Rohöl
Zwischen Seeschlacht und Peking: OPEC-Produktion 30% niedriger
Die Ölproduktion der OPEC-Mitglieder ist im April weiter gesunken. Unterdessen ist die Straße von Hormus zu und US-Präsident Trump verhandelt mit China.
- OPEC-Förderung seit Kriegsbeginn um über 30% gefallen
- Straße von Hormus geschlossen, 14 Mio Barrel pro Tag
- Trump sieht Hormus-Kontrolle als Druckmittel gegen China
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Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Erdölproduktion um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Das teilte die Organisation erdölexportierender Länder in seinem jüngsten Monatsbericht am Mittwoch mit.
Zudem senkte die OPEC ihre Prognose für das Nachfragewachstum im Jahr 2026 auf rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag, nachdem zuvor etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag erwartet worden waren. Die weltweite Nachfrage steht unter Druck, weil die Versorgung aus dem Persischen Golf durch die iranische Blockade der Straße von Hormus faktisch abgeschnitten wurde.
Der Iran konnte sich nicht auf die von den USA vorgeschlagenen Punkte einigen. Die Rallye an der Börse ist davon bis jetzt unberührt.
Konkret ging die OPEC-Produktion im April um 1,7 Millionen Barrel pro Tag zurück, nachdem die Förderung bereits im März um 7,9 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen war. Insgesamt ist die Produktion der OPEC-Mitglieder während des Krieges damit um mehr als 30 Prozent, beziehungsweise 9,7 Millionen Barrel pro Tag, gefallen.
Laut Daten von Bloomberg sind 103 weniger Schiffe seit dem Iran-Krieg durch die Straße von Hormus gelangt, als noch vor Kriegsbeginn üblich zu dieser Zeit. Außerdem legte der Rohölpreis seit der Krise um 49 Prozent zu.
Laut dem neuesten Update der Internationalen Energieagentur (IEA), das am Mittwoch veröffentlicht wurde, beläuft sich der kumulierte Produktionsausfall der Ölproduzenten am Golf inzwischen auf mehr als eine Milliarde Barrel. Aufgrund der Schließung der Straße von Hormus seien derzeit über 14 Millionen Barrel pro Tag vom Markt genommen worden.
US-Präsident Donald Trump sieht die Kontrolle der Straße von Hormus womöglich als Joker in den Verhandlungen mit China. Denn China hat vor der Krise bis zu 80 Prozent des iranischen Erdöls gekauft.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

