Trotz Preisdruck
Munich Re verdient Milliarden – und sortiert knallhart aus
Munich Re startet mit 1,7 Milliarden Euro Gewinn stark ins Jahr. Niedrige Großschäden treiben das Ergebnis – trotz sinkender Preise.
- Gewinn im ersten Quartal 2026 1,714 Mrd Euro
- Niedrige Großschäden verbesserten Quartalsergebnis
- Reduzierung des Geschäftsvolumens um 18,5 Prozent
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Der Rückversicherer Münchener Rück, der seit 2009 unter dem Namen Munich Re auftritt, hat im ersten Quartal 2026 deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der Konzerngewinn stieg laut Quartalsmitteilung auf 1,714 Milliarden Euro nach 1,094 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Vor allem die geringe Belastung durch Großschäden trieb das Ergebnis an.
Finanzvorstand Andrew Buchanan sieht den Konzern damit auf Kurs: "Munich Re ist mit einem Quartalsgewinn von 1,7 Milliarden Euro sehr gut ins Jahr 2026 gestartet. Wir sind damit voll auf Kurs, unser diesjähriges Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen."
Auch operativ legte der Konzern deutlich zu: Das operative Ergebnis kletterte auf 2,23 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite erreichte annualisiert 19,7 Prozent, gleichzeitig erhöhte sich das Eigenkapital auf 34,6 Milliarden Euro.
An der Börse kamen die Zahlen zunächst dennoch nicht gut an: Die Aktie von Munich Re verlor auf Tradegate zeitweise 4,65 Prozent und notierte bei 476 Euro (Stand 09:17 Uhr MESZ).
Weniger Großschäden treiben die Rückversicherung
Besonders stark entwickelte sich das Rückversicherungsgeschäft. Der Bereich steuerte 1,479 Milliarden Euro zum Konzernergebnis bei. Im Schaden- und Unfallgeschäft verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote massiv auf 66,8 Prozent.
Die Belastung durch Großschäden fiel deutlich geringer aus als vor einem Jahr. Damals hatten vor allem die Waldbrände in Los Angeles das Ergebnis belastet. Im laufenden Quartal summierten sich Großschäden nur noch auf 130 Millionen Euro. Naturkatastrophen verursachten davon 55 Millionen Euro.
Auch die Sparte Global Specialty Insurance profitierte von der niedrigeren Schadenbelastung. Das Segment erzielte 202 Millionen Euro Gewinn. Die Schaden-Kosten-Quote sank auf 83,7 Prozent.
Belastungen brachte dagegen der Iran-Krieg, der Munich Re insgesamt rund 90 Millionen Euro kostete.
Munich Re zieht sich aus Teilen des Geschäfts zurück
Bei der Vertragserneuerung zum 1. April reduzierte der Konzern bewusst sein Geschäftsvolumen um 18,5 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Hintergrund waren sinkende Preise im Markt.
Munich Re verzichtete nach eigenen Angaben gezielt auf Verträge, die nicht die gewünschten Preise und Bedingungen boten. Trotz eines Preisrückgangs von 3,1 Prozent bewertet der Konzern das Marktumfeld weiter positiv.
Buchanan betonte: "Leichte Preisrückgänge bei der April-Erneuerung in der Schaden/Unfall-Rückversicherung trüben das positive Gesamtbild nicht: Das Preisniveau ist weiterhin gut und die Qualität unseres Portfolios hoch."
ERGO bleibt stabil
Die Erstversicherungstochter ERGO Group steuerte 235 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Besonders das Deutschlandgeschäft entwickelte sich positiv. Niedrigere Großschäden sorgten dort für höhere Gewinne im Schaden- und Unfallgeschäft. International belasteten dagegen hohe Schäden infolge eines strengen Winters in Polen und dem Baltikum.
Kapitalanlagen liefern Rückenwind
Auch das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich deutlich. Es stieg auf 1,682 Milliarden Euro. Munich Re profitierte dabei von stabileren Bewertungen an den Kapitalmärkten und geringeren Verlusten aus Verkäufen von Anlagen.
Trotz geopolitischer Unsicherheiten hält der Konzern an seinem Jahresziel fest. Für 2026 peilt Munich Re weiterhin einen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro an.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Münchener Rück Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -4,65 % und einem Kurs von 476EUR auf Tradegate (12. Mai 2026, 09:24 Uhr) gehandelt.
