Italienischer Ölfeld-Ausrüster
Offshore-Investionen boomen: Diese Öl-Aktie hat sich schon verdoppelt
Die Reserven der Ölmultis schrumpfen, und das zwingt die Branche ins Tiefwasser. Warum BofA jetzt einen Offshore-Boom bis 2030 erwartet und welche Aktie dabei besonders profitieren soll.
- Schrumpfende Reserven treiben Investitionen ins Offshore
- BofA erwartet Offshore-Boom und starkes Investitionsplus
- Saipem als Top-Pick mit steigendem EBITDA und Cashflow
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Der globale Offshore-Ölsektor steuert auf einen mehrjährigen Investitionsboom zu. Der italienische Ölfelddienstleister Saipem steht bereit, um davon überproportional zu profitieren. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Bank of America hervor, die Saipem als Top-Pick im Sektor ausweist.
Kern der These: Das genehmigte Investitionsvolumen in neue Öl- und Gasprojekte dürfte sich bis 2027 gegenüber 2025 nahezu verdoppeln. Bereits 2026 rechnen die Analysten mit einem Anstieg von rund einem Fünftel, bevor 2027 ein weiterer Sprung von gut 60 Prozent folgt. Treiber ist dabei weniger ein allgemein steigendes Branchenbudget als eine strukturelle Verschiebung: Investitionen wandern zunehmend von Onshore- in Offshore- und Tiefseegebiete – genau das Terrain, auf dem Saipem tätig ist.
Hintergrund dieser Verschiebung ist eine strukturell angespannte Ressourcenlage. Die aggregierten Reserven der großen Ölkonzerne reichen gemessen an der aktuellen Förderrate nur noch rund neun Jahre – rund 30 Prozent weniger als noch 2014. Dieser Rückgang zwingt die Produzenten, neue Felder zu erschließen und dabei tiefer ins Wasser zu gehen. Tiefseeprojekte machen derzeit erst 15 Prozent der globalen Investitionen aus, sollen aber überproportional wachsen.
Für Saipem bedeutet das volle Auftragsbücher und steigende Margen. Die BofA-Analysten erwarten bis 2030 einen EBITDA-Zuwachs von rund 50 Prozent gegenüber 2025, während sich der freie Cashflow mehr als verdoppeln soll. Entscheidend dabei: Drei Viertel des aktuellen Auftragsbestands stammen aus Verträgen, die nach 2022 gewonnen wurden – zu deutlich besseren Konditionen als ältere Abschlüsse. Die Offshore-Margen des Unternehmens steigen quartalsweise konsistent.
Trotz dieser Perspektive notiert Saipem nach BofA-Einschätzung deutlich unter dem Bewertungsniveau von vergleichbaren Wettbewerbern wie TechnipFMC. Auch der Cashflow dürfte in den kommenden Jahren explodieren, meinen die US-Experten. BofA sieht die Konsensschätzungen beim freien Cashflow für 2026 bis 2028 im Schnitt um rund 30 Prozent als zu niedrig an – ein Indiz dafür, dass der Markt das Aufholpotenzial der Aktie noch nicht vollständig eingepreist hat.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Saipem Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,40 % und einem Kurs von 4,473EUR auf Tradegate (12. Mai 2026, 13:55 Uhr) gehandelt.
