KI-Boom sprengt Prognosen

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    Goldman warnt vor neuem Ungleichgewicht durch KI-Chiprausch

    Der KI-Hype treibt Taiwan und Südkorea zu Rekordüberschüssen. Goldman Sachs erwartet Zinserhöhungen und neue Risiken für die Wirtschaft.

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    KI-Boom sprengt Prognosen - Goldman warnt vor neuem Ungleichgewicht durch KI-Chiprausch

    Der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaft in Asien tiefgreifend, wie Bloomberg berichtet. Nach Einschätzung von Goldman Sachs steuern Taiwan und Südkorea auf historische Leistungsbilanzüberschüsse zu. Die Investmentbank erwartet deshalb noch in diesem Jahr steigende Zinsen in beiden Ländern.

    Die Goldman-Ökonomen um Andrew Tilton gehen davon aus, dass die Notenbanken in Südkorea und Taiwan ihre Geldpolitik straffen müssen. Für Südkorea rechnen die Analysten im dritten und vierten Quartal mit jeweils 0,25 Prozentpunkten höheren Leitzinsen. In Taiwan erwarten sie Zinsschritte um jeweils 0,125 Prozentpunkte im zweiten und vierten Quartal.

    Chip-Exporte dominieren die Wirtschaft

    Treiber der Entwicklung ist der explosionsartige Anstieg bei KI-bezogenen Chip-Exporten. Goldman spricht von einem "KI-getriebenen Superüberschuss". Dieser könnte in Südkorea bis 2026 auf mehr als 10 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. In Taiwan erwarten die Analysten sogar einen Wert von über 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

    "Dieser KI-Boom ist der stärkste Technologiezyklus, den Korea und Taiwan je erlebt haben", schreiben die Goldman-Ökonomen. Selbst stark steigende Ölpreise dürften den Trend kaum bremsen. Die Erlöse aus Chip-Exporten seien inzwischen so groß, dass höhere Energiekosten kaum noch ins Gewicht fielen.

    Besonders deutlich zeigt sich der Wandel in Südkorea. Dort könnten KI-bezogene Exporte laut Goldman in diesem Jahr fast 30 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung erreichen. Im vergangenen Jahrzehnt lag der Anteil noch unter 10 Prozent. Taiwan dürfte sogar dauerhaft über der Marke von 30 Prozent bleiben.

     

    Währungen geraten unter Aufwertungsdruck

    Die Entwicklung erhöht zugleich den Druck auf die Währungen beider Länder. Nach Einschätzung der Analysten dürfte der massive Kapitalzufluss zu Aufwertungen führen. Bislang seien Südkoreas Überschüsse vor allem in ausländische Aktien geflossen, während Taiwan verstärkt Fremdwährungs-Einlagen aufgebaut habe.

    "Der K-förmige Konjunkturzyklus spricht für eine gezielte, umsichtige Finanzpolitik", schreiben die Goldman-Experten. Mit dem außergewöhnlich starken KI-Exportboom dürften beide Währungen aufwerten. Die wirtschaftliche Dynamik ist bereits sichtbar. Taiwans Wirtschaft wuchs im ersten Quartal so stark wie zuletzt 1987. In Südkorea steigen die Exporte kräftig, vor allem dank der Halbleiterindustrie.

    An den Börsen zählen vor allem Chipkonzerne wie TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix zu den größten Profiteuren des KI-Booms. Vor allem die Nachfrage nach Hochleistungschips und Speicherlösungen für Rechenzentren treibt die Geschäfte der Unternehmen an.

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    Gefahr wachsender Ungleichheit

    Der Boom schafft allerdings neue Probleme. Während Unternehmen und Beschäftigte aus dem Technologiesektor massiv profitieren, bleiben andere Branchen zurück. Die Ökonomen warnen deshalb vor zunehmenden Ungleichgewichten innerhalb der Volkswirtschaften.

    Trotzdem bleiben die Aussichten positiv. Auch Morgan Stanley erwartet für Asien einen neuen industriellen Superzyklus, angetrieben durch Künstliche Intelligenz und den Ausbau entsprechender Infrastruktur.

    Goldman prognostiziert für Südkorea 2026 ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent nach 1 Prozent im Vorjahr. Taiwan könnte sogar auf nahezu 10 Prozent Wachstum kommen. Gleichzeitig dürfte die starke Abhängigkeit vom Technologiesektor die Schwankungen der Konjunktur erhöhen.

    Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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