Die Beeflation eskaliert
Trump wollte billigere Steaks – jetzt rebelliert seine Rancher-Basis
Steak und Burger werden in den USA immer teurer. Gleichzeitig stellen sich Rancher und republikanische Politiker gegen Trumps Import-Pläne.
- Steigende Steak und Burgerpreise belasten Haushalte
- China als Hoffnung für US-Sojabohnenexporte jetzt
- Trump im Dilemma zwischen Konsumenten und Ranchern
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Während Donald Trump gegen explodierende Rindfleischpreise kämpft, hoffen amerikanische Farmer und Fleischproduzenten wieder stärker auf China. Im Fokus stehen dabei mögliche neue Käufe von US-Sojabohnen durch Peking – aber auch die immer größeren Probleme am amerikanischen Fleischmarkt, die für die Regierung Trump zunehmend politisch heikel werden.
China gilt als weltweit größter Sojabohnenimporteur und ist auf Importe angewiesen, um seine Schweine- und Geflügelindustrie zu versorgen. Nach Jahren wachsender Spannungen mit Washington hatte sich Peking bei Sojabohnen zuletzt stärker auf Brasilien konzentriert. Nun könnten Lieferprobleme und wetterbedingte Ausfälle in Südamerika den USA wieder Chancen eröffnen.
Nach einem Treffen von Trump und Xi im vergangenen Jahr hatte US-Finanzminister Scott Bessent erklärt, China könne sich verpflichten, ab 2026 jährlich 25 Millionen Tonnen US-Sojabohnen zu kaufen. Das würde US-Farmern sowie Konzernen wie Archer Daniels Midland, Bunge Global oder Deere & Company helfen. Analysten warnen jedoch davor, zu viel Hoffnung in politische Gipfeltreffen zu legen. Selbst wenn China neue Käufe ankündige, blieben Mengen, Preise und tatsächliche Umsetzung ungewiss.
Noch größer ist der Druck inzwischen am US-Rindfleischmarkt. Die Preise für Rinderhackfleisch liegen rund 40 Prozent höher als vor fünf Jahren. Steakpreise erreichten zuletzt ebenfalls neue Rekordstände. Ursache ist vor allem der niedrigste US-Rinderbestand seit den 1950er Jahren. Dürreperioden, hohe Kosten und jahrelanger Druck auf Viehzüchter haben das Angebot massiv verknappt.
Die Regierung Trump wollte deshalb eigentlich Zölle auf Rindfleischimporte vorübergehend aussetzen, um mehr Fleisch aus Ländern wie Brasilien, Australien oder Argentinien in die USA zu holen und die Preise zu senken. Doch der Plan wurde kurzfristig verschoben. Republikanische Senatoren, Rancher und Branchenverbände liefen Sturm gegen zusätzliche Importe und warnten vor einem Schaden für amerikanische Viehzüchter.
Damit steckt Trump in einem politischen Dilemma: Verbraucher leiden unter den hohen Lebensmittelpreisen, gleichzeitig zählen Rancher und Agrarbetriebe zu den wichtigsten republikanischen Wählergruppen vor den Zwischenwahlen im November. Die durchschnittlichen Preise für Rinderhackfleisch überschritten zuletzt die Marke von 7 US-Dollar pro Pfund, Steak kostete zeitweise mehr als 13 US-Dollar pro Pfund.
Während China bei Sojabohnen damit wieder zum Hoffnungsträger für US-Farmer werden könnte, bleibt der heimische Fleischmarkt für Trump eine gefährliche Baustelle. Denn sinkende Preise für Verbraucher könnten ausgerechnet jene Produzenten treffen, auf die die Republikaner politisch angewiesen sind.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

