Die Zukunft des Shoppings
KI-Revolution im Handel: Diese Aktien könnten jetzt explodieren
Künstliche Intelligenz verändert den Einkauf radikal. Analysten sehen jetzt vor allem große Marken und Händler als Gewinner.
- KI-getriebene Agenten verändern Einkaufsverhalten
- Bekannte Marken gewinnen mehr Kontrolle und Marge
- Analysten erwarten Umsatz- und Effizienzsteigerung
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Künstliche Intelligenz könnte den Einzelhandel stärker verändern als viele Investoren bislang erwarten. Analysten von Bernstein und der UBS sehen vor allem bekannte Marken und große Händler als Profiteure eines neuen KI-getriebenen Einkaufsverhaltens, wie Barron's berichtet.
Nach Einschätzung von Bernstein-Analystin Aneesha Sherman stehen sogenannte "agentische" KI-Systeme vor dem Durchbruch. Gemeint sind Anwendungen, die für Verbraucher eigenständig Produkte suchen, vergleichen und empfehlen. Sherman erwartet, dass bereits bis 2030 die Mehrheit der Erwachsenen solche KI-Helfer beim Einkaufen nutzt.
Marken könnten unabhängiger werden
Bislang sind viele große Marken stark von Großhändlern und Warenhäusern abhängig. Dazu zählen Kaufhäuser, Sportartikelketten oder Beauty-Händler. Diese Zwischenhändler drücken allerdings die Gewinnmargen der Hersteller deutlich. Laut Sherman liegen die Margen oft um mehr als 10 Prozentpunkte niedriger als beim Direktverkauf an Kunden.
Die Analystin glaubt, dass KI diesen Mechanismus verändern könnte. Marken bekämen dadurch wieder mehr Kontrolle über den Verkauf und direkten Zugang zu Kundendaten. Sherman schreibt, die Entwicklung werde die "Abhängigkeit der Marken vom Mehrmarken-Einzelhandel verringern" und gleichzeitig die Margen verbessern.
Besonders profitieren könnten laut Bernstein Unternehmen wie Puma, Deckers Outdoor mit den Marken Ugg und Hoka, Adidas, Under Armour, Nike und On Holding. Viele dieser Konzerne erzielen derzeit rund 60 Prozent ihres Umsatzes über Großhändler.
Große Marken im Vorteil
Sherman sieht vor allem etablierte Marken im Vorteil, da diese "ihre Präsenz in den Suchergebnissen des Agenten maximieren" könnten. Die größten Marken dürften den Löwenanteil der Vorteile erhalten, schreibt die Analystin. Langfristig könne sich das zwar ändern, wenn KI-Systeme eigenständig Marken auswählen. Noch sei dieses Szenario aber Zukunftsmusik.
Zu ihren Favoriten zählen Adidas, Burlington Stores, Nike, On Holding, Tapestry sowie TJX Companies, der Mutterkonzern von TJ Maxx.
UBS sieht steigende Umsätze durch KI
Auch UBS-Analyst Jay Sole hält die positiven KI-Effekte im Handel für unterschätzt. Er erwartet steigende Umsätze, ohne dass Unternehmen ihre Kosten im gleichen Maße erhöhen müssen.
"Die Einführung von KI [steckt] noch in den Kinderschuhen", schreibt Sole. Gleichzeitig rechnet er damit, dass Unternehmen ihre Produktivität deutlich steigern werden. KI könne "höheres Umsatzwachstum und Effizienzsteigerungen [...] erzielen, ohne dass dafür in gleichem Maße in Personal investiert werden muss".
Zu seinen Favoriten gehören neben TJX Companies auch Gap und Abercrombie & Fitch. Diese Unternehmen seien "bei der Einführung von KI [wahrscheinlich] weiter als die Konkurrenz".
Trotz aller Euphorie bleiben Verbraucher beim Thema KI-Empfehlungen noch vorsichtig. Doch mit der zunehmenden Verbreitung künstlicher Intelligenz könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis digitale Einkaufsberater zum Alltag gehören.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

