Die neue Schwellenländer-Logik
Brasilien, China, Indien: Der neue Gewinner-Verlierer-Code der Märkte
Ein möglicher Öl-Schock könnte Schwellenländer komplett neu sortieren. Rohstoffreiche Staaten rücken nach vorn. Energieimporteure geraten unter Druck. Anleger müssen umdenken.
- Ölschock sortiert Schwellenländer nach Rohstofflage
- Versorgungsrisiko Hormus droht globalem Preisschock
- Lateinamerika und Brasilien profitieren als Gewinner
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Schwellenländer stehen nach Einschätzung von James Syme, Senior Fondsmanager bei J O Hambro, vor einem neuen Anlageumfeld. Nicht mehr allein Wachstum und Geldpolitik entscheiden über Gewinner und Verlierer. Wichtiger werden Energiesicherheit, Rohstoffzugang und belastbare Lieferketten.
Besonders große Risiken sieht Syme an der Straße von Hormus. Durch die Meerenge fließen normalerweise rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag. Anhaltende Störungen könnten einen globalen Versorgungsschock auslösen und Preise, Kapitalströme sowie Unternehmensgewinne neu ordnen. Alternative Pipelines könnten Ausfälle nur teilweise abfedern.
Die Folgen würden weit über den Ölmarkt hinausreichen. Syme warnt vor Engpässen bei Düngemitteln, Chemikalien und Vorprodukten für den Bergbau. Dadurch könnten auch Landwirtschaft und Industrie unter Druck geraten.
Als strukturellen Gewinner sieht er vor allem Lateinamerika. Besonders positiv bewertet Syme Brasilien. Das Land profitiere von höheren Rohstoffpreisen, einer verbesserten Handelsbilanz und seiner Rolle als Netto-Energieexporteur.
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China betrachtet Syme differenziert. Zwar ist das Land stark auf Energieimporte angewiesen. Strategische Reserven, alternative Lieferquellen und der Ausbau erneuerbarer Energien erhöhten jedoch die Widerstandsfähigkeit. J O Hambro setzt dort selektiv auf Energie, Industrie und grüne Infrastruktur.
Skeptischer bleibt Syme für Indien und andere energieimportierende Volkswirtschaften Asiens. Steigende Energiepreise und Währungsdruck könnten dort stärker ins Gewicht fallen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
