Verkaufsdruck bei Chip-Aktien
Aixtron-Aktie: Deshalb hält ihr Höhenflug auch weiterhin an!
Trotz Verkaufsdrucks bei Halbleiteraktien legen die Anteile von Aixtron auch am Dienstag zu. Der Grund ist ein großer Auftrag eines prominenten Kunden.
- Aixtron gewinnt Großauftrag von Lumentum für G10-AsP
- Aktie steigt über 4 Prozent trotz Verkaufsdruck
- Aktie technisch überkauft Bewertung ausgereizt
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Halbleiteraktien gehen steil – auch Aixtron ist dabei
Halbleiteraktien waren die in diesem Börsenjahr bislang heißeste und erfolgreichste Wette. Trotz jüngster Einbußen notiert der Branchenindex Philadelphia Semiconductor seit dem Jahreswechsel ein Plus von rund 60 Prozent. Vom starken Trend profitierten nicht nur bekannte Namen wie AMD, Intel und Nvidia, auch deutsche Halbleiterwerte wie Aixtron, Elmos Semiconductor und Infineon verzeichneten starke Kursgewinne und erfreuten sich großen Anlegerinteresses.
Hohe Unternehmensbewertungen und technisch heiß gelaufene Trends führten in den vergangenen Handelstagen jedoch zu ersten, spürbaren Gewinnmitnahmen. Diese halten auch am Dienstag an, wie die Verluste von über 3 Prozent bei der Aktie von Infineon demonstrieren. Doch Aixtron kann sich dieser Entwicklung mit einem Plus von über 4 Prozent entziehen, nachdem das Unternehmen am Morgen den Erhalt eines Auftrages bekannt gegeben hat.
Optik-Highflyer Lumentum sorgt für Großauftrag
Wie Aixtron berichtete, hat der Spezialist für optische und photonische Kommunikationskomponenten Lumentum mehrere g10-asp-Anlagen geordert. Diese werden zur Herstellung von Halbleitern auf Galliumarsenid- (GaAs) und Indiumphosphid-Basis (InP) benötigt.
Aixtron bewirbt die Systeme aufgrund ihrer Automatisierungsmöglichkeiten mit ihrer Eignung für Großserienfertigung sowie damit, dass sie die höchste Ausbeute (Yield) pro Wafer liefern würden – für Endkunden ein gewichtiges Argument, um möglichst hohe Margen zu erzielen.
Aixtron will das hohe Momentum in der Branche mitnehmen
Dass der Konzern den Vertragsabschluss per Pressemitteilung prominent bewirbt, hat einen einfachen Grund. Optische Halbleiterlösungen gehörten vor dem Hintergrund des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für KI-Anwendungen zu den in den vergangenen Monaten gefragtesten.
Aktien wie Lumentum oder Tower Semiconductor konnten den Branchenindex mit Kursgewinnen von über 1.000 Prozent (im Fall von Lumentum) weit hinter sich lassen. Von diesem Momentum möchte auch Aixtron profitieren, dessen Aktie mit einem Plus von rund 320 Prozent in den vergangenen 12 Monaten bei Anlegerinnen und Anlegern ebenfalls ordentlich punkten konnte.
Dementsprechend stolz zeigte sich CEO Felix Grawert über den Vertragsabschluss: "Lumentum gestaltet die Zukunft der KI-getriebenen optischen Hochgeschwindigkeitskommunikation. Wir sind stolz darauf, diese Entwicklung mit unserer G10-AsP-Plattform zu unterstützen, die eine skalierbare und hochstabile InP-Fertigung im Einklang mit der sich beschleunigenden Marktnachfrage ermöglicht."
Jüngste Verluste egalisiert, aber viel zu heiß im Wochenchart
Mit einem Plus von über 4 Prozent kann sich Aixtron am Dienstag dem Abgabendruck bei Infineon und anderen Halbleiterwerte entziehen. Gegenüber dem Jahreswechsel steht hier ein Plus von 203 Prozent zu Buche. Als dementsprechend fortgeschritten muss der Aufwärtstrend aus technischer Perspektive allerdings bezeichnet werden.
Zum einen ist der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten inzwischen beträchtlich, zum anderen deutet auch der Relative-Stärke-Index (RSI) auf überkaufte Zustände der Aktie hin. Vor allem auf Wochenbasis liegt mit einem RSI-Wert von fast 92 ein Extremzustand vor, der schon bald in eine Konsolidierung der Anteile münden dürfte.
Fazit: Chart und Bewertung ausgereizt, Aktie kein Kauf mehr
Auch mit Blick auf die Bewertung hat Aixtron seinen Anlegerinnen und Anlegern jetzt nicht mehr viel zu bieten. Für 2026 steht ein KGVe von 69,4 zu Buche, selbst für 2027 ist das Unternehmen bereits mit rund dem 41-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Auch beim EV/EBITDA-Verhältnis kann Aixtron mit 41,9 für 2026 und 25,6 für 2027 nicht mehr überzeugen.
Bereits investierte Anlegerinnen und Anleger sollten daher Gewinnmitnahmen erwägen oder sich wenigstens mit Stopp-Loss-Orders absichern. Wer die Rallye verpasst hat, sollte ihr jetzt nicht mehr hinterherjagen. Erst nach einer deutlich zweistelligen Korrektur wäre die Aixtron-Aktie sowohl technisch als auch fundamental wieder interessant – neue Großaufträge hin oder her.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

