Donnerstag geht's los
KI-Chip-Hype ohne Bremse: Cerebras-IPO 20-fach überzeichnet
Der KI-Chipmaker Cerebras will an die Börse – mit 20-facher Überzeichnung und Milliarden-Aufträgen von OpenAI. Doch Governance-Risiken und eine brisante CEO-Geschichte trüben das Bild.
- IPO stark überzeichnet Zielbewertung 35 Mrd
- Wafer Scale Engine vereint Rechen und Speicher
- OpenAI Großauftrag und Auftragsbestand in Mrd
- Report: Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Es dürfte einer der meisterwarteten Börsengänge des Jahres werden: Halbleiter-Perle Cerebras Systems peilt beim Börsengang ein Bewertungsziel von bis zu 35 Milliarden US-Dollar an. Das Interesse der Anleger übertrifft alle Erwartungen.
Der Anbieter von KI-Chips hat die angestrebte Preisspanne für seinen IPO auf 150 bis 160 US-Dollar je Aktie angehoben, nachdem die ursprünglich geplanten 115 bis 125 Dollar angesichts der massiven Nachfrage nicht mehr haltbar waren. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Zahl der angebotenen Aktien. In der Spitze könnte Cerebras damit knapp fünf Milliarden Dollar einsammeln – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Nachfrage soll das verfügbare Angebot um das Zwanzigfache überstiegen haben.
Der Börsengang, der am Donnerstag in New York über die Bühne gehen soll, wäre laut dem Datenanbieter Dealogic das bisher größte IPO weltweit in diesem Jahr. Die Aktien sollen an der Nasdaq unter dem Kürzel CBRS gehandelt werden.
Cerebras ist in einem Markt aktiv, der von Nvidia dominiert wird und verfolgt dabei einen technologisch ungewöhnlichen Ansatz. Der sogenannte Wafer Scale Engine 3 belegt einen vollständigen Siliziumwafer von 300 Millimetern. Diese ungewöhnliche Bauweise erlaubt es, Rechen- und Speichereinheiten auf einem einzigen Chip zu vereinen, was typische Engpässe in KI-Servern beseitigt.
Der Nachteil: Der maximale Arbeitsspeicher ist begrenzt, weshalb die Chips vor allem für kleinere Modelle geeignet sind – dort aber mit außergewöhnlich hoher Geschwindigkeit. Zu den Kunden zählen inzwischen OpenAI und Amazon, zwei der schwergewichtigsten Infrastrukturaufbauer im KI-Sektor.
Der Umsatz legte zuletzt um rund drei Viertel zu, und das Auftragspolster zum Jahresende summierte sich auf einen zweistelligen Milliardenbereich – darunter ein Großauftrag von OpenAI, der allein mehr als 20 Milliarden US-Dollar umfassen soll.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

