Spielzeuggigant
Labubu-Schock bei Pop Mart: Auslandsboom bricht plötzlich ein
Pop Mart wächst weiter kräftig – doch im Ausland knickt der Boom ein. Analysten zweifeln bereits, ob der Labubu-Konzern sein Tempo halten kann.
Pop Mart galt als einer der heißesten Konsumwerte Asiens. Der Hype um die Marke Labubu trieb Umsatz und Fantasie – doch nun bekommt die Wachstumsstory erste Risse.
Zwar stieg der Umsatz im ersten Quartal 2026 noch um bis zu 80 Prozent. In China legten die Erlöse sogar um bis zu 105 Prozent zu. Doch ausgerechnet im Ausland, bislang der große Kurstreiber, lässt die Dynamik deutlich nach.
Besonders brisant: 2025 hatte Pop Mart den Gesamtumsatz noch um 185 Prozent gesteigert, die Erlöse außerhalb Chinas waren sogar um fast 300 Prozent gestiegen. Diese Extremwerte wirken nun wie eine Belastung. Denn der Konzern muss beweisen, dass Labubu mehr ist als ein kurzfristiger Kult.
In Nord- und Südamerika wuchs der Umsatz im Quartal nur noch um bis zu 60 Prozent und in der Region Asien-Pazifik um bis zu 30 Prozent. Noch schwächer sehen die Kreditkartendaten für die USA aus. Demnach sollen die Verkäufe im April um 42 Prozent gefallen sein, nach einem Minus von 45 Prozent im März.
Entsprechend werden Analysten vorsichtiger. So erwartet Morgan Stanley laut Bloomberg für das Gesamtjahr nur noch ein Umsatzwachstum von 13 Prozent. Die Deutsche Bank rechnet sogar mit einem Umsatzrückgang von 2 Prozent im Jahr 2026. Das liegt deutlich unter der Konzernansage von mindestens 20 Prozent Wachstum.
Pop Mart versucht, dem entgegenzusteuern, und arbeitet mit Sony Pictures an einem Labubu-Film. Doch an der Börse wächst die Skepsis: Seit der Veröffentlichung der Jahreszahlen Ende März hat die Aktie in Hongkong rund 25 Prozent verloren. Deutsche Bank und Morgan Stanley senkten ihre Kursziele.
Die entscheidende Frage lautet nun: Kann Pop Mart den Labubu-Zauber verlängern – oder war der Auslandsboom bereits der Höhepunkt?
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
Die Pop Mart International Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,10 % und einem Kurs von 18,00EUR auf Tradegate (12. Mai 2026, 11:48 Uhr) gehandelt.

