Größter Stromkonzern der USA
67 Milliarden USD: NextEra schluckt Dominion und will den KI-Stromhunger stillen
Der größte Stromversorger der USA wird noch größer. NextEra Energy hat sich mit Dominion Energy auf eine Übernahme im Wert von rund 67 Milliarden Dollar geeinigt
- NextEra übernimmt Dominion für rund 67 Milliarden
- Deal treibt Strombedarf durch KI-Rechenzentren stark
- Regulatorische Prüfungen durch FERC Justiz und Länder
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Es ist die teuerste Transaktion in der Geschichte der amerikanischen Versorgungswirtschaft: Der Deal, der hauptsächlich über einen Aktientausch abgewickelt werden soll, bewertet Dominion mit knapp 76 US-Dollar je Aktie.
Die Aktie von Dominion zog vorbörslich um knapp 15 Prozent auf 71 US-Dollar an. Die Papiere von NextEra notieren leicht im Minus mit 1,5 Prozent.
Der Zusammenschluss der beiden Ostküsten-Giganten ist kein Zufall: Er folgt dem rasanten Strombedarf der künstlichen Intelligenz. Allein in Virginia, dem Kerngebiet von Dominion, macht die Datencenter-Industrie mittlerweile mehr als ein Viertel des gesamten Stromabsatzes aus. Dort hat Dominion seit Jahrzehnten über 450 Rechenzentren ans Netz gebracht. Das Gebiet gilt als das weltweit dichteste Cluster dieser Art.
NextEra, mit einem Börsenwert von knapp 195 Milliarden US-Dollar bereits der wertvollste Energieversorger der USA, betreibt mit Florida Power & Light das größte Einzelversorgungsunternehmen des Landes und zählt zudem zu den führenden Entwicklern erneuerbarer Energien und Batteriespeicher. Mit der Übernahme von Dominionentsteht ein Riese, der weite Teile der energiehungrigen Ostküste abdeckt.
Der US-Netzbetreiber North American Electric Reliability Corp. erwartet, dass der Spitzenstrombedarf in den kommenden zehn Jahren um rund 224 Gigawatt steigen wird. Das entspricht dem Bedarf von ungefähr 180 Millionen Haushalten. Ein einzelnes KI-Rechenzentrum kann dabei so viel Strom verbrauchen wie tausend Supermarkt-Filialen.
Bis der Deal vollzogen werden kann, müssen NextEra und Dominion allerdings eine regulatorische Hürde nach der anderen nehmen: Neben der Bundesenergiebehörde FERC und dem Justizministerium werden voraussichtlich mehrere Landesbehörden ein Wörtchen mitreden. Analysten wie Nicholas Amicucci von Evercore ISI rechnen mit erheblichem regulatorischem Druck, zumal der steigende Strompreis für Privathaushalte politisch längst zum Reizthema geworden ist.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
