+82 % in nur einem Jahr
Nach Mega-Rallye bei SMA Solar: Dieser Wert hat noch richtig viel Potenzial!
Hinter Werten wie Enphase Energy, JinkoSolar und SMA Solar liegt eine jahrelange Kursflaute, doch die Branche gewinnt wieder an Fahrt. Mittendrin: First Solar!
Willkommen zum Smartbroker+ Chart der Woche – First Solar
Der Iran-Krieg hält nun seit bald 3 Monaten an und noch immer ist keine Friedenslösung in Sicht. Eine solche wird mit Blick auf den erneuten Anstieg der Energiepreise, den wachsenden Inflationsgefahren und Versorgungsrisiken zwar immer dringender, doch das Regime in Teheran kann Geheimdienstberichten zufolge eine US-Blockade noch monatelang durchhalten, während ein gesichtswahrender Rückzug für US-Präsident Donald Trump immer schwieriger wird – und das ausgerechnet in einem Midterm-Wahljahr.
Der zweite Versorgungsschock innerhalb weniger Jahre zwingt nicht nur von Energieimporten abhängige Staaten, sondern auch private Haushalte zu einem Umdenken. Autarkie und Versorgungsunabhängigkeit werden in Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen und einem rasant steigenden Energiebedarf immer wichtiger. Das sorgt für einen neuen Run auf Erneuerbare Energien – selbst in den USA, wo mit Trump ein Befürworter fossiler Energieträger amtiert.
Alle reden über Atomkraft, doch an Solarstrom führt kein Weg vorbei!
Ein großer Teil des Kapazitätsausbaus von Rechenzentren für KI-Anwendungen findet in Südstaaten wie Arizona und Texas statt. Hier sind die Standortbedingungen für Solarenergie, die aufgrund großer Effizienzsteigerungen in den vergangenen Jahren inzwischen zu den günstigsten Energieträgern auch hierzulande gehört, besonders günstig. Das gilt umso mehr, als dass Solarparks dezentral und grid-unabhängig errichtet werden können, was den Kapazitätszubau vereinfacht und beschleunigt. Ergänzt um Gasturbinen und Batteriespeicher können Rechenzentren so kostengünstig und versorgungssicher betrieben werden.
In den vergangenen Jahren dominierten zwar Atomkraftwerke und sogenannte SMRs (Small Module Reactors) die Schlagzeilen, wenn es um Vertragsabschlüsse zwischen Hyperscalern wie Alphabet, Amazon und Microsoft und Versorgern wie Vistra und Constellation Energy ging. Doch im Hintergrund wurde kräftig auch auf Solar- und Windstrom gesetzt. Erst vor wenigen Tagen hat Alphabet einen Vertrag mit Linea Energy unterzeichnet und sich 500 Megawatt aus Solarenergie gesichert.
Zwar birgt der Ausbau von Solarenergie das Risko neuer Abhängigkeiten, weil bei der Modulherstellung ebenso wie bei der Batterietechnologie chinesische Hersteller wie JinkoSolar und CATL führend sind, doch mit First Solar verfügen die USA über einen heimischen Hersteller, der außerdem durch Zollmaßnahmen geschützt wird. Die Aktie bietet jetzt sowohl technisch als auch fundamental großes Potenzial.
First Solar Chartsignale
- Langfristiger Aufwärtstrend: First Solar befindet sich in einer mehrjährigen Aufwärtsbewegung mit Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt.
- Markantes Doppel-Top: Im Bereich von 280 US-Dollar ist es zu einem Doppel-Top gekommen, welches nach dem Jahreswechsel eine Korrektur eingeleitet hat.
- Abgeschlossene Konsolidierung: Die jüngste Abwärtsbewegung dürfte nach einer Bodenbildung im Bereich von 200 US-Dollar abgeschlossen sein.
- Neuer technischer Schwung: Die technischen Indikatoren haben sich zuletzt deutlich verbessert und bestätigen die Erholung der Aktie.
Quelle: Eigene Darstellung, abgebildeter Zeitraum: 18.05.2021 bis 18.05.2026
Bitte beachten Sie: Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Außerdem kann die Rendite infolge von Wechselkursschwankungen
kleiner oder größer als die Basiswertentwicklung ausfallen.
First Solar überzeugt nicht nur technisch, sondern auch fundamental
Die Solarbranche hatte in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Anhaltend hohe Anleiherenditen sorgten in einem von Überkapazitäten geprägten Markt für eine schwache Nachfrage, worauf hin die Preise und mit ihnen die Margen eingebrochen sind. Fast alle Hersteller, egal ob bei Modulen oder bei Ausrüstung, sind in die Verlustzone gerutscht. Das hat Anlegerinnen und Anleger hohe Verluste eingebrockt – hierzulande beispielsweise bei SMA Solar.
In diesem Umfeld hat sich First Solar überdurchschnittlich gut behauptet. Mit Ausnahme des Geschäftsjahres 2022 blieb das Unternehmen profitabel und konnte seinen Nettogewinn zuletzt sogar kontinuierlich steigern. Das stellte einen zwar schwankungsfreudigen, übergeordnet aber intakten Aufwärtstrend der Aktie sicher. Die konnte den US-Gesamtmarktindex S&P 500 sowohl mit Blick auf die vergangenen 5 als auch die zurückliegenden 10 Jahren deutlich outperformen.
Neuer Schwung nach Doppel-Top
Im vergangenen Jahr fiel die Aktie gemeinsam mit vielen anderen Branchenwerten zwar auf ein Mehrjahrestief, konnte sich seither aber gut erholen. Das Plus von 82,2 Prozent (unter Berücksichtigung von Höhen und Tiefen zwischen dem 18. Mai 2025 und dem 18. Mai 2026) im Branchen-ETF Invesco Solar unterstreicht das zurückgekehrte Interesse an Solarwerten.
Das konnte eine erneute Korrektur der Aktie nach einem Doppel-Top im Bereich von 280 US-Dollar zwar nicht verhindern, doch in den vergangenen Wochen ist First Solar auf anhaltendes Kaufinteresse gestoßen. Dadurch ist es im Bereich von 180 bis 200 US-Dollar zu einem U-förmigen Boden gekommen, der eine Erholung eingeleitet hat.
Die hat mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen und könnte jetzt weitere Dynamik erhalten, da sich im Trendstärkeindikator MACD der Sprung über die Nulllinie abzeichnet, was einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend anzeigen würde. Dieser erhält durch den steigenden RSI weitere technische Bestätigung, was das Verkaufssignal in den gleitenden Durchschnitten (Death Cross) vor einigen Wochen neutralisieren dürfte. Widerstände liegen bei 250 US-Dollar sowie im Bereich des Doppel-Tops, welches die beiden letzten Korrekturbewegungen eingeleitet hat. Brenzlich würde es für die Aktie hingegen erst unterhalb des jüngsten Bodens werden, dessen Unterschreiten Abwärtspotenzial bis 150 US-Dollar freisetzen könnte.
Hohe finanzielle Qualität für wenig Geld
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung hat der Modulhersteller Anlegerinnen und Anlegern einiges zu bieten. Für 2026 ist First Solar mit einem KGVe von 13,4 bewertet, das liegt um 26,2 Prozent unter dem 5-Jahres-Mittel. Gleichzeitig ist das Gewinnwachstum angesichts eines PEG von 0,65 sehr günstig. Schon ein Wert unter 1 gilt hier als attraktiv.
Auch bei zahlreichen anderen Kennziffern kann First Solar punkten. Gegenüber der historischen Norm ist die Abweichung beim Verhältnis von Unternehmenswert und operativem Ertrag (EV/EBITDA) gegenwärtig am größten. Ein Wert von 9,1 bedeutet gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre einen Discount von 50,2 Prozent.
Dieser hervorragende Wert ist nicht zuletzt der kerngesunden Bilanz zu verdanken. Abzüglich aller Verbindlichkeiten, darunter einer überschaubaren langfristigen Verschuldung von 237,2 Millionen US-Dollar, verfügt First Solar über ein Nettovermögen von 1,84 Milliarden US-Dollar. Weitere Mittelzuflüsse stellt die Cashflow-Rendite von rund 5 Prozent sicher. In den vergangenen 12 Monaten lag der freie Cashflow bei rund 1,15 Milliarden US-Dollar.
Das könnte das Unternehmen künftig dazu veranlassen, entweder eine Dividende zu bieten oder Aktienrückkäufe zu starten, um sich für Investoren noch attraktiver zu machen.
First Solar hat an der Wall Street viel Fans
An der Wall Street genießt First Solar großes Vertrauen. Bei insgesamt 34 Einschätzungen kommt das Papier mit 12 Empfehlungen zum Kaufen und 9 weiteren zum Übergewichten auf 21 zuversichtliche Analystenstimmen. Ihnen stehen 12 neutrale Einschätzungen sowie eine Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 150 US-Dollar gegenüber.
Den Pessimisten von KeyBanc steht mit Goldman Sachs der aktuell größte Bulle gegenüber, die US-Investmentbank hat ihr Kursziel erst vor wenigen Wochen auf 310 US-Dollar angehoben. Im Mittel wird ein fairer Wert von 243,22 US-Dollar genannt, was gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag eine Upside von 4,2 Prozent impliziert.
In den vergangenen Jahren haben Analystinnen und Analysten ihre Einschätzungen immer wieder zeitnah an das Kursgeschehen angepasst. Noch Ende Februar wurde der faire Wert durchschnittlich auf rund 281 US-Dollar geschätzt. Dem zuletzt gestiegenen Kurs dürften daher bald neue Kurszielanhebungen folgen, die neue Aufwärtsimpulse liefern könnten.
First Solar auf einen Blick
- ISIN: US3364331070
- Börsenwert: 25,1 Milliarden US-Dollar
- Dividendenrendite: -
- KGVe 2026: 13,4
- Durchschnittliche Analystenempfehlung: Übergewichten
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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