Kupfer schlägt Gold
Kupferpreis bricht massiv aus: Verpassen Anleger jetzt die große Kupfer-Rallye?
Der Kupferpreis bricht zur Stunde gewaltig aus. Und das mit Ansage! Das Industriemetall präsentiert sich in der aktuellen Phase deutlich stärker als Gold. Dennoch drohen Anleger die Kupfer-Rallye zu verpassen.
- Kupferpreis bricht über 6,2 US-Dollar aus
- Angebotsängste durch Grasberg und Hormusblockade
- LME-Bestände stabilisieren sich als Signal
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Aktuelle Kupferpreisentwicklung – Gewaltiger Ausbruch zeichnete sich ab
Bereits zum Zeitpunkt der letzten Kupfer-Kommentierung an dieser Stelle zeichnete sich das Ausbruchsszenario ab. Der Kupferpreis (COMEX) setzte zum damaligen Zeitpunkt den zentralen Widerstandsbereich um 6,2 US-Dollar unter Druck. Ein starkes Kaufsignal lag in der Luft. Nun ist es da und es begann, sofort seine Wirkung zu entfalten.
Im Vergleich zu Gold hat Kupfer die Nase vorn. Dabei zeichnet sich auch bei Gold eine 35 %-Rallye ab. Doch das Momentum will sich noch nicht so zeigen. Deutlich mehr Schwung hat indes Silber. Silber steht Kupfer in puncto Momentum in nichts nach. Der Silberpreis könnte ebenfalls vor einer massiven Rallye stehen.
Angebotsängste treiben Kupferpreis
Die Ölpreise steigen wieder. Brent Öl und WTI Öl legten aufgrund der jüngsten Entwicklungen wieder zu. Das hält die Anleiherenditen hoch. So stiegen die Renditen der wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen zuletzt wieder über die 4,4 Prozent. Der US-Dollar setzte am Devisenmarkt auch zu einer Erholung an. Der wichtige US-Dollar-Index kehrte dabei wieder über die Marke von 98 Punkten zurück. Während die Aktienmärkte die aktuellen Entwicklungen mit Vorsicht quittieren – Dax, Dow Jones Ind. etc. schwächeln – und auch Gold und Silber Tempo aus ihren Aufwärtsbewegungen nehmen, macht der Kupferpreis weiterhin Dampf, denn…
Am Kupfermarkt greifen Angebotssorgen um sich. Die Verzögerungen bei der vollständigen Wiederinbetriebnahme der Grasberg-Mine von Freeport-McMoRan wurden bereits Ende April an dieser Stelle thematisiert. Dem Kupfermarkt könnten somit im Jahr 2026 bis zu 136.000 Tonnen Kupfer allein von Freeport-McMoRan „fehlen“. Und von einer anderen Seite wird auch das Kupferangebot bedroht. Um Kupfer aus oxidhaltigen Erzen zu gewinnen, wird Schwefelsäure benötigt. Und deren Verfügbarkeit ist durch die Blockade der Straße von Hormus stark eingeschränkt. Etwa ein Fünftel der globalen Kupferproduktion wird aus oxidhaltigen Erzen gewonnen. Entsprechend ist nicht zuletzt die chilenische Kupferproduktion von dem Mangel betroffen. An dieser Stelle sei nur an die gewaltige Escondida-Kupfermine von BHP erinnert, die in der chilenischen Atacama-Wüste liegt.
Kupferlagerbestände an der LME stabilisieren sich – Fallen sie nun?
Seit Mitte Januar stiegen die Kupferlagerbestände an der LME rasant an. Dieser Anstieg lag wie ein Schatten über der Kupferpreisentwicklung. Seit wenigen Tagen ist eine Stabilisierung der Bestände zu beobachten – womöglich ist das der Beginn einer Top-Bildung. Sollte es zu deutlich sinkenden LME-Beständen kommen, wäre das ein weiterer wichtiger Faktor für die Rallye.
Verpassen Anleger jetzt die große Kupfer-Rallye?
Kupfer dürfte mit dem Ausbruch über die 6,2 US-Dollar eine fulminante Preisrallye losgetreten haben. Die zuletzt skizzierten Ziele von 7 US-Dollar und 7,5 US-Dollar könnten nur eine Durchgangsstation sein. Mittel- bis langfristig ist ungeachtet kurzfristiger Probleme unverändert mit einer deutlich anziehenden Kupfernachfrage zu rechnen. Allein das Thema KI-Rechenzentren hält den Kupfermarkt in Atem. Die Angebotsseite präsentiert sich gegenwärtig äußerst fragil. Weitere Hiobsbotschaften würden sofort und mit voller Wucht auf die Preise durchschlagen. Die Chancen auf eine ausgedehnte Kupfer-Rallye stehen gut. Dennoch droht ein Großteil der Anleger, diese Chancen zu verpassen. Der gewaltige Sturm, der vor allem im Februar und März über die Metalle hinwegfegte, hat viele Anleger verschreckt. Und viele sind noch nicht bereit, sich dem Markt wieder zu stellen. Dabei sollte man genau jetzt, ganz genau hinsehen.
Aus charttechnischer Sicht zeichnen sich die Ziele auf der Oberseite klar ab. Um das Momentum nicht zu gefährden, sollten etwaige Rücksetzer im besten Fall auf 6,0 US-Dollar begrenzt bleiben. Die zentrale Unterstützung ist in den Preisbereich von 5,5 US-Dollar zu verorten.
Fazit - Kupfer schlägt Gold (vorerst)
Bewertet man die jüngste Entwicklung der Gold-Kupfer-Ratio dann ist der Sachverhalt klar. Kupfer hat aktuell das größere Momentum auf seiner Seite und entsprechend gegenüber Gold die Nase vorn. Derzeit nähert sich die Gold-Kupfer-Ratio der Marke von 720 und damit einem neuen Mehrmonatstief. Ob nun Kupfer im Vergleich zu Gold tatsächlich die bessere Wahl ist, sei einmal dahingestellt. Um die Chancen beider Metalle zu nutzen, lohnt ein Blick auf Goldproduzenten mit einem großen Kupfersegment – wie Barrick oder Newmont – oder aber ein Blick auf Kupferproduzenten mit einem großen Goldsegment, darunter Freeport-McMoRan oder Hudbay Minerals.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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