Aktiencrash
Diese 150 Jahre alte Börsen-Grafik warnt vor 2026 – Mehr als Hokuspokus?
Eine mysteriöse Börsenkurve aus dem 19. Jahrhundert konnte mehrere Crash-Jahre erstaunlich gut vorhersagen. Für 2026 sendet sie ein brisantes Signal – doch wie ernst sollten Anleger sowas nehmen?
Sie wirkt wie ein geheimer Fahrplan für Börsencrashs: Eine rund 150 Jahre alte Grafik aus den 1870er-Jahren soll angeblich Anlegern verraten, wann sich Aktien kaufen lohnt – und wann Verkaufen besser ist. Brisant: Für 2026 empfiehlt die Grafik, Aktien zu verkaufen. Doch Experten warnen davor, der Grafik zu viel Bedeutung zuzumessen.
Quelle: DALLE, OpenAI (Periods when to make Money)
Die Kurve "Periods when to make Money" fasziniert bis heute, weil sie auf den ersten Blick verblüffend treffsicher erscheint. Sie empfahl Verkäufe vor mehreren historischen Einbrüchen: 1927 vor der Weltwirtschaftskrise, 1999 vor dem Platzen der Dotcom-Blase, 2007 vor der Finanzkrise und 2020 vor dem Coronacrash.
Genau deshalb macht die Grafik derzeit wieder auf Social Media die Runde. Denn wenn sie damals mehrfach richtig lag – könnte sie dann auch 2026 erneut Recht behalten?
Doch Experten warnen. Laut dem Finanzmarktforscher Andreas Hackethal beruhen die Annahmen hinter der Grafik nicht auf belastbarer Ökonomie, sondern auf astrologischen Ideen. Die scheinbare Trefferquote könne schlicht Zufall sein: Von vielen alten Prognosen bleibt vor allem jene im Gedächtnis, die im Nachhinein passend aussieht.
Gegenüber dem Handelsblatt erklärte er: "Dahinter steckt das alte Bedürfnis der Marktteilnehmer, in der Zufälligkeit von Aktienbewegungen langfristige Gesetzmäßigkeiten zu erkennen."
Und weiter: "Wenn Sie vor einhundert Jahren einhundert Leute gebeten hätten, eine Vorhersage für die Börsen zu schreiben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine davon relativ akkurat gewesen wäre."
Für Anleger ist die 150 Jahre alte Grafik deshalb eher Kuriosität als Kompass. Der gefährlichste Fehler wäre, ausgerechnet 2026 allein wegen dieser Kurve hektisch auszusteigen.
Hackethal weist darauf hin, dass es am Finanzmarkt sehr wohl belastbare Gesetzmäßigkeiten gebe, an denen sich Anleger orientieren könnten. "Eine Grundregel lautet: Je breiter das Risiko gestreut
ist, desto höher ist die Renditeerwartung", sagt er.
Entscheidend sei daher weniger der Blick auf eine 150 Jahre alte Prophezeiung als die Beachtung zweier robuster Prinzipien. Kapital möglichst breit zu streuen und zwischenzeitliche Rückschläge geduldig auszusitzen. Gerade langfristig hätten Diversifikation und Durchhaltevermögen deutlich mehr Substanz als vermeintlich präzise Krisenfahrpläne aus der Vergangenheit.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

