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    Adesso liefert und verliert trotzdem: Aktie trotz starker Zahlen auf neuem Tief

    Die Angst, von der KI-Welle überrollt zu werden hat auch die Aktie von IT-Dienstleister Adesso einbrechen lassen. Zu Recht? Im wallstreetONLINE Heimspiel nehmen wir den Berater und Softwareentwickler unter die Lupe.

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    wO Heimspiel - Adesso liefert und verliert trotzdem: Aktie trotz starker Zahlen auf neuem Tief

    Die Aktie von Adesso ist auf ein Mehrjahrestief gefallen – und das ausgerechnet in der Woche, in der der Dortmunder IT-Dienstleister für das erste Quartal 2026 Zahlen präsentiert hat, die an der Börse eigentlich als Kaufargument gelten könnten. Umsatz und operatives Ergebnis übertrafen die Markterwartungen deutlich, die Jahresprognose wurde bestätigt.

    Dennoch verlor das Papier am Donnerstag rund vier Prozent und notiert inzwischen mehr als ein Drittel unter dem Stand vom Jahresbeginn. Am Freitag prallte die Aktie an ihrem Tief von 53 Euro ab und konnte sich mit einem Plus von mehr als 5 Prozent ins Wochenende verabschieden.

    Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro, angetrieben vor allem durch starke Nachfrage aus dem Energie- und Versicherungssektor sowie einem wachsenden Geschäft rund um SAP-Projekte. Das operative Ergebnis legte sogar um 58 Prozent auf rund 27 Millionen Euro zu.

    Unter dem Strich drehte Adesso von einem Verlust von 7,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt das Management einen Umsatz zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Euro sowie ein EBITDA von 130 bis 150 Millionen Euro an.

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    Das Paradox: Trotz solider Zahlen bleibt die Stimmung am Markt eisig. Der Grund ist struktureller Natur. Anleger fürchten, dass KI-Agenten künftig einen Großteil der Aufgaben übernehmen könnten, für die IT-Dienstleister wie Adesso heute Heerscharen von Beratern und Entwicklern beschäftigen. Diese Sorge lastet auf der gesamten Branche.

    Berenberg-Analyst Wolfgang Specht sieht das Unternehmen dennoch auf Kurs und verweist auf die Wachstumsfantasie durch neue IT-Projekte aus dem deutschen Infrastrukturfonds für Digitalisierung. Als größter unabhängiger IT-Dienstleister Deutschlands sei Adesso gut positioniert, um sich zusätzliche Aufträge zu sichern, so die Bank. Das Kursziel liegt bei 128 Euro – mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs.

    SMC Research geht sogar von einem fairen Wert von 140 Euro aus und sieht in den KI-Sorgen der Börse eine Überreaktion. Dort lautet das Argument: Effizienzgewinne durch KI senken die Projektkosten, was die Nachfrage nach Digitalisierung insgesamt anfacht, anstatt sie zu dämpfen.

    Freilich gibt es echte Risiken. Das Working Capital ist weiter erhöht, die Mittelzuflüsse bleiben unter Druck, und die Softwaresparte für Versicherungen schreibt noch rote Zahlen. Dazu kommt die anhaltende Konjunkturschwäche in Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Markt.

    Für mutige Anleger ergibt sich eine klare Abwägung: Die Bewertung ist historisch günstig, das operative Geschäft läuft besser als gedacht, und die Analysten sehen erhebliches Aufholpotenzial. Doch solange der Markt das KI-Risiko für IT-Dienstleister höher gewichtet als die konkreten Quartalszahlen, dürfte die Aktie weiter unter Druck bleiben.

    Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

    Die adesso Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +6,59 % und einem Kurs von 56,60EUR auf Tradegate (15. Mai 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.



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    Verfasst vonRedakteurJulian Schick
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