Milliardenprojekt im Orbit
Vor dem Mega-IPO: SpaceX könnte Googles KI-Rechenzentren ins All bringen
Google und SpaceX sprechen über Datenzentren im Orbit. Hinter dem Milliardenprojekt steckt ein Wettlauf um die Zukunft der KI.
- Google und SpaceX verhandeln Orbitalrechenzentren
- Solarpanels ermöglichen dauerhafte Energie im Orbit
- Milliardenmarkt für KI mit hohen technischen Risiken
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Google und SpaceX sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit für Raketenstarts von Datenzentren im Orbit. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Demnach könnte SpaceX künftig Satelliten für Googles geplante Weltraum-Rechenzentren ins All bringen.
Die Gespräche kommen zu einem Zeitpunkt, an dem beide Konzerne ihre Ambitionen im sogenannten "Orbital Computing" massiv ausbauen. Die Technologie gilt bislang als hochspekulativ. Trotzdem sehen viele Unternehmen darin den nächsten großen Wachstumsmarkt für künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur.
Datenzentren ohne Stromprobleme
Hinter der Idee steckt ein einfaches Prinzip: Rechenzentren im All sollen direkt über Solarpanels mit Energie versorgt werden. Damit würden die enormen Stromprobleme klassischer KI-Rechenzentren auf der Erde umgangen. Gleichzeitig könnten Flächenverbrauch und ökologische Belastungen sinken.
Google arbeitet bereits an einem eigenen Projekt namens "Project Suncatcher". Der Konzern will laut früheren Angaben ab 2027 erste Prototypen ins All schicken. Partner dabei ist das Satellitenunternehmen Planet Labs.
Google-Chef Sundar Pichai hatte die Pläne bereits im vergangenen November öffentlich gemacht. "Wir werden kleine Server-Racks verschicken, sie in Satellitenstandorten aufstellen, sie dort testen und dann von dort aus mit der Skalierung beginnen", sagte Pichai in einem Interview mit Fox News. Weiter hieß es: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir dies in etwa einem Jahrzehnt als eine ganz normale Art und Weise betrachten werden, Rechenzentren zu errichten."
SpaceX macht das Thema zur Zukunftswette
Auch Elon Musk treibt das Thema voran. Laut dem Bericht des WSJ präsentiert SpaceX die Vision orbitaler Datenzentren bereits offensiv bei Investoren. Der Konzern bereitet derzeit seinen Börsengang vor. Dieser könnte laut Marktbeobachtern der größte Börsengang aller Zeiten werden.
SpaceX gilt schon heute als führender privater Raketenanbieter der Welt. Das Unternehmen transportiert Astronauten zur Internationalen Raumstation und betreibt mit Starlink eines der größten Satellitennetze überhaupt.
Zuletzt kündigte SpaceX außerdem eine Kooperation mit dem KI-Unternehmen Anthropic an. Dabei sollen bis Ende Mai zusätzliche Rechenkapazitäten von 300 Megawatt entstehen. Dafür will SpaceX mehr als 220.000 Nvidia-Grafikprozessoren einsetzen.
Milliardenmarkt mit großen Risiken
Trotz der Euphorie bleibt die Technologie riskant. Experten verweisen auf enorme technische Herausforderungen beim Betrieb von Rechenzentren im All. Dazu zählen Kühlung, Wartung und die Datenübertragung zur Erde.
Dennoch investieren immer mehr Konzerne in den Bereich. Google hält bereits 6,1 Prozent an SpaceX. Zudem sitzt Google-Manager Don Harrison im Verwaltungsrat des Raumfahrtunternehmens.
Parallel spricht Google laut dem Bericht auch mit anderen Raketenfirmen über mögliche Starts. Damit zeichnet sich ein neuer Wettlauf um die Infrastruktur der KI-Zukunft ab – diesmal nicht auf der Erde, sondern im Orbit.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

