Small-Cap-Moment der Woche
Zahlen hoch, Aktie runter
Und trotzdem fällt die Aktie nach den Zahlen um 13%
Zahlen hoch, Aktie runter 🎢
𝗗𝗶𝗲 𝗤𝟭 𝟮𝟬𝟮𝟲-𝗭𝗮𝗵𝗹𝗲𝗻 𝗶𝗺 Ü𝗯𝗲𝗿𝗯𝗹𝗶𝗰𝗸
Umsatz +4,6% auf 139 Mio. € – trotz schlechter Witterungsbedingungen zu Jahresbeginn. Produktionsleistung (inkl. Arbeitsgemeinschaften) +14,3% auf 173,7 Mio. €. EBITDA +74,7% auf 31,8 Mio. €, Marge von 13,7% auf 22,8% – fast eine Verdopplung. Auftragseingang +135,5% auf 192 Mio. €. Auftragsbestand stabil über 1 Mrd. €, inklusive Arbeitsgemeinschaften sogar 1,44 Mrd. €. Guidance für 2026 bestätigt. Ein sehr gutes Quartal – im saisonal schwächsten Quartal des Jahres.
𝗨𝗻𝗱 𝘁𝗿𝗼𝘁𝘇𝗱𝗲𝗺 𝗳ä𝗹𝗹𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗔𝗸𝘁𝗶𝗲
Das Bundeskabinett hat am 29. April den Entwurf zur Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes verabschiedet. Neue HGÜ-Leitungen sollen künftig als Freileitungen statt als Erdkabel gebaut werden – der seit 2016 geltende Erdkabelvorrang würde aufgehoben. Electricity macht 58% des Auftragsbestands und 56% des Umsatzes aus. Strukturell weniger Erdkabelprojekte in diesem Segment wäre ein echter Gegenwind.
𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗶𝗲 𝗘𝗶𝗻𝗼𝗿𝗱𝗻𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝘀 𝗠𝗮𝗿𝗸𝘁𝗲𝘀 𝘁𝗿𝗼𝘁𝘇𝗱𝗲𝗺 𝘇𝘂 𝘄𝗲𝗶𝘁 𝘃𝗼𝗿 𝗴𝗿𝗲𝗶𝗳𝘁
1️⃣ Das muss Bundestag & Bundesrat passieren. Niedersachsen und Schleswig-Holstein – zwei Schlüsselländer entlang der großen Trassen – haben sich bereits klar dagegen ausgesprochen. Niedersachsens Energieminister warnt vor massiven Blockaden und Akzeptanzverlusten, sein Kollege aus Schleswig-Holstein nennt den Kurswechsel schlicht "falsch".
2️⃣ Selbst bei Umsetzung gilt der Freileitungsvorrang nur für neu geplante Vorhaben, die frühestens Mitte der 2030er in Betrieb gehen. Der aktuelle Auftragsbestand ist davon vollständig unberührt. Und jeder Übertragungsnetzbetreiber entscheidet letztlich eigenständig über die technologische Umsetzung – das Management betonte das explizit im Call.
3️⃣ Freileitungen bedeuten in Deutschland erfahrungsgemäß Bürgerproteste, Klageverfahren, Verzögerungen. Der Erdkabelvorrang wurde 2016 nicht zufällig eingeführt – sondern weil Freileitungen politisch nicht durchsetzbar waren. Das Argument der Bundesregierung "30% Kostenvorteil" ignoriert die Folgekosten durch Rechtsstreitigkeiten, Umplanungen und gesellschaftlichen Widerstand – die am Ende die TSOs tragen.
𝙈𝙚𝙞𝙣 𝙁𝙖𝙯𝙞𝙩:
Das Risiko ist real und für das langfristige Wachstumspotenzial im Electricity-Segment relevant. Aber der Markt bepreist ein politisches Risiko, das a) noch nicht Gesetz ist, b) erheblichen Länderwiderstanden ausgesetzt ist, c) frühestens in den frühen 2030ern operativ wirksam würde und d) den bestehenden Backlog überhaupt nicht berührt. Gleichzeitig ignoriert er eine Bewertung von ca. 6,5x EV/EBITDA auf Basis des Guidance-Mittelwerts von 170 Mio. €. sowie eine Nettocash-Position von 233 Mio. €, die zur Steigerung des Shareholder Value sowohl Raum für Übernahmen als auch Aktienrückkäufe bietet.
*Die Aktie befindet sich im Tigris Small & Micro Cap Growth Fund.
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Rechtliche Hinweise
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Herausgeber: Tigris Capital GmbH, Oskar-von-Miller-Ring 20, 80333 München

