Greg Abel baut um
13F-Filings: Berkshire zurück im Airline-Geschäft, Visa und Mastercard sind raus
Greg Abel hat in seinem ersten Quartal als Berkshire-Chef das Portfolio kräftig umgebaut: Einstieg bei Delta Air Lines, massiver Ausbau bei Alphabet und Abverkauf von mehr als einem Dutzend kleinerer Positionen.
- Abel kaufte Delta für rund 2,6 Milliarden Dollar
- Berkshire stockte Alphabet von 18 auf 57 Millionen
- Verkäufe mehrerer kleiner Positionen und Wertverlust
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Greg Abel hat in seinem ersten Quartal als Berkshire-Chef das Aktienportfolio des Konzerns deutlich umgebaut. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten 13F-Filing hervorgeht, kaufte der neue CEO eine milliardenschwere Position bei Delta Air Lines, baute die Alphabet-Beteiligung massiv aus und trennte sich von mehr als einem Dutzend kleinerer Positionen.
Die Delta-Beteiligung war zum Ende des ersten Quartals rund 2,6 Milliarden US-Dollar wert. Berkshire war bereits vor der Pandemie mit einer großen Position bei der Fluggesellschaft engagiert und zählte zeitweise zu deren größten Aktionären. Im Jahr 2020 stieg Warren Buffett aus dem gesamten Airline-Sektor aus, nachdem der Covid-Einbruch die Branche traf. Sein Nachfolger wagt nun die Rückkehr.
Noch folgenreicher ist der Umbau beim Alphabet-Engagement. Berkshire stockte seinen Bestand an Google-Mutterkonzern-Aktien von rund 18 Millionen auf gut 57 Millionen Stücke auf, verteilt auf die A- und C-Aktiengattung. Abel hatte auf der Hauptversammlung Anfang Mai signalisiert, dass Konzernteile wie die Eisenbahnsparte BNSF Anwendungsmöglichkeiten für künstliche Intelligenz prüfen.
Auf der Verkäuferseite fällt das Bild deutlich auf: Visa, Mastercard, Amazon, Domino's Pizza, UnitedHealth Group sowie weitere Beteiligungen wurden vollständig aufgelöst. Bei Constellation Brands reduzierte Berkshire die Position auf ein Minimum. Zugleich wurden Chevron- und Bank-of-America-Aktien im Wert von zusammen knapp sechs Milliarden US-Dollar veräußert.
Branchenbeobachter vermuten, dass es sich bei einem Teil der aufgelösten Werte um Positionen des früheren Investmentmanagers Todd Combs handelt, der zu JPMorgan Chase gewechselt ist.
Die Kernpositionen blieben dagegen unangetastet. Apple, American Express und Coca-Cola stehen weiter unverändert in den Büchern. Abel hatte sich in seinem ersten Aktionärsbrief im Februar ausdrücklich zu einem konzentrierten Investmentansatz bekannt und diese Werte als strategische Anker bezeichnet.
Der Gesamtwert des gemeldeten US-Aktienportfolios sank von rund 276 Milliarden auf knapp 264 Milliarden US-Dollar, was überwiegend auf Kursverluste zurückzuführen ist. Die Berkshire-B-Aktie verlor in diesem Jahr bislang gut vier Prozent.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
