Die Devisen-Angst eskaliert
Modi will Goldkäufe stoppen – jetzt entdeckt Big Money plötzlich wieder Silber
Hohe Ölpreise, eine abstürzende Rupie und Angst um die Devisenreserven treiben Indien zu drastischen Appellen. Gleichzeitig fließt plötzlich wieder frisches Momentum-Kapital in Silber.
- Indien ruft Bevölkerung zu einem Jahr ohne Goldkäufe
- Rupie fällt auf Rekordtief wegen steigender Ölpreise
- Silber zieht Momentumkapital und spekulative Käufe an
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Die Sorge vor einer wachsenden Devisenkrise bringt Indien zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Premierminister Narendra Modi hat die Bevölkerung öffentlich dazu aufgerufen, mindestens ein Jahr lang kein Gold mehr zu kaufen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Nahostkriegs sowie die zunehmende Belastung der indischen Devisenreserven.
Indien zählt zu den größten Goldkäufern der Welt. Das Edelmetall gilt im Land traditionell als Wertspeicher und spielt kulturell eine zentrale Rolle. Doch genau dieser Goldhunger wird nun zum Problem. Die Regierung diskutiert laut Bloomberg inzwischen Notfallmaßnahmen, um den Abfluss von Devisen zu bremsen. Im Gespräch sind Einschränkungen bei Gold- und Elektronikimporten, höhere Kraftstoffpreise sowie mögliche Eingriffe am Devisenmarkt.
Die Landeswährung Rupie ist seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten massiv unter Druck geraten und fiel zuletzt auf ein Rekordtief zum US-Dollar. Indien gehört zu den größten Ölimporteuren der Welt und leidet besonders unter den stark gestiegenen Energiepreisen sowie den Risiken rund um die Straße von Hormus.
Modi forderte die Bevölkerung deshalb nicht nur dazu auf, Goldkäufe auszusetzen, sondern auch weniger Benzin zu verbrauchen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Auslandsreisen einzuschränken. Beobachter sehen darin erste Vorbereitungen auf mögliche wirtschaftliche Engpässe.
Die Nervosität zeigt sich inzwischen auch an den Rohstoffmärkten. Während Gold zuletzt in einer volatilen Seitwärtsbewegung festhing, sprang Silber am Montag so stark wie seit Februar nicht mehr
an. Marktstrategen verweisen auf neue Käufe durch Hedgefonds und trendfolgende Anleger. Einige Händler halten inzwischen sogar einen Anstieg des Silberpreises auf 90 US-Dollar je Unze für möglich.
"Es ist klar, dass sich die Märkte mehr auf 'Wachstumsmetalle' als auf 'Angstmetalle‘'konzentrieren", sagte John Caruso von RJO Futures. Silber profitiert derzeit sowohl von geopolitischen Spannungen als auch von seiner Rolle als Industriemetall für Zukunftstechnologien.
Damit verschiebt sich der Fokus an den Edelmetallmärkten zunehmend: Während Gold politisch wird, zieht Silber wieder verstärkt spekulatives Kapital und Momentum-Anleger an.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

