Börsendebüt der Superlative
Der neue Chip-König: Cerebras-Aktie mit fulminantem ersten Handelstag
Die Aktie des Halbleiter-Spezialisten Cerebras hat am ersten Tag an der New Yorker Börse gleich für Aufsehen gesorgt. Zwischenzeitlich musste der Handel ausgesetzt werden.
- Cerebras-Aktie steigt am Debüt knapp 70 Prozent
- Handel vorübergehend nach Überschreiten 385 US-Dollar
- Integrierte 44 GB Arbeitsspeicher direkt auf dem Chip
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Fast 70 Prozent Kursgewinn am ersten Handelstag: Der Börsenstart des US-Chip-Unternehmens Cerebras Systems hat alle Erwartungen übertroffen und eine neue Euphorie-Welle am KI-Markt losgetreten. Nasdaq und S&P 500 schossen am Donnerstag auf neue Rekordstände.
Die Aktie des auf künstliche Intelligenz spezialisierten Halbleiterherstellers beendete ihren Einstandstag an der Nasdaq mit einem Kurs von rund 311 US-Dollar, einem Aufschlag von 68 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 185 US-Dollar. Am Vormittag hatte das Papier die Marke von 385 US-Dollar überschritten, woraufhin der Handel vorübergehend ausgesetzt werden musste.
Mit einem Emissionserlös von rund 5,5 Milliarden US-Dollar hat Cerebras den bislang größten Börsengang des laufenden Jahres in den USA gestemmt.
Der US-Konzern verfolgt einen technologischen Ansatz, der sich grundlegend von dem des Marktführers Nvidia unterscheidet. Während Nvidia aus einer einzigen Siliziumscheibe Tausende kleinerer Chips herausschneidet, verwendet Cerebras die gesamte Scheibe für einen einzigen, gigantischen Prozessor. So ist der aktuelle WSE-3 ist der größte je gebaute Chip der Welt – flächenmäßig rund 50-mal größer als Nvidias Flaggschiff-Modelle H100 oder B200.
Statt der rund 18.000 KI-Kerne einer H100 bringt der Cerebras-Chip knapp eine Million solcher Recheneinheiten mit. Entscheidender noch ist die Speicherarchitektur: Bei herkömmlichen Systemen müssen Daten ständig zwischen Chip und externem Speicher transportiert werden – ein Flaschenhals, der Zeit und Energie kostet. Cerebras integriert stattdessen 44 Gigabyte blitzschnellen Arbeitsspeicher direkt auf dem Chip selbst und umgeht damit diesen Engpass grundlegend.
Das Investoreninteresse war so groß, dass zahlreiche institutionelle Anleger bei der Zuteilung leer ausgingen und die Aktie erst im regulären Handel kaufen konnten. Selbst Fonds, die Anteile im Rahmen des Börsengangs erhalten hatten, bekamen weniger als beantragt.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

