleunigt. Zusammen mit der bereits ausgezahlten Dividende summieren sich die Ausschüttungen im laufenden Geschäftsjahr damit auf bis zu 3,6 Milliarden Euro. Insgesamt will Siemens Energy bis 2028 bis zu 6 Milliarden Euro über Rückkäufe und Dividenden an seine Aktionäre zurückführen.
"Das Marktumfeld, in dem wir uns bewegen, bleibt trotz geopolitischer Unsicherheiten sehr positiv", sagte Konzernchef Christian Bruch. "Dass wir den Ausblick anheben, zeigt unsere Überzeugung, dass sich diese Entwicklung fortsetzt."
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

