Die Bombe platzt erneut
DroneShield: Finanzaufsicht ermittelt - Aktie bricht ein
Nach massiven Insiderverkäufen und fehlerhaften Angaben zu Aufträgen untersucht Australiens Finanzaufsicht jetzt den Konzern.
- ASIC untersucht DroneShield wegen Insiderverkäufen
- Aktie stürzte kurzzeitig über 16 Prozent ab
- Neue Regeln verpflichten Manager zu hohen Aktien
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DroneShield steckt erneut in Turbulenzen. Die Aktie des australischen Spezialisten für Anti-Drohnen-Technologie brach am Dienstag zeitweise um mehr als 16 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit Ende Februar. Auslöser ist eine Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC rund um frühere Marktmitteilungen und auffällige Aktienverkäufe von Führungskräften. Den Handel beendete die Aktie schließlich rund 10 Prozent tiefer.
Wie das Unternehmen mitteilte, fordert die Behörde Unterstützung bei Ermittlungen zu Offenlegungspflichten sowie zum Handel mit DroneShield-Aktien zwischen dem 6. und 12. November 2025. Zusätzlich prüft die ASIC sämtliche Marktmitteilungen und veröffentlichten Informationen des Unternehmens zwischen dem 1. und 20. November.
Der untersuchte Zeitraum fällt mit einer der größten Vertrauenskrisen in der Geschichte des Unternehmens zusammen. Damals hatten mehrere Spitzenmanager, darunter der damalige CEO Oleg Vornik und Chairman Peter James, innerhalb weniger Tage Aktien im Wert von rund 70 Millionen australischen Dollar (rund 40 bis 42 Millionen Euro) verkauft. Die Verkäufe lösten einen massiven Kurssturz aus und sorgten bei Anlegern für heftige Kritik, weil sie zeitlich mit fehlerhaften Angaben zu neuen Aufträgen zusammenfielen.
Besonders brisant: Anleger warfen dem Unternehmen damals vor, die Kommunikation rund um neue Verträge und Geschäftsentwicklungen zu positiv dargestellt zu haben, während Insider gleichzeitig Kasse machten. Der Vertrauensverlust verschärfte sich zusätzlich durch das überraschende Ausscheiden des US-Chefs sowie die hohe Nervosität rund um die Bewertung der Aktie, die zuvor stark vom globalen Boom bei Rüstungs- und Drohnenabwehrwerten profitiert hatte.
Der damalige Ausverkauf entwickelte sich zum schlimmsten Börsentag in der Unternehmensgeschichte und belastet das Papier bis heute. Die nun gestartete ASIC-Untersuchung droht die Debatte über Transparenz, Insiderverkäufe und Corporate Governance erneut anzuheizen.
Inzwischen hat DroneShield Konsequenzen gezogen. Vornik und James haben ihre Ämter verlassen und wurden durch Angus Bean sowie Hamish McLennan ersetzt. Außerdem führte das Unternehmen strengere Regeln für Führungskräfte ein. Künftig müssen Manager und Direktoren verpflichtend größere Aktienpositionen halten. Für den CEO gilt nun etwa eine Mindestbeteiligung im Wert von 200 Prozent des Jahresgehalts.
DroneShield erklärte, vollständig mit der ASIC kooperieren zu wollen. Welche Konsequenzen die Untersuchung letztlich haben könnte, sei derzeit jedoch noch offen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

