Euro fällt unter 1,17: Geopolitik und US-Zinsdruck drohen Absturz
FRANKFURT — Der Euro setzte seine Abwärtsbewegung fort und blieb in dieser Woche deutlich unter der Marke von 1,17 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1628 (Donnerstag: 1,1702) US-Dollar fest; der Greenback kostete damit 0,8599 (0,8545) Euro. Zu weiteren Leitwährungen notierte die EZB einen Euro bei 0,87050 (0,86618) britischen Pfund, 184,36 (184,83) japanischen Yen sowie 0,9144 (0,9150) Schweizer Franken.
Marktteilnehmer reagierten vor allem auf gestiegene Zinserwartungen in den USA. Analysten der Helaba verwiesen darauf, dass das aktuelle US-Konjunkturbild wenig Anlass für eine Lockerung der Geldpolitik biete, was den Dollar stütze und den Euro belastete. Konjunkturdaten aus den USA spielten hingegen nur eine untergeordnete Rolle: Die Einzelhandelsumsätze im April lagen im Rahmen der Erwartungen, die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen zwar etwas stärker als prognostiziert, blieben aber weiterhin auf niedrigem Niveau.
Hinzu kommen geopolitische Einflüsse: Der Staatsbesuch des US-Präsidenten in China und die bilateralen Gespräche mit Staats- und Parteichef Xi Jinping standen im Fokus. Xi warnte laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua vor Spannungen oder gar einem Konflikt im Fall einer schlechten Handhabung der Taiwan-Frage. Beide Seiten betonten zudem die Bedeutung offener Seewege für den Energietransport, unter anderem durch die Straße von Hormus.
Technisch präsentierte sich das Bild zunehmend negativ. Der Kurs fiel unter das Februartief und testete damit wichtige Unterstützungszonen. Kurzfristige Prognosen sehen mögliche Tagesspannen von 1,1680 bis 1,1740 bzw. 1,1600 bis 1,1680; kritische Unterstützungen werden bei 1,1676 (Vorwochentief), 1,1575 und 1,1495 gesehen. Nächste Widerstände verorten Techniker bei 1,1742, 1,1796 (Vorwochenhoch) und 1,1830. Einige Marktteilnehmer warnen vor einem schwachen Wochenschluss um 1,1600, falls der Verkaufsdruck anhält.
Auf Handelsplattformen und in Prognosen dominieren daher defensive Strategien: Volatilitätsbasierte Tagesspannen bestimmen kurzfristige Einstiege, während konkrete Ein- und Ausstiegsentscheidungen an striktes Risiko- und Moneymanagement gekoppelt werden sollten. Fazit: Solange die US- Zinserwartungen und geopolitische Unsicherheiten bestehen, dürfte der Euro unter Druck bleiben; entscheidend sind Durchbrüche der genannten Unterstützungs- oder Widerstandsmarken.
Die Währung EUR/USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 1,163USD auf Forex (17. Mai 2026, 04:37 Uhr) gehandelt.
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