Wasserstoff-Wende?
Plug Power: Bessere Zahlen, nervöse Leerverkäufer - Aktie im Höhenflug
Plug Power überrascht mit besser als erwarteten Quartalszahlen – und bringt damit Leerverkäufer in Bedrängnis. Ist der Turnaround beim Wasserstoffspezialisten jetzt real?
- Quartalszahlen belasten Leerverkäufer stark
- Q1 Umsatz rund 164 Mio operativer Verlust 109 Mio
- Management peilt positives EBITDA für Q4 2026 an
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Rund 25 Prozent der handelbaren Aktien von Plug Power sind derzeit leer verkauft – mehr als dreimal so viel wie der Durchschnitt im Russell 2000. Als der Wasserstoffspezialist nun Quartalszahlen vorlegte, die die Erwartungen der Wall Street übertrafen, wurden genau diese Investoren unter Druck gesetzt.
Im ersten Quartal 2026 erzielte Plug Power einen Umsatz von knapp 164 Millionen Dollar bei einem operativen Verlust von rund 109 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit einem höheren Fehlbetrag von etwa 110 Millionen Dollar bei deutlich niedrigeren Erlösen von rund 140 Millionen US-Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch bei etwa 180 Millionen US-Dollar gelegen – bei einem Umsatz von rund 134 Millionen US-Dollar. Der Trend zeigt damit klar in die richtige Richtung.
Die Märkte reagierten prompt: Bereits am Montag vor der Veröffentlichung legte die Aktie um fast 13 Prozent zu, am Handel am Dienstag folgte ein weiterer Anstieg von über zehn Prozent im vorbörslichen Handel, bevor sich das Plus nach Handelsstart bei rund 4 Prozent einpendelte. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als vervierfacht.
Hinter dem vorbörslichen Montags-Anstieg steckte nach Einschätzung von Marktbeobachtern vor allem Nervosität unter den Leerverkäufern: Rund 350 Millionen Aktien wurden von Investoren geliehen und verkauft, in der Erwartung fallender Kurse. Wer mit einer negativen Überraschung gerechnet hatte, wollte offenbar kein Risiko eingehen – und positionierte sich vorsichtig um.
Der Rückenwind kommt nicht von ungefähr. Seit über einem Jahr läuft bei Plug Power das interne Umbauprogramm "Project Quantum Leap", das Kosten senken und den Weg zur Profitabilität beschleunigen soll. Canaccord-Analyst Jason Tilchen sieht erste Wirkung: Die Quartalsergebnisse zeigten, dass die Maßnahmen greifen. Auch Oppenheimer-Analyst Colin Rusch bestätigte seine neutrale Einstufung, lobte aber Fortschritte beim Kostenmanagement und bei der Bruttomarge.
Trotzdem bleibt der Weg lang. Die Bruttomarge liegt auf Jahresbasis noch immer im deutlich negativen Bereich. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Wall Street mit einem operativen Verlust von rund 350 Millionen US-Dollar. Profitabel ist Plug Power noch nicht – für das vierte Quartal 2026 peilt das Management aber erstmals ein positives EBITDA an.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Plug Power Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +5,05 % und einem Kurs von 3,10EUR auf Tradegate (12. Mai 2026, 17:56 Uhr) gehandelt.
