Von wegen KI-pokalypse
"Werden ein Billionen-Dollar-Unternehmen": ServiceNow-Chef trotzt dem Kurscrash
Bei SAP hat Bill McDermott schon einmal einen großen Tech-Konzern zurück in die Erfolgsspur geführt. Auch mit ServiceNow hat der 64-Jährige große Pläne. Anleger dürften nach einer Kurshalbierung wieder hoffen.
- Bill McDermott will ServiceNow zum Wachstum führen
- Aktienkurs halbierte sich von 231 auf unter 94 USD
- Now Assist nähert sich einer Milliarde Umsatz bis 2030
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Der Aktienkurs von ServiceNow hat sich binnen zwölf Monaten mehr als halbiert. Von einem Rekordhoch bei rund 231 US-Dollar Anfang Dezember 2024 fiel die Aktie auf unter 94 US-Dollar – ein Einbruch, der den Softwarekonzern zu einem der größten Verlierer unter den großen Tech-Werten macht.
Und dennoch zieht Goldman Sachs jetzt mit einer Kaufempfehlung nach und sieht das Papier fair bei 163 US-Dollar bewertet – ein Aufwärtspotenzial von mehr als 74 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Hintergrund der Kursschwäche ist eine branchenweite Verunsicherung: Viele Investoren zweifeln daran, ob klassische Software-Abo-Modelle im KI-Zeitalter noch funktionieren. Wenn künstliche Intelligenz Firmen in die Lage versetzt, eigene Tools zu bauen, Nutzerlizenzen obsolet macht und Wachstum bremst, gerät das etablierte SaaS-Geschäft unter Druck. Der Effekt ist spürbar: Neben ServiceNow haben auch Salesforce, DocuSign und andere Enterprise-Software-Firmen massiv an Börsenwert verloren.
ServiceNow-Chef Bill McDermott gibt sich davon unbeeindruckt. Der frühere SAP-Chef, der den deutschen Softwareriesen einst zur Cloudplattform umgebaut und dabei den Marktwert nahezu vervierfacht hatte, setzt auf eine andere Erzählung: "Wenn diese Sache losgeht, wird sie losgehen, und wir werden ein Billionen-Dollar-Unternehmen sein. Es ist nur eine Frage, an welchem Tag das passiert, nicht ob es passiert", sagte er in einem aktuellen Interview.
Goldman Sachs schaut weniger auf große Ankündigungen als auf die Produktentwicklung. Die Analysten besuchten Anfang Mai die hauseigene Entwicklerkonferenz Knowledge 26 in Las Vegas und kamen mit einem gemischten, aber insgesamt positiven Eindruck zurück. ServiceNow habe seinen technologischen Reifegrad im KI-Bereich deutlich verbessert, besonders rund um erste Automatisierungslösungen im IT-Service-Management. Der KI-Assistent Now Assist nähert sich einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz, bis 2030 soll KI rund 30 Prozent des gesamten Auftragsvolumens ausmachen.
Der Weg dorthin dürfte allerdings holpriger werden als die vergangene Wachstumsdekade. Goldman Sachs rechnet bis 2028 mit einem Anstieg der Umsätze von rund 16 Milliarden US-Dollar auf über 23 Milliarden bis 2028.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die ServiceNow Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,11 % und einem Kurs von 75,90EUR auf Tradegate (13. Mai 2026, 14:50 Uhr) gehandelt.
