Batterie- oder Lithiumproducer

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    Nicht Gold, Silber oder Kupfer - Lithium rennt! Wie und wo investieren?

    Während Gold, Silber oder Kupfer im Fokus der Anleger stehen, zieht im Hintergrund der Lithiumpreis kräftig an. In den letzten 6 Monaten um 120 %. Der KI-Boom, riesige Rechenzentren und Batteriesysteme treiben den Preis.

    Für Sie zusammengefasst
    Batterie- oder Lithiumproducer - Nicht Gold, Silber oder Kupfer - Lithium rennt! Wie und wo investieren?

    Der Ausbau Künstlicher Intelligenz treibt nicht nur die Aktien aus der Branche in den Himmel, er macht sich auch zunehmend auf dem Rohstoffmarkt bemerkbar. Der immense Stromverbrauch der riesigen KI-Rechenzentren verschlingt eine Menge an Strom. Da die Energiezufuhr rund um die Uhr gewährleistet werden muss, steigt auch die Nachfrage nach Batterie-Speicher-Systemen (BESS - Battery Energy Storage Systems).

    Diese Speicherlösungen nehmen Strom aus erneuerbaren Energien oder dem Stromnetz auf und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Zum Beispiel bei Lastspitzen, Stromausfällen oder zur Stabilisierung der Stromnetze. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allen Dingen Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Sie gelten als langlebig, vergleichsweise sicher und kosteneffizient.

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    Entwicklung treibt Lithiumpreis in die Höhe

    Während die Nachfrage aus dem Elektromarkt weiter wächst, zieht die Nachfrage für stationäre Speichersysteme deutlich rasanter an. Nach Daten von Benchmarkt Minerals Intelligence ist die Nachfrage nach BEES 2025 in etwa um das doppelte angezogen wie die Nachfrage aus dem Automobilmarkt. Zwar entfallen etwa 75 Prozent auf dem Bereich E-Mobilität, aber der Speichermarkt entwickelt sich zunehmend zu einem zweiten großen Wachstumsmotor. 

    Das Verändert auch die Lage auf dem Lithiummarkt. Nach einer Schwächephase von rund drei Jahren zieht er wieder deutlich an. Die Zeit des Überangebots ist längst beendet und das Angebot wieder wieder knapper, was sich in einem stark anziehen Lithiumpreis niederschlägt. Innerhalb eines Jahres ist er um fast 200 Prozent angezogen und liegt aktuell etwa bei 20.000 US-Dollar je Tonne. 

    Lithium-Preis hängt Gold, Silber und Kupfer ab

    Eine Entwicklung, mit der Gold, Silber und Kupfer nicht mithalten können. Lediglich Silber mit einem Plus von etwas mehr als 140 Prozent kann in etwa mithalten. Gold und Kupfer kommen im gleichen Zeitraum auf ein Plus von rund 46 Prozent und rund 38 Prozent. 

    Für Anleger stellt sich jetzt die Frage: Wo sind sie besser positioniert bei den Lithiumförderern oder bei den Produzenten von Energie-Speicher-Systemen? Wahrscheinlich genau in der Mitte. Aus jedem Bereich eine Aktie dürfte nicht schaden. Werfen wir einen Blick auf beide Branchen und beginnen mit den Lithium-Produzenten. 

    Die beiden Dickschiffe - Albemarle und SQM 

    Bei den Lithiumproduzenten ragen vor allen Dingen Albemarle (YTD rund 30 % Plus)  und SQM (YTD rund 20 % Plus) als die beiden größten und etabliertesten Anbieter der Branche heraus. Albemarle verfügt über ein global diversifiziertes Portfolio mit Projekten in Australien, Chile und den USA. SQM hingegen profitiert vor allen Dingen von seinem kostengünstigen Solevorkommen im chilenischen Salar de Atacama. 

    Beide Konzerne sind gut positioniert, um vom steigenden Lithiumpreis zu profitieren. Vor dem Wochenende sind beide Aktien etwas unter Druck geraten. Daher könnte sich für Anleger eine gute Gelegenheit ergeben, bei einem der beiden Titel an Bord zu gehen. 

    Während Albemarle schon Anfang Mai seine Zahlen für das erste Quartal 2026 präsentiert hat und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder schwarze Zahlen erwirtschaftet hat, wird SQM seinen Start ins neue Geschäftsjahr erst am 27. Mai veröffentlichen. 

    Zwei Highflyer der Branche 

    Noch etwas besser als die beiden Flagschiffe der Branche haben sich Lithium Argentina (YTD rund 80 % Plus) und Liontown Resources (YTD rund 50 % Plus) geschlagen. Lithium Argentina ist über das große Soleprojekt Chauchari-Olaroz in Argentinien gut positioniert und ist damit in einer der wichtigsten Lithiumregionen der Welt vertreten. Liontown hingegen ist in Australien unterwegs. Der Konzern betreibt Down Under in Kathleen Valley eines der bedeutesten Hartgesteinprojekte Australiens. 

    Beide Konzern sind deutlich kleiner als Albemarle und SQM und dementsprechend ist ein Engagement risikoreicher. Dafür bieten beide aber bei steigenden Lithiumpreisen einen entsprechenden größeren Hebel. Auch diese beiden Aktien befinden sich in einer Korrekturphase, so dass Anleger mit einer höheren Risikoaversität sich bei einer der beiden Aktien auf die Lauer legen können.

    Geht es nach den Analysten, dann ist Liontown laut MarketScreener im Durchschnitt schon über das Kursziel hinausgeschossen, während die Experten bei Lithium Argentina im Mittel noch ein Potenzial von etwas mehr als 50 Prozent sehen. Allerdings wird Liontown von 11 Analysten gecovert, während Lithium Argentina nur drei Experten auf dem Schirm haben. 

    Der oft übersehene Player 

    Mit der Übernahme von Arcadium Lithium ist Rio Tinto (YTD rund 30 % Plus) ebenfalls zu einem bedeutenden Player in der Branche aufgestiegen. Gebündelt wurde die Übernahme in der Sparte Rio Tinto Lithium. Sie ist zwar noch deutlich kleiner als das dominante Geschäft mit Eisenerz, gewinnt im Konzern aber immer mehr an strategischer Bedeutung. Auch Rio Tinto möchte von der steigenden Nachfrage nach Lithium profitieren. 

    Auch der Kurs von Rio Tinto hat vor dem Wochenende ordentlich korrigiert. Für interessierte Anleger könnte es ein guter Plan sein, sich bei rund 75 Pfund auf die Lauer zu legen. In diesem Bereich befindet sich eine starke Unterstützung. 

    In der wallstreetONLINE Börsenlounge haben wir übrigens Mitte März zwei Derivate auf Rio Tinto empfohlen. Trotz des Rücksetzers von Freitag liegen die Empfehlungen fast 50 und fast 70 Prozent im Plus. Die Portfolios und Watchlisten der wallstreetONLINE Börsenlounge können Sie hier abonnieren. Oder Sie schauen einfach in die neuste Folge rein und sind in Sachen Börse immer auf dem neuesten Stand und erhalten jeden Tag interessante Aktien-Tipps für Ihr Depot. 

    Kommen wir von den Lithium-Förderern zu den Produzenten von Energiespeichersystemen. Hier muss, ähnlich wie bei den Förderern, zwischen Pure-Playern und breiter aufgestellten Konzernen unterschieden werden. Und damit sind wir direkt bei einem sehr alten Duell: Tesla vs. BYD. Beide Konzerne sind zwar im Konzert der Energiespeicherung vertreten, aber sie spielt bei beiden Konzernen klar nicht die erste Geige. 

    Das ewige Duell: Tesla gegen BYD 

    Beide Konzerne stellen zwar Energiespeichersysteme her, verfolgen dabei aber unterschiedliche Ansätze. Tesla (YTD rund 1 % Minus) ist mit dem Megapack vor allem auf große, schlüsselfertige Netzspeichersysteme ausgerichtet und hat im vergangenen Jahr rund 46,7 GWh an Energie-Speichersystemen ausgeliefert. 

    BYD (YTD rund 1 % Plus) kommt stärker aus der Batterieproduktion und verbindet seinen eigene Blade-Battery-Technologie mit Modularen BEES-Lösungen wie dem MC Cube-T. Der Unterschied zu Tesla ist, dass der Musk-Konzern eher ein spezialisierter Großspeicher-Integrator ist, während die Chinesen ihre vertikale Integration von Batteriechemie bis zum fertigen Speichersystem ausspielen. 

    Beide Systeme eignen sich hervorragend, um vom KI-Boom und dem großen Strombedarf zu profitieren. Beide Sparten entwickeln sich zwar immer besser bei den beiden Konzerne, sind aber für die Beeinflussung des Kursverlaufs eher unrelevant. Während bei Tesla weiterhin auf die Einführung des Robo-Taxis als Kurstreiber gewartet wird, bremst bei BYD der Autoabsatz auf dem Heimatmarkt den Kurs aus. 

    Kurz um: Beide Konzerne sind wichtige Player im Markt für Energie-Speichersysteme, die Entwicklung der Aktien wird davon aber nicht großartig beeinflusst. Es stehen andere Schwerpunkte im Vordergrund. 

    Das Performance-Monster

    Im Bereich von Energie-Speicher-Systemen entwickelt sich Samsung SDI (YTD rund 130 % Plus) immer mehr zu einem der führenden Player. Zwar stehen Batterien für Elektroautos immer noch an erster Stelle, aber die Sparte gewinnt immer mehr Dynamik im Konzern. So meldete Samsung SDI im vierten Quartal 2025 Rekordverkäufe im ESS-Geschäft. 

    Im ersten Quartal des laufenden Jahres wurde die positive Entwicklung ausdrücklich mit höheren ESS Aufträgen begründet. Die Südkoreaner verzeichneten im ersten Quartal einen den Aktionären zurechenbaren Nettoverlust von 28,1 Milliarden Won (18,8 Millionen US-Dollar) und konnten das Minus gegenüber dem Vorjahreswert von 220,5 Milliarden Won deutlich reduzieren. Der Umsatz des Herstellers von Batterien und Elektronikmaterialien stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent von 3,177 auf 3,576 Billionen Won.

    Große Lieferverträge über mehrere Billion Won für ESS-Batterien stellen unter Beweis, dass Samsung SDI sein BESS Geschäft immer mehr zu einem wichtigen Standbein entwickelt. Mit der Samsung Battery Box (SBB) bietet der Konzern containerisierte Speicherlösungen an, die Zellen, Module und Racks in einem 20 Fuß-System bündeln. 

    Neben den klassischen Großspeichersystemen profitiert Samsung SDI mit UPS- und Backup-Lösungen auch immer mehr vom KI-Rechenzentren-Boom. Hier vermeldete der Konzern zuletzt einige große ESS-Lieferverträge in die USA. 

    Allerdings ist schon viel von dieser Fantasie im Kurs eingepreist, wie die Entwicklung seit Jahresbeginn zeigt. Zudem ist die Aktie mit einem geschätzten KGV von 174 kein Schnäppchen mehr. Laut MarketScrenner soll es aber 2027 auf 37 fallen, was der Aktie noch eine gute Portion Fantasie zukommen lässt. 

    Für Anleger wäre es eine gute Strategie, sich bei rund 80 Euro auf die Lauer zu legen. Kommt die Aktie noch einmal in diesen Bereich zurück, dann könnte es sich durchaus lohnen, einzusteigen. 

    Die Nr.1 kommt langsam in Fahrt

    Contemporary Amperex Technology (YTD rund 35 % Plus), kurz CATL , ist zwar in erster Linie Weltmarktführer bei Batterien für Elektroautos, hat sich aber auch schon eine führende Position im Geschäft mit EES- und BEES-Lösungen aufgebaut. Nach eigenen Angaben führten die Chinesen 2025 zum fünften Mal in Folge den Weltmarkt für ausgelieferte Energie-Speicher-Batterien an. 

    Mit großskaligen Lösungen wie TENER und dem 9-MWh-System TENER Stack richtet sich der Konzern an Stromnetzbetreiber, Energieversorger und Industrieprojekte mit einem wachsenden Bedarf an Energieversorgung. 

    Energie-Speicher-Systeme sind daher für CATL neben der Elektromobilität zu einem zweiten Standbein gewachsen und ein strategischer Baustein für das weitere Wachstums des Konzerns. 

    Sehr gut ins neue Geschäftsjahr gestartet

    Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn von Contemporary Amperex Technology zog im ersten Quartal um 49 Prozent auf 20,74 Milliarden Yuan (rund 3,05 Mrd. US-Dollar). Im Vorjahreszeitraum lagen die Erlöse bei 13,96 Milliarden Yuan. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich somit im Jahresvergleich um 44 Prozent von 3,18 auf 4,58 Yuan. Der Umsatz legte ebenfalls kräftig zu. Er stieg um 52 Prozent auf 129,13 Milliarden Yuan, nach 84,70 Milliarden Yuan im Vorjahreszeitraum.

    Aktie ist einen Blick wert 

    Im Vergleich zu Samsung erscheint das Papier der Chinesen mit einem geschätzten KGV von 20,9, das kommendes Jahr auf 17,4 fallen soll, wie ein regelrechtes Schnäppchen. Die Aktie ist sicherlich einer der spannendsten Plays rund um den Speicherboom bei Energie. Allerdings gibt es auch einige Risiken. Da wäre die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt, geopolitische Spannung zwischen den USA und China die jederzeit wieder zu nehmen können und der harte Wettbewerb in der Branche.

    Anleger, die damit leben können, finden einen starken Player im Bereich ESS- und BEES. 

    Eine europäische Variante?

    Wärtsilä (YTD rund 13 % Plus) aus Finnland produziert zwar keine eigenen Batterien, aber mischt als Systemintegrator für großskalige Speicherprojekte auch fleißig im ESS- und BESS-Markt mit. Lösungen wie Gridsolve und Quantum 3 kombinieren die Finnen mit BESS-Hardware und Netzsteuerung auf ihrer eigenen GEMS-Softwareplattform. 

    Wie wichtig Wärtsilä den Bereich nimmt, zeigt sich in der Tatsache, dass der Konzern seit dem ersten April 2025 eine eigene Sparte namens Energy Storage neben Marine und Energy ausweist. Trotzdem ist der Bereich eher kleiner als die anderen beiden etablierten Sparten. 2025 lag der Auftragsbestand im Speichersegment unter dem Vorjahresniveau und auch im ersten Quartal 2026 haben die Finnen mit der Sparte keine Bäume ausgerissen. 

    Erwarteter Start ins neue Geschäftsjahr 

    Die Auftragseingänge des finnischen Herstellers von Schiffsmotoren und Kraftwerken stiegen im ersten Quartal im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro und übertrafen damit leicht die Markterwartungen. Das vergleichbare Ergebnis kletterte um 16 Prozent auf 199 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittliche Prognose von 193,7 Millionen Euro aus einer unternehmenseigenen Umfrage unter 15 Analysten. Der Umsatz blieb mit 1,56 Milliarden Euro stabil.

    Chef macht Hoffnung mit Rechenzentren 

    "Meiner persönlichen Einschätzung nach, wird die Stromerzeugung für Rechenzentren weiter wachsen, und zwar langfristig, nicht nur kurzfristig", sagte Vorstandsvorsitzender Hakan Agnevall gegenüber Reuters. Und der Chef des finnischen Konzerns geht davon aus, dass auch Wärtsilä von diesem Trend weiter profitieren kann: "Wir konnten im Quartal weiterhin ein wachsendes Interesse aus dem Bereich der Rechenzentren feststellen."  Der höhere Auftragseingang trug laut Unternehmensangaben auch dazu bei, dass der "Auftragsbestand auf Rekordniveau" lag.

    Erst Ende April hatte der Kurs ein Rekordhoch von 39,4 Euro erreicht, nachdem der Konzern einen Auftrag zur Lieferung einer netzunabhängigen Energielösung für ein im Bau befindliches 790-Megawatt-Rechenzentrum in Texas bekannt gegeben hatte.

    Mit einem geschätzten KGV von 31,8 für das laufende Jahr ist Wärtsilä aber auch schon dazu verdonnert, weitere Erfolge im Bereich Rechenzentren zu liefern. Sollte dies gelingen, dann könnte die Aktie wieder Fahrt Richtung All-Zeit-Hoch aufnehmen.

    Mein Tipp: Zwei Wege stehen zur Auswahl

    Der Lithium-Boom an den Märkten lässt sich über zwei Möglichkeiten spielen. Entweder setzen Anleger nach ihrem persönlichen Risikogeschmack auf Lithium-Förderer oder sie spielen die immer weiter steigende Nachfrage von Energie-Speichersystemen wie Energy Storage Systems (ESS) oder Batterie Energy Storage Systems (ESS). 

    Beide Bereiche haben ihren Reiz und daher dürfte eine Mischung aus beiden Branchen die richtige Wahl sein. Welche Werte Sie dafür auswählen, bleibt ihrem eigenen Risikogeschmack überlassen. Die Zeit scheint jedoch günstig, da alle Aktien gerade korrigieren. Daher könnte diese Woche ein guter Zeitpunkt sein, um auf den Lithium-Trend nochmal aufzuspringen.

    Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge

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    Verfasst vonRedakteurMarkus Weingran
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