Kurse rutschen ins Bodenlose

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    Inflationsarmageddon lässt Asiens Börsen abstürzen!

    Asiatische Indizes verzeichneten vor dem Wochenende heftige Kursverluste. Grund hierfür sind erschütternde Inflationsdaten und steigende Anleiherenditen.

    Für Sie zusammengefasst
    Kurse rutschen ins Bodenlose - Inflationsarmageddon lässt Asiens Börsen abstürzen!

    Asiens Börsen brechen ein, die ganze Welt zieht mit

    Gemeinsam mit US-Indizes gehörten die Aktienmärkte in Japan und Südkorea nicht nur in diesem, sondern auch im vergangenen Jahr zu den weltweit erfolgreichsten. Beide profitieren davon, zahlreiche am KI-Boom beteiligte Unternehmen, darunter die Speicherchiphersteller Kioxia, Samsung und SK Hynix, vorweisen zu können.

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    Vor dem Wochenende handelten asiatische Börsen allerdings mit empfindlichen Kursverlusten. Der südkoreanische KOSPI brach um 6,1 Prozent ein, während der Nikkei um 1,8 Prozent an Boden verlor. Trotz eines harmonisch verlaufenen Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Premier Xi Jinping verzeichnete auch der Hang-Seng-Index Abgaben von 1,6 Prozent.


     

    Japanische Erzeugerpreise explodieren, Inflation galoppiert

    Der Grund hierfür sind erschreckende Inflationsdaten aus Japan, wo in der Nacht neue Daten zur Erzeugerpreisentwicklung veröffentlicht wurden. Im April stiegen diese um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat sowie um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Damit wurden die Erwartungen der Volkswirtinnen und Volkswirte bei weitem übertroffen, die einen Anstieg von 0,7 Prozent auf Monats- und von 3,0 Prozent auf Jahresbasis erwartet hatten.

    Die Daten fielen umso schlechter aus, als dass die Angaben aus dem Vormonat nach oben korrigiert werden mussten. Schon im März fiel der Erzeugerpreisanstieg mit +1,0 Prozent höher aus als zunächst geschätzt (+0,8 Prozent). Im Jahresvergleich wurde die Schätzung von 2,6 auf 2,9 Prozent angehoben. Damit beschleunigt sich die Inflation in Japan deutlich stärker als bislang gedacht.

    Sell-off am Anleihenmarkt treibt Realzinsen in die Höhe

    Ebenso wie der Aktienmarkt hatte auch der Anleihenmarkt eine eindeutige Meinung zur beschleunigten Inflationsentwicklung. Quer über die komplette Laufzeitkurve verteilt kletterten die Anleiherenditen für japanische Staatsschulden deutlich. 

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    Quelle: Investing.com | Rendite für 10-jährige Staatsanleihen Japan

    Für die vielbeachteten Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit kletterte die Rendite um über 3,0 Prozent auf 2,7 Prozent. Das entspricht dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Für Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit werden inzwischen 4,05 Prozent fällig. Das ist ebenfalls der höchste Stand seit mehreren Jahrzehnten. Für die Bank of Japan wird es immer mehr zum Problem, der Inflationsentwicklung mit ihrem Leitzins von 0,75 Prozent hinterher zu hinken.

    Der Abverkauf am japanischen Anleihenmarkt sorgte auch für steigende Renditen auf anderen Märkten. So bauten etwa 30-jährige US-Schuldverschreibungen ihre Position oberhalb der "roten Linie" von 5,0 Prozent auf 5,08 Prozent aus, während die Rendite für 10-jährige Anleihen mit 4,53 Prozent dicht vor einem Mehrjahreshoch steht.

    Notenbanken geraten unter Druck, Leitzinsanhebungen zu erwarten

    Die japanischen Inflationsdaten waren in dieser Woche nicht die ersten, deutlich über den Erwartungen ausgefallenen. Schon am Dienstag und Mittwoch fielen sowohl die Konsumenten- als auch die Erzeugerpreise in den USA deutlich höher aus als erwartet. Die Erzeugerpreise kletterten mit einem Plus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hier sogar noch schneller als in Japan.

    Damit zeigt sich immer deutlicher: Anlegerinnen und Anleger haben den Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung viel zu früh abgehakt. Dabei sind Zweitrundeneffekten in den bislang veröffentlichten Daten noch kaum berücksichtigt, was bedeutet, dass auch in den kommenden Monaten mit hohen Inflationsdaten zu rechnen ist. Das bedeutet anhaltenden Druck sowohl auf die Anleihenmärkte als auch auf die Notenbanken, ihre Leitzinsen anzuheben.

    Fazit: Schlechte Nachrichten für Aktieninvestoren

    Für die überhitzten und historisch hoch bewerteten Aktienmärkte ist das eine schlechte Nachricht. Ihnen droht eine Wiederholung des Kursdebakels zwischen 2021 und 2022, zumal die Verschuldung sowohl von Privathaushalten als auch der öffentlichen Hand seither weiter gestiegen ist, was noch höhere Risikoaufschläge für Anleihen rechtfertigt.

    Das wiederum ist zumindest für Sparer und Anlegerinnen und Anleger, welche auf langfristig bewährte Strategien wie 60/40 (60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen) setzen, eine gute Nachricht. Wer dagegen zu 100 Prozent in Aktien investiert ist – hoch bewertete noch dazu – könnte schon bald vor hohen Verlusten stehen. Selbst eine plötzliche Wende im Iran-Krieg dürfte jetzt kaum noch helfen, den Inflationsdruck abzumindern.

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


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