Kurs auf Sicherheit
Dividenden-Aktien erleben Comeback – Analysten setzen auf diese Top-Werte
Anleger flüchten wegen Marktturbulenzen wieder verstärkt in Dividenden-Aktien. Diese Titel stehen ganz oben auf den Kaufzetteln der Wall Street.
- Anleger fliehen in Dividendenaktien bei Turbulenz
- 22 Milliarden Dollar flossen in Dividenden-ETFs
- Analysten bevorzugen AbbVie Chevron PNC und Versorger
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Die Nervosität an den Aktienmärkten treibt Anleger zunehmend in vermeintlich sichere Häfen. Während geopolitische Spannungen, volatile Ölpreise und die Sorge vor massiven Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz die Märkte erschüttern, rücken Dividenden-Aktien im Jahr 2026 wieder verstärkt in den Fokus vieler Investoren.
Nach Daten von Morningstar flossen allein im ersten Quartal rund 22 Milliarden US-Dollar in Dividenden-ETFs – so viel wie zuletzt im zweiten Quartal 2022.
Defensive Strategien gewinnen wieder an Bedeutung
"In risikoscheuen Marktphasen tendieren Investoren dazu, sich Dividendenzahlern zuzuwenden", sagte Morningstar-Stratege Dan Lefkovitz.
"Wir haben eine starke Erholung des Gesamtmarktes gesehen, angeführt von Technologieaktien", erklärte Lefkovitz. Gerade der Technologiesektor gelte allerdings traditionell als dividendenarm. Viele Anleger hätten ihre Umschichtung in Dividendenwerte daher möglicherweise zu spät vorgenommen.
Langfristig seien Dividendenstrategien laut Lefkovitz dennoch attraktiv – nicht nur wegen der laufenden Ausschüttungen, sondern auch aufgrund stabiler Gesamtrenditen. Entscheidend sei jedoch ein disziplinierter Anlageansatz.
Analysten setzen auf Qualitäts-Dividendenwerte
Laut CNBC zählen vor allem jene Unternehmen aus dem iShares Core High Dividend ETF (HDV) zu den aktuellen Favoriten der Analysten, die hohe Dividendenrenditen mit attraktivem Kurspotenzial verbinden.
Besonders positiv wird derzeit der Biopharma-Konzern AbbVie bewertet. Die Aktie bietet aktuell eine Dividendenrendite von 3,4 Prozent. Rund 74 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf oder Übergewichten.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Titel zuletzt von einer Hochstufung durch die Bank of America. Analyst Jason Gerberry hob die Aktie nach den Quartalszahlen von "Neutral" auf "Buy" an.
Die Aktie von AbbVie liegt im bisherigen Jahresverlauf dennoch rund 11 Prozent im Minus – ein Umstand, den viele Analysten inzwischen als attraktive Einstiegsgelegenheit sehen.
Ölpreis-Rallye treibt Chevron auf Jahreshoch
Auch der Energiekonzern Chevron zählt zu den Favoriten der Wall Street. Getrieben von den stark gestiegenen Ölpreisen konnte die Aktie seit Jahresbeginn bereits um rund 21 Prozent zulegen.
Die jüngsten Quartalszahlen fielen gemischt aus: Während der Umsatz die Erwartungen verfehlte, lagen die bereinigten Gewinne deutlich über den Prognosen.
Die Aktie lockt derzeit mit einer Dividendenrendite von 3,9 Prozent. Rund 59 Prozent der Experten stufen die Aktie mit "Buy" ein.
Banken-Sektor bleibt trotz Übernahmefantasie gefragt
Auch PNC Financial Services schaffte es auf die Liste der bevorzugten Dividendenwerte. Die Bank weist eine Dividendenrendite von 3,1 Prozent auf und etwa 75 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.
Zwar verfehlte das Unternehmen beim Umsatz zuletzt die Erwartungen, was unter anderem auf die Übernahme von FirstBank zurückgeführt wurde. Beim Gewinn schnitt PNC jedoch besser ab als erwartet.
Die Aktie konnte seit Jahresbeginn rund drei Prozent zulegen und gilt unter Analysten weiterhin als vergleichsweise defensiver Finanzwert mit stabilen Erträgen.
Versorger-Aktien rücken wieder in den Fokus
Im Umfeld steigender Unsicherheit entdecken Investoren zudem klassische Versorger-Aktien neu. Besonders PPL Corporation wird derzeit von Analysten positiv bewertet.
Die Aktie bietet eine Dividendenrendite von 3,1 Prozent. Etwa zwei Drittel der Analysten empfehlen den Titel zum Kauf.
Optimistisch äußerte sich zuletzt auch Barclays-Analyst Michael Lonegan. PPL verfüge über überdurchschnittlich sichtbares Gewinnwachstum, eine starke Pipeline für wirtschaftliche Expansion und eine solide Bilanzstruktur, schrieb er in einer Analystennotiz.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

